Vier Stunden Siesta, jeden Abend Gambas al ajillo und selbst nachts noch dreißig Grad im Schatten - das ist Spanien, wie es der deutsche Tourist kennt. Von diesen Ferienklischees hält sich die Prosasammlung "Paso doble" lieber fern und widmet sich in 17 Kurzgeschichten dem echten Alltag: Eine Familie lebt sich auseinander, weil sie ihre Geheimnisse nicht einander, sondern lieber der Hündin Nacha anvertraut. Ein Mann stellt fest, dass man beim Verstecken in den Kleiderschränken von Liebschaften nette Leute kennen lernen kann. Und eine Frau beschreibt ihre Orgasmen wie intensive Tripps durch die Natur. Häufig lustig, selten schwülstig und immer typisch unspanisch stellen junge Autoren ihre Welt dar. Da ist es manchmal schon schade, dass die Texte räumlich so unkonkret angesiedelt sind, und nur Namen wie Pepe oder Carla daran erinnern, dass die Stories im Mediterranen spielen. Ein bisschen mehr Klischee hätte die Sammlung spanischer Literatur dann doch vertragen. (mh)
Kurzbeschreibung
Ein schillerndes Panoram der jungen spanischen Literatur. Fast alle Texte erscheinen zum ersten Mal auf Deutsch! Spaniens Nachwuchsautoren lassen kein Thema aus. Spanisch vorkommen wird dem deutschsprachigen Leser allerdings wenig - ein hoher Unterhaltungswert hingegen ist garantiert!