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5.0 von 5 Sternen
Am Dach der Welt - eingeholt von der Vergangenheit, 7. März 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Pass. Roman (Gebundene Ausgabe)
Wieder ein spannender Roman von Renate Klöppel! Nachdem ich schon den "Mäusemörder" fast ohne Unterbrechung "verschlungen" habe, hatte ich dieses Buch mit großer Spannung erwartet. Ich bin nicht enttäuscht worden.
Mit der selben Autentizität wie in ihrem Krimi beschreibt die Autorin einen Break in der Biographie ihrer Hauptfigur Anne, der die gescheiterte Herausgeberin einer Zeitschrift auf eine Bergwanderung nach Nepal führt. Renate Klöppel nimmt ihre Leser mit in die fremde reizvolle Welt des fernöstlichen Katmandu und lässt sie die z.T. anstrengende, gefahrvolle, immer aufregende Überquerung des Passes miterleben und -erleiden.
Durch das Zusammentreffen mit Rainer, dem ihr bis dahin unbekannten Vater der Tochter ihrer toten Freundin Madeleine, erwacht in Anne die quälende Erinnerung an frühere Schuld und Verstrickung in die Aktivitäten der Revolutionären Zellen, die sie nie ganz aufgearbeitet, sondern allenfalls verdrängt hat. So entspinnt sich auf zwei Ebenen ein spannendes Drama: Tagsüber die Unbillen des Himalaja-Massivs und nachts die Albträume und Erinnerungen an die Schauplätze eigener Jugend-Verfehlungen. Der ständige Schauplatzwechsel hält den Leser bis zuletzt in Atem. Die gewählte Erzählform aus der Perspektive der Hauptfigur gibt dem Roman etwas Autobiographisches, das einen oft vergessen lässt, dass es nicht Renate Klöppel ist, die die Nächte durchgrübelt oder mit der radikalen Linken kolaboriert, sondern ihr literarisches Geschöpf Anne.
Auch dieses Buch habe ich erst aus den Händen gelegt, als die letzte Seite gelesen war.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Reise nach Nepal - eine Reise in die Vergangenheit., 17. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Pass. Roman (Gebundene Ausgabe)
Da macht sich eine eigenartig schwache Frau ("Anne") auf, um mit einer Gruppe (der grüne Treckingsack spricht wohl für den Summitclub als Veranstalter) die
8.000 Meter hohe Annapurna in Nepal zu umrunden. Wohl nicht nur, wenn man Nepal und die Tour kennt, geht von der in Ich-Form geschriebenen Schilderung
eine ganz besondere Faszination aus (ganz abgesehen davon, dass dieser Reisebericht durch Ereignisse wie einen Bergrutsch und die Konfrontation mit den
Maoisten nicht nur sehr eindrücklich geschildert, sondern auch spannend ist.) Anne verliebt sich unterwegs in einen Mann aus der Gruppe und merkt bald, dass er
etwas mit ihrer bislang totgeschwiegenen linksradikalen Vergangenheit zu tun hat. Seine Geschichte und ihre Erinnerungen führen zurück in das Jahr 1977, das Jahr
der Entführung einer Lufthansamaschine nach Mogadischu und des Todes der RAF-Häftlinge in Stammheim. Auch die Schilderung dieser Ereignisse und die von
Annes Rolle wirken sehr authentisch und ich vermute, dass da wohl nicht nur für die Trekking-Tour sondern auch für die Vergangenheit und den Charakter der
Hauptperson eigene Erfahrungen eingeflossen sind. Wie dem auch sei: „Der Pass" ist jeden Fall ein faszinierendes und spannendes Buch, wie ich es schon lange
nicht mehr gelesen habe.
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