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Party im Blitz: Die englischen Jahre
 
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Party im Blitz: Die englischen Jahre [Taschenbuch]

Elias Canetti
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 247 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1., Aufl. (Mai 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596164877
  • ISBN-13: 978-3596164875
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 462.045 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Elias Canetti
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.at-Redaktion

Im Nachlass von Elias Canetti scheint man immer wieder fündig zu werden. Schon öfters wurden weitere Bände seiner Aufzeichnungen oder neue Zusammenstellungen (zuletzt Über den Tod) herausgegeben. Mit Party im Blitz erscheint nun gewissermaßen der vierte Band seiner Lebenserinnerungen. Die Kriegs- und Nachkriegsjahre in England sollten diese Aufzeichnungen umfassen. Der Titel ist einfühlsam gewählt, denn "Blitz" wurden die Angriffe der deutschen Luftwaffe auf England während des Zweiten Weltkrieges genannt. Trotzdem ließen sich die Engländer nicht von einer "Party" abhalten.

Canetti hat in seinen letzten Lebensjahren noch selbst am Manuskript gefeilt, konnte es aber nicht mehr fertig stellen. Es existieren deshalb mehrere handschriftliche Fassungen und ein Konvolut von Tagebüchern und Notizen, aus denen nun der Band zusammengestellt wurde und das merkt man ihm auch an. Das vorliegende Ergebnis ist deshalb etwas zwiespältig. Während er in seinen großen autobiografischen Büchern, wie Die gerettete Zunge oder Das Augenspiel ungemein verdichtet, sprachlich ausgefeilt und sehr einfühlsam in der Charakterisierung der Personen ist, so gibt es hier Brüche.

Manches erscheint grob skizzenhaft, fast holzschnittartig. Viel stärker kommt hier eine egozentrische, eifersüchtige Person zum Vorschein, die sich eine Position erst erkämpfen musste, denn als Autor war Canetti von seinem früheren Publikum abgeschnitten und in England kannten ihn nicht viele. Die Abgeklärtheit und Souveränität fehlt mitunter, wenn er in harschen Worten über andere Kollegen urteilt. Etwa wenn er T.S. Eliot als "abgrundschlecht" bezeichnet oder seine späten Stücke schlicht als impotent abtut. Auch Iris Murdoch, deren Liebhaber er einige Zeit war, kommt nicht besser weg. Andere Szenen hingegen zeigen den großen souveränen Autor, der feinfühlig die Angst der Menschen vor den Bombenangriffen beschreibt. Trotz aller Unausgewogenheit ist man vielleicht Canetti in diesen Aufzeichnungen näher und das macht sie wieder lesenswert.

Im Gegensatz zu den anderen Ausgaben seiner Lebenserinnerungen wurde der Band mit Fotos ausgestattet sowie mit Anmerkungen, einem Register und einem ausführlichen erklärenden Nachwort von Jeremy Adler versehen. --Tobias Hierl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"An Glanz der Formulierungen, an Knappheit und Konzentration steht dieser letzte Band den vorangehenden ... nicht nach."
Andreas Isenschmid, Neue Züricher Zeitung, 3.8.03

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sollte man gelesen haben 11. September 2003
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Der englische Teil von Canettis Autobiographie fällt zwar gegenüber den drei ersten Teilen etwas ab, nichtsdestoweniger ist aber das vorliegende Buch in jedem Falle lesenswert. Teilweise gibt sich Canetti eitel, zänkisch und arrogant. Der Abschnitt über Iris Murdoch wirkt wie kleiner Rachefeldzug gegen diese Schriftstellerin. Der Schöpfer von "Masse und Macht" stellt sich hier sehr menschlich und angreifbar dar.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Jolimo
Format:Gebundene Ausgabe
Ich halte Canetti für einen der bedeutendsten Dichter und Denker des 20.Jahrhunderts - auch nach der Lektüre dieses Buches. Denn ich will gleich sagen, dass 'Party...' für mich eine gelinde oder auch größere Enttäuschung war, vor allem weil ich seine drei früheren autobiographischen 'Romane' so schätze. Für Canetti-Bewunderer sind die drei Sterne. Wer wenig oder nichts von ihm gelesen hat, sollte vieles oder alles andere von Canetti diesem Buch vorziehen.
Warum enttäuscht? Zunächst vielleicht aus falschen Erwartungen, die allerdings vom Untertitel 'Die englischen Jahre' genährt werden. Man liest fast nichts von Canettis Lebensumständen in diesen vielen Jahren, fast nichts über seine Arbeit an 'Masse und Macht', fast nichts über englische Verhältnisse außerhalb intellektueller Kreise, kaum etwas über den Krieg. Zwei Dinge stehen im Vordergrund: eine kritische Sicht 'Englands', fast reduziert auf die zwei Stichworte 'Gefühlskälte' und 'Hochmut' (speziell bei den 'parties' der intellektuellen Schicht) und die Darstellung einzelner Personen (von denen nicht wenige auch dem belesenen Deutschen bisher unbekannt waren), reichend von belanglosen vier Zeilen (zu Henry Moore, dem Bildhauer) bis zu vielen Seiten (über die Schriftstellerin Iris Murdoch, für gut 2 Jahre Canettis Geliebte). Vieles nicht ohne Interesse, aber nicht zu einem England-Bild sich rundend.
Enttäuschung aber auch, weil man keinen zusammenhängenden Canetti-Text erhält; stattdessen vorläufige Entwürfe, Skizzen, manchmal nur Notizen aus den frühen 90er Jahren, deren Zusammenstellung nicht von Canetti stammt und die er so - unbearbeitet, auch stilistisch nicht durchgearbeitet - wohl nicht veröffentlicht hätte. Auffallend auch der gänzliche Mangel an Humor, fast eine Todsünde für ein Buch über England, sowohl im Sinne von Ironie und Wortwitz als auch von gütigem Verständnis und Abgeklärtheit.
Im Gegenteil. Es gibt leider Passagen, in denen man einen herzlich unsympathischen Canetti kennen lernt. (Nein, ein Schriftsteller muss nicht sympathisch sein, aber von Canetti hörte man bisher viel, was ihn als liebenswürdigen Menschen und als helfenden, verständnisvollen Zuhörer erscheinen ließ.) Er selber scheint in seinen Urteilen 'hochmütig'. Dass er jemand gelten lässt, ist schon viel. Dass er sich selbst für bedeutender hält, wird störend deutlich, auch wenn er wohl fast immer Recht hat. Und wie 'gefühlskalt' er sein kann, bis zur Grausamkeit, zeigt besonders der erwähnte Abschnitt über Iris Murdoch. Nahezu entsetzt registriert man als Leser, welche bösartigen Notizen sich ein Mann über eine vor gut 50 Jahren Geliebte gemacht hat. Auch Jeremy Adler, dessen Nachwort in vielem hilfreich ist, windet sich fassungslos in vergeblichen Erklärungen. Womit hat die arme Iris Murdoch - sie starb 1999, alzheimerkrank - diese Roheit verdient, womit hat sie Canetti so verletzt, dass er jeden menschlichen Anstand verliert, dass er z.B. ihre Unterwäsche kritisieren muss? Er könne sie nicht 'ernst nehmen', hören wir, aber offensichtlich nimmt er sie noch als fast 90jähriger so ernst, dass er nur mit Hass an sie denken kann und weitaus die meisten Seiten über sie notiert. Nein, ich weigere mich zu glauben, dass Canetti dem unveränderten Druck dieser vernichtenden Seiten zugestimmt hätte. Frage: Mussten sie überhaupt gedruckt werden?
Vielleicht musste ja das ganze Buch nicht gedruckt werden, auch wenn es, teilweise im negativen Sinne, Neues bringt? Hoffentlich findet sich im Nachlass Canettis noch manches, das einen Druck ganz entschieden lohnt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sympathisch ist anders. 30. Januar 2008
Format:Taschenbuch
"Party im Blitz" wurde nach Canettis Tod, 2005, veröffentlicht, und blieb Fragment. Es handelt sich um ein autobiographisches Werk, in welchem Canetti seine Erlebnisse in England, wo er, seit der Flucht aus Wien 1938 bis 1971 lebte. Versucht Canetti seine Erinnerungen wiederzugeben - das Buch entstand erst viele Jahre nach seiner Zeit auf der Insel-, so sind dies vor allem Erinnerungen an Persönlichkeiten der englischen Gesellschaft, Maler, Dichter, Literaturkritiker, oder Liebschaften. Vom Krieg selbst erfährt der Leser wenig, und wenn in Canettis Welt doch der Krieg einbricht, so geschieht dies als unterhaltsame Untermalung einer Party, nämlich als der Himmel von den Blitzen der Fliegerangriffe erhellt wird. Auch über seine Frau Veza, oder ihren Tod - sie starb 1963-, erfährt man wenig. Dies führt dazu, dass es sich keineswegs um eine vollständige Autobiographie dieser Zeit im Leben Canettis handelt. Wer bereits die drei ersten Teile der Autiobiographie ("Die gerettete Zunge", "Die Fackel im Ohr", "Das Augenspiel") gelesen hat, wird hier einem völlig anderen Canetti, einem völlig anderen Stil begegnen. Zwar ist er auch in London Beobachter, der Kontakt zu Menschen und Gespräche sucht, jedoch tut er dies ohne der jugendlichen Neugier von der er in Wien besessen gewesen zu sein scheint. Auch wird selten eine Bekanntschaft in London so hingebungs- und respektvoll beschrieben wie etwa Dr. Sonne aus dem Augenspiel. Stattdessen übt Canetti Kritik an den Menschen, an den langweiligen Parties, am Hochmut der Engländer, und am literarischen Werk seiner Zeitgenossen, etwa T.S. Eliot, und gibt sich dabei selbst nicht unbedingt von der sympathischsten Seite.

Als "Erstkontakt" mit Canetti nicht empfehlenswert, für Bewunderer jedoch schwer umgehbar.
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