Die Johannespassion von Arvo Pärt stellt offenkundig den diametralen Gegensatz zu emotionsgeladenen Bibelfilmen dar, ja beinahe ist man versucht zu sagen: sie bietet die intellektuelle Antwort auf amerikanische Hollywood-Bildersprache. Pärt geht nicht den Weg einer dramatischen Darbietung des Evangelientextes, sondern nimmt den Text in seiner Laut- und Klangqualität als Grundlage für die Musik, die er nach seinem „tintinnabuli-Prinzip" „anordnet" (keine Polyphonie). Es entwickelt sich eine meditative Melodie, die an Gregorianik erinnern lässt. Ein Chor singt zu Beginn den Titel und fügt am Ende ein Schlussgebet und das Amen an. Dazwischen aber der Text der Passionsgeschichte als Psalm.