Für mich ist dieses Album bis heute Vai's bestes, obwohl die anderen natürlich ebenfalls over the top sind.
Das Album wird vom patriotisch, hymnischen Stück "Liberty" eröffnet, bevor mit "Erotic Nightmares" ein Metal-lastiges, teilweise aber auch Programmmusik-artiges Stück folgt, das sicherlich zu den Highlights des Albums gehört. Daran schließt "The Animal", das auch zu den härteren Stücken des Albums zählt, bevor das Stück "Answers" mit seinem funky Hauptriff auwartet. "Answers" geht direkt in "The Riddle" über, das anfangs ruhig gehalten ist, dann später aber mit einem aggressiven Solo doch noch die Stimmung ändert. "Ballerina 12/24" wurde mit nur einer Gitarre und einem von Steve Vai mit entwickelten Eventide Harmonizer eingespielt, klingt jedoch als seien es mindestens drei Gitarren gleichzeitig. Dann folt mit "For The Love Of God" eine wirklich Hammerballade, die wohl zu Vai's bekanntesten Stücken zählen dürfte. Die Melodie wird sehr vielfältig variiert mit beispielsweise unterschiedlicher Artikulation, bevor ein einfach großartiges Solo folgt. Nun wird im Intro des nächsten eher lustigen Stücks wieder Sprechsound Imitation betrieben, dann folgt das eigentliche Stück, das wieder etwas härter ausfällt. Lustig ist hierbei, dass aus dem Gespräch hervorgeht, dass der kleine Stevie Vai dieses Stück in der Schule vorspielt und die Lehrerin aufgrund der hohen Lautstärke permanent herumschreit und ihn zum Aufhören bewegen will. "I Would Love To" heißt das nächste Stück und war wegen radiofreundlicher Länge von 3,5 mins eine Singleauskopplung, jedoch ist das Stück im Gegensatz zum darauf folgenden grandiosen "Blue Powder" eher straight. Auf "Blue Powder" folgt "Greasy Kid's Stuff", eine flotte Up-Tempo Nummer, bis sich mit Sisters eine ruhig gehaltene Ballade anschließt. Das Album schließt mit dem atonalen "Love Secrets" ab.
Insgesamt kann man hier von einem großartigen Album sprechen, das so unheimlich vielschichtig und vielfältig, wie abwechslungsreich ist, dass man einfach nur noch fasziniert davon ist (unbedingt auch über Kopfhörer anhören). Wer Steve Vai kennt wird wissen, dass er zu den besten Gitarristen unter der Sonne gehört (wenn er nicht sogar der beste ist), jedoch wird oft nur seine hohe Geschwindigkeit beachtet, was aufgrund seiner außergewöhnlichen kompositorischen Fähigkeiten als grobe Unterschätzung gesehen werden muss.