Obwohl das Cover aussieht, als käme dieses Album von einer nach Zigarre müffelnden Klassik-Prog-Combo, deren Texte zu allem Überfluß auch noch von Alchemisten, Zwergen und anderen Fabelwesen handeln, haben wir's hier dann doch mit einem Produkt aus dem Hause Ninja Tune zu tun. Opulent arrangierte, teils instrumentale, teils besungene Musik, der man das Label so gerade eben noch anhört. Als interne Referenz wäre an erster Stelle das mächtige CINEMATIC ORCHESTRA zu nennen, allerdings mit weniger Soul-Attitüde und loungiger, deeper Düsterness. Manchmal klingen Loka eher wie die ausgesprochene Cool-Jazz-Variante davon, manchmal klingen sie wie Scores zu coolen 70er-Jahre-Ami-Krimiserien, manchmal allerdings auch wie ein quietschendes Crescendo auf einer von CHARLES MINGUS' Orchesterplatten. Man muß an frühe Postrock-Bands á la TORTOISE denken oder gleich an Jazzrock, obwohl es in dieser Hinsicht niemals ausufert. Auch eine gewisse, an frühere BROADCAST-Sachen erinnernde, unheimliche Psychedelik weht einen an, vor allem wenn Lido Pimienta ihren merkwürdig unbeteiligten bzw. kühl verstrahlten Gesang drüber schweben läßt. Da ist die wundervolle und leider verstorbene Trish Keenan nicht weit entfernt. Interessant. Hat sich mit mehrmaligem Hören ganz hübsch entblättert, dieses Werk, sich aber einen Rest distanzierter Sophistication (oder sophisticated Distanziertheit, haha) erhalten. Und das raubt '"Passing Place"' vielleicht ein paar Sympathiepunkte, geht aber auf keinen Fall zu Lasten der Coolness.