Macauley Culkin gehört zu den populärsten Kinderstars aller Zeiten. Als Darsteller des "Kevin", der mal "allein zu Haus" und mal "allein in New York", war er der Namenspate für eine Armada von jungs, die auf diesen Namen getauft wurden. Denn Kevin, das hieß: süß, niedlich, clever - und optisch die perfekte Erfüllung des "Kindchen-Schemas". Kevin ließ in den Kinozuschauern "die Milch einschießen". Und dann - war er weg. Der Darsteller des Kevin wurde älter, pubertierte und aus dem kleinen blonden Jungen wurde ein auch nicht unattraktiver junger Mann, der jedoch fürderhin mehr durch Skandälchen (die Verkleinerungsform ist wohlüberlegt, denn im Vergleich zu anderen (Jung-)Stars nehmen sich die Mledungen über ihn eher harmlos aus), denn durch Filme auffiel. Tatsächlich hat er nur in wenigen Filmen mitgespielt. Als 2003 dann "Party Monster" gedreht wurde, war es eine große Überraschung für die Fans, daß ausgerechnet "ihr" braver Kevin in einem Skandalfilm über das skandalöse Leben eines skrupellosen, verdrogten Partyveranstalters der achtziger Jahre die Hauptrolle spielen sollte. Und siehe da: es ist meiner Meinung nach die Performance seines Lebens. Macauley Culkin spielt den schwulen Michael Allig mit einer Überzeugungskraft, die ihresgleichen sucht. Sein nach wie vor adrettes Äußeres steht in krassem Kontrast zu seiner erbarmungslosen Geschäftstüchtigkeit und dem brutalen Mord, der den Rahmen für die ganze Geschichte liefert. Macauley Culkin wirkt harmlos, liebreizend, sein Schwulsein aufgesetzt, und seine hemmungslosen Kostüme, die denen des Original-Michael Allig tatsächlich entsprechen, trägt er mit einer Selbsherrlichkeit sondergleichen. Genau so, wie der wahre Michael Allig in dem Buch "A fabulous but true tale of murder in clubland" von James St. James, welches diesem Film zugrunde liegt, beschrieben wird. Culkins Performance dürfte für seine Fans eine teilwiese unangenehme Überraschung gewesen sein ("Wie kann der nur?") und für seine Kritiker eine angenehme. In diesem Film stimmt alles. Übrigens auch die Musik (vorwiegend Clubmusik der 80er Jahre - darunter auch ein Stück von Nina Hagen) und die anderen Darsteller überzeugen ebenso, vor allem Marilyn Manson als versoffene Diva, die nicht singen kann und Dylan MacDermott (zur Zeit in der genialen amerikanischen Fernsehserie "American Horror Story" zu sehen) als Clubbesitzer, der Michael die Toren öffnet und seine extravagenten Parties zuläßt.
Der Film ist unterhaltsam, schrill, launig, spannend und - einfach sehenswert.