-Pas de deux- Djians Werk aus dem Jahr 1991, stammt noch aus einer Schaffensphase des Meisters, wo er bei keinem seiner Anhänger in Ungnade gefallen war. In den darauf folgenden Jahren sollten einige Djian-Jünger von Frankreichs Kultschreiber abfallen, übrigens hat sich diese Entwicklung bis heute schon fast wieder umgedreht. Der -Pas de deux- hat nicht diese strenge, klassische Handlungslinie, die zum Beispiel -Betty Blue- und -Rückgrat- aufweisen. Die Geschichte zwischen Djians Alter Ego Henri-John und Edith wird in drei Zeitebenen erzählt. Einmal aus Henri-Johns Sicht der Gegenwart, dann aus seinen Erinnerungen und aus Ediths Tagebucheintragungen. Die beiden brauchen unendlich lange, um zusammen zu finden, um letztendlich festzustellen, dass es doch nicht klappt. Ihre Ehe zerbricht und Henri-John lässt sein Leben Revue passieren, um herauszufinden, was da nicht funktioniert hat. Nichts Welt bewegendes, was Djian uns da an Inhalt präsentiert, aber: Der Djian des Jahres 1991 brauchte das auch nicht. Der Mann kann schreiben. Berichtet detailgetreu und hochinteressant über zwischenmenschliche Beziehungen, die eigenen Ängste und die Furcht, nicht geliebt zu werden. Das alles in einer Sprache, die jeder versteht und die vielleicht(aber auch wirklich nur ein bisschen) an eine französiche Bukowski Ausgabe erinnert.
Der Roman beginnt langsam und nimmt ständig Fahrt auf. Mit ein wenig Startschwierigkeiten laviert man sich über die ersten 50 Seiten, dann ist man drin in der Geschichte. Und wenn man bei Djian erst einmal eingestiegen ist, dann will man auch nicht wieder hinaus. Mein Fazit: Es gibt Bücher von Phillipe Djian, die lassen einen schweben. -Pas de deux- gehört nicht dazu. Aber um einmal kurzfristig abzuheben, reicht es alle Mal. Das ist doch schon eine ganze Menge.