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Passion (Gottesdienstpraxis Serie B) Gebundene Ausgabe – 19. Januar 2009


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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Christian Schwarz, geb. 1964, Dr. theol., Gemeindepfarrer in Wiesloch bei Heidelberg und Vorsitzender der Liturgischen Kommission Baden; Herausgeber von Gottesdienst Praxis Serie B. Engagement u.a. für neue Gottesdienstformen.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Das Opfer als Voraussetzung für Erlösung
Gedanken zu drei Beispielen aus Kinder- und Jugendliteratur Ulrich Tietze

Die Passionsgeschichte Jesu ist, soweit Menschen sich außerhalb der Kirchen überhaupt noch damit beschäftigen, unter verschiedenen Aspekten in die Diskussion geraten, vielleicht mehr als in früheren Zeiten. Im vergangenen Jahr gab es eine Veröffentlichung der EKD, die mit Recht Empörung hervorrief: die unselige Frage nach der "Schuld der Juden am Tode Jesu" wurde dort anhand der synoptischen Berichte erörtert und im Wesentlichen so beantwortet, dass die Juden letztlich den Tod Jesu zu verantworten hätten und Pilatus weithin freizusprechen sei - eine Behauptung, die längst erledigt schien (zumindest in jenen theologischen Kreisen, die sich der historisch-kritischen Forschung verpflichtet wissen und von ihr her versuchen, die Geschichte und die Botschaft Jesu in differenzierter Form in unsere Zeit hineinzutragen) und deren positive Beantwortung zu unseligen Folgen im Verlauf der Kirchengeschichte führte.
Es mag ungeklärt sein und bleiben, ob und inwieweit Jesus selbst seinen Tod als Voraussetzung für Erlösung und positive Gottesbeziehung von Menschen ansah. Vielleicht ist es an der Zeit, die Kreuzigung des Nazareners mehr als Folge seines Lebens zu betrachten - als den Versuch von der Seite der damals Mächtigen her, einen unbequemen Prediger und Bolen der Liebe Gottes auszuschalten. Ob der Mensch gegenwärtig mehr nach Autarkie sucht und fragt als früher, wird kaum allgemein beantwortbar sein. Dass aber Menschen auch außerhalb der biblischen Botschaft und neben ihr eigene Antworten suchen, lässt sich zunehmend weniger bestreiten. Könnte es hilfreich sein, die Fragen nach Leiden, Opfer und Erlösung weniger in Form "historischer" Feststellungen und Behauptungen über den Weg Jesu zu beantworten, sondern eher durch Heranziehung existenzieller Erfahrungen aus Leben und Literatur? "Gott schuf den Menschen, weil er Geschichten liebt", sagte einmal eine Freundin - zu ergänzen wäre vielleicht: erlebte und erdachte.
Ich möchte an dieser Stelle auf drei Geschichten eingehen, die formal wie inhaltlich sehr verschieden sind, aber doch eine Schnittstelle aufweisen: die Voraussetzung erfahrener Erlösung bzw. Befreiung von Schuld durch das Opfer. Ich wähl e dazu die einfache Nacherzählung und verzichte darauf, meine Deutungen einzubeziehen. An das Ende der jeweiligen Darstellung stelle ich dann Deutungsversuche. Mein Wunsch ist es, dass wir solche und andere Geschichten (wieder-)entdecken und dadurch Schritt für Schritt zu einer neuen "Theologie des Erzählens" kommen, die mir oft hilfreicher erscheint als eine primär argumentieren de.

Das Opfer als Gewährleistung des Glücks anderer

Das erste Beispiel ist Astrid Lindgrens Märchen "Klingt meine Linde" (Zitate nach: Astrid Lindgren, Märchen, Stuttgart 1978, 273-287). Die Hauptfigur darin ist das Mädchen Malin, das im Armenhaus lebt. Mehrere Märchen Lindgrens beginnen mit dem Satz "Vor langer Zeit, in den Tagen der Armut ..." - vielleicht von größerer Aktualität auch für die Situation vieler Menschen in unserem Land, als wir uns eingestehen wollen. Malin kommt mit acht Jahren ins Armenhaus; an einen Ort, der für kein Kind wünschenswert ist. "Kein Hopsen und Hüpfen, kein Toben und Tollen, das wollen wir hier nicht haben", wird ihr gesagt. Es ist eine Art der Verlorenen, und sie weiß nicht, "wie sie es ertragen sollte, hier zu leben, wo es nichts Schönes gab und keine Freude." Es ist dort "so hässlich, dass man weinen konnte, und vor dem Fenster lag nur ein karger Kartoffelacker, da war kein Maiglöckchenwald und kein blühender Apfelbaum." Niemand hat dort ein eigenes Bett, jedes Kind, jeder Erwachsene dort muss sich die Schlafstelle mit jemand anderem teilen. Die Armut ist allgegenwärtig und führt nicht zum Zusammenhalt der Menschen, sondern verstärkt Eifersucht, Neid und Streit: am Morgen "erwachten die Alten, einer nach dem anderen, und zeterten und zankten, wer sich zuerst seinen Kaffee brauen dürfe ., sie schimpften und schalten" alle. Malin aber behält ihr gutes Herz, und sie betet zum lieben Gott, "dass er es ihr erlassen möge, Armenhauskönigin zu werden und aller Wanzen Herrscherin."
Als Mal in eines Tages am Pfarrhaus vorbeikommt, hört sie, wie den Kindern des Pfarrers ein Märchen vorgelesen wird, in dem die Worte vorkommen: "Klingt meine Linde, singt meine Nachtigall?" So lauten diese Worte, "und in ihrem Glanz schwand alles Elend und aller Jammer des Armenhauses dahin. Warum es so war, wusste sie nicht, doch ein Segen war es, dass es so war." Diese Worte begleiten Malin, und sie erkennt: "sie wurden zu einem Sehnen, das sie Tag und Nacht begleitete. ... Hätte ich doch nur ein Samenkorn, dachte sie, gewiss bekäme ich dann auch eine Linde. Und hätte ich eine Linde, gewiss bekäme ich dann auch eine Nachtigall. Und hätte ich eine Nachtigall, dann wäre es auch im Spittel schön, dann herrschte auch im Spittel die Freude." Malin findet kein Samenkorn - aber eines Tages liegt eine Erbse vor ihr, und "es kam Malin in den Sinn, diese Erbse statt eines Samenkorns zu nehmen. Vielleicht ließ Gott in seiner Güte dieses Mal eine Linde aus einer Erbse sprießen. Mit Glauben und Sehnen wird es gelingen, dachte Malin."
Tatsächlich geschieht das Wunder: aus der eingepflanzten Erbse entsteht eine Linde. Aber Gott, der dieses Wunder geschehen ließ, hat der Linde keine Seele gegeben - der Baum bleibt stumm. So soll er gefällt werden, denn eine stumme Linde wird nicht gebraucht. "Was wir brauchen, sind Kartoffeln", wird dem verzweifelten Mädchen gesagt. Malin aber gibt nicht auf. Sie beschließt, "dem toten Baum ihre Seele zu schenken. Dann würde das Leben in die kleinen, grünen Blätter und die zierlichen, feinen Zweige strömen, und dann würde die Linde so jubelnd klingen, dass alle Nachtigall en in all en Hainen und Wäldern auf Erden es hören würden. Ja, dann klingt meine Linde, dachte Malin, dann singt meine Nachtigall, und dann wird alles schön und froh im Armenhaus. Doch dann dachte sie: Aber ich bin dann nicht mehr da, denn ohne Seele kann niemand leben auf Erden. Doch in der Linde lebe ich dann, bis zum Ende der Zeit wohne ich dann in meinem kühlen, grünen Haus, und die Nachtigall singt für mich an den Abenden und in den Nächten des Frühlings. Und alles wird froh." Der Vorgang des Verschenkens der Seele wird nicht beschrieben.

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