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Partiepaket Alt, Kafka (Sonderausgabe) [Taschenbuch]


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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Beck, C H; Auflage: 1 (21. Mai 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406900968
  • ISBN-13: 978-3406900969
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Peter-André Alt
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eberhard Falcke, der Peter André Alts Kafka-Biografie den Hörern des Norddeutschen Rundfunks in den höchsten Tönen zur Lektüre empfahl, hat völlig Recht: Dieses Buch "hat das Zeug zum Standardwerk."

-- Ein Standardwerk, das mit dem Leben dieses (nicht nur literarischen) Sonderlings sehr eindrücklich auch die Gestimmtheit des späten 19. und frühen 20. Jahrhundert porträtiert. Neue Einsichten in das Werk und dessen Verfassers Innenleben gewährt Alt mit einer ganzen Reihe von in den Fluss seiner glänzend geschriebenen Lebenserzählung eingefügten Werkinterpretationen, die den geistigen und psychischen Kontext souverän zur Darstellung bringen. Im Spiegel von äußerem wie innerem Leben und dem mit diesem mehr als bei irgendwem sonst innig verschränkten Werk werden die kulturellen und geistigen Strömungen sowie die politische Zeitläufte in der Perspektive des Ausnahmeliteraten sichtbar gemacht. Dessen Blick auf die geschichtlichen Ereignisse freilich ist ein merkwürdig distanzierter: "Die gravierenden Zäsuren, die Europa am Beginn des 20. Jahrhunderts bestimmen, spielen für Kafkas Leben scheinbar keine Rolle", finden aber immerhin hier und da als "literarisches Ereignis" Verwendung, wie etwa die russische Revolution 1905 für Das Urteil. Seine eigentliche Inspiration jedoch schöpfte Kafka -- man möchte sagen: zum Glück -- "nur in Bruchteilen aus den Zonen der externen Realität".

Nach seiner völlig zu Recht hoch gelobten zweibändigen Schiller-Biografie ist Peter-André Alt abermals ein großer Wurf gelungen! --Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kafka für Kenner 27. Mai 2007
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
diese Biographie ist wohl die umfangreichste deutsche Kafkabiographie, welche momentan auf dem Markt ist. im Gegensatz zu Rainer Stach und Klaus Wagenbach, gibt Peter Andrè Alt einen Überblick über Kafkas Leben von der Kindheit über die Studenten und Berufzeit bis zum Tod.
Alt stellt Kafkas Leben immer im Bezug zu seinem Werk dar. auf diese Weise bekommt man ein Gefühl dafür, wie das Werk dieses Autors entstanden ist und wie vielschichtig die Einflüsse sind, die zu den Texten geführt haben. Er stellt den Autor im komplexen Geflecht von Beziehungen und den Problemen seiner Zeit dar. Alt gibt ausführliche Deutungen zu allen Texten, der Bände "Betrachtungen" "Ein Landarzt" und "ein Hungerkünstler" sowie zu den Standarderzählungen "Die Verwandlung", "das Urteil" und "In der Strafkolonie"
den Romanfragmenten widmet Alt 3 seperate Kapitel in denen die komplexen Themen und Ebenen der Romanen analysiert werden. hier wird wieder der enge biographische Zusammenhang deutlich. Er beschreibt ausführlich, welche Einflüsse zu den Romanfragmenten geführt haben.

Weiterhin geht er ausführlich auf alle Liebes- und auf wichtige Familienbeziehungen Kafkas ein.
Dieses Buch setzt allerdings eine große Kenntnis von Kafkas Werk voraus. da man ansonsten die Deutungsansätze nicht versteht. der Autor findet neben aller Werkanalyse jedoch immer wieder in Kafkas reales Leben zurück.
manchmal nehmen die Bezüge die Kafkas Werk in seine Zeit einordnen sollen, etwas überhand.
Dieses Buch eignet sich hervorragend für Leser die Kafka bereits kennen und nun tiefer in sein Werk einsteigen wollen.
Weiterhin eignet es sich aufgrund der vielen Deutungsansätze sicher gut für Germanistikstudenten, die Kafka nicht mögen, sich aber mit ihm beschäftigen müssen. Das Werk bietet hier eine solide Grundlage für die Interpretation.
Ein weiteres Plus ist ein Werkverzeichnis am Ende des Buches. dieses ermöglicht ein schnelles nachschlagen bestimmter Texte.

Alt nutzte für dieses Buch eine enorme Anzahl von Quellen. zu den Primärquellen gehören neben sämtlichen kritischen Ausgaben von H.G.Koch auch die alle bisher erschienen Bücher der historisch Kritischen Ausgabe von R. Reuß, sowie zahlreichen Ausgaben von M. Brod und den amtlichen Schriften somit ist der Ausgangspunkt der Biographie ein vielschichtiger und auf aktuellste Forschungen basierender Ausgangspunkt.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thomas Reuter TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts sind zwei gewichtige Biographien über Franz Kafka erschienen. Eine von Rainer Stach, Kafka-Experte und Publizist, die andere von Peter-André Alt, Professor für Literaturwissenschaft. Welcher ist der Vorzug zu geben?
Zunächst einmal ist der Widerspruch zu bestätigen, den Stach in der Einführung seiner auf drei Bände angelegten Biographie feststellt: dass nämlich der Autor, der wie kein anderer eine ganze Generation von Schriftstellern prägen sollte, bisher mit keiner großen Biographie in deutscher Sprache bedacht wurde - freilich von der Biographie über Kafkas frühen Jahre von Klaus Wagenbach aus den 50er Jahren abgesehen. Nun sind es gleich zwei, beide sind ungeheuer gelehrt, in Form und Stil könnten sie jedoch unterschiedlicher nicht sein.
Beginnen wir mit Stachs Biographie. Sie ist angelegt auf drei Bände. Ihr erster trägt den Titel "Die Jahre der Entscheidungen", behandelt lediglich die Jahre 1910-1915, und ist im Umfang bereits so stark wie Alts einbändige Biographie, nämlich etwa 650 Seiten. Stachs zweiter Band umfasst die letzten Jahre Kafkas und der noch nicht erschienene Band über Kafkas Anfänge wartet auf die Freigabe des Nachlasses von Max Brod. Macht sich der dreifache Umfang Stachs in der Tiefe der Erkenntnis über Kafka bezahlt? Ich meine nein! Der übergroße Umfang der Biographie ist dem Verfahren Stachs geschuldet, der in seinem Schreiben den Menschen Kafka szenisch aufleben lassen will. Über weite Strecken scheint der Leser Kafkas Umwelt, seine Gefühlswelt usw. aus dessen Perspektive wahrzunehmen. Das braucht natürlich immensen Raum und ist auf die Dauer ermüdend. Das Verfahren gibt den ungeheuren Detailreichtum vor, aber der Leser fragt sich bald: will man's eigentlich so genau wissen. Die hunderte Seiten, in denen der Briefverkehr mit Felice Bauer wiedergegeben werden, treiben den Leser an die Grenzen seiner Kooperationsbereitschaft. Allerdings - sich abwendend von der unendlichen Seitenflut Stachs - spürt man einen immer stärkeren Drang, sich den Texten Kafkas selber zuzuwenden und das mag man vielleicht als positiven Nebeneffekt gelten lassen. Stach selber kümmert sich nicht intensiv um die Texte - bei ihm steht der Mensch Kafka tatsächlich im Vordergrund. Dies ist schade, zumal der Leser hierdurch wirklich das Gefühl entwickelt, es handele sich doch eigentlich um einen psychisch kranken Menschen statt um einen hochkarätigen Literaten. Zugute halten muss man Stach, dass ihm selber literarisch ansprechende Passagen gelingen und treffende Formulierungen, die man genießen kann. Aber da es nun einmal um Kafka geht und man hin und wieder auch bei Kafka selber reinblättert, verblasst natürlich auch dieser Eindruck.
Nun zu Peter-André Alts Biographie "Franz Kafka - Der ewige Sohn". Alts Biographie ist grandios. Sie vermag nicht nur fesselnd und in anspruchsvoller Sprache das Leben Franz Kafkas zu erzählen, sondern gibt auch einen großartigen Einblick in die Welt Prags zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So gibt es verschiedene Exkurse in die Welt der Juden in Prag, die technische Entwicklung der Zeit, Zionismus, Theaterwelt in Prag, das Verhältnis der Tcheschen zu den Deutschen usw. Alles Diskurse, an denen Kafka regen Anteil nahm. Alt zeigt auch, dass Kafka keineswegs monolithisch und aus der Zeit gefallen alleine mit seinem Werk dasteht, sondern knüpft hoch-interessante Verbindungen zu vergleichbaren Literaten der Zeit. Hierdurch gewinnt der Leser ein realeres Bild von Kafka. Alts Biographie ist darüber hinaus die eines Literaturwissenschaftlers. Dankbar nimmt der Leser wahr, dass Alt intensiv auf die Texte Kafkas eingeht und sie für den Leser auf dem Boden der bisherigen Forschung auslegt. Freilich setzt das eine grobe Kenntnis der Texte Kafkas voraus und außerdem eine gewisse literaturwissenschaftliche Bildung, da man sonst gewisse Zusammenhänge, die manchmal lediglich durch ein noch akzeptables Name-dropping erläutert werden, nicht so einfach nachvollziehen könnte.
Also zum abschließenden Urteil: Wer bei der Lektüre einer Biographie gerne in das Leben dieses Menschen versinken will, es miterleben und mitfühlen will und dies auch gut erzählt sein soll, greife zu Rainer Stach. Wer ein umfassendes Bild von Franz Kafka, den Menschen in seiner Zeit , vor allem aber, wer etwas über Kafkas Literatur erfahren will, der greife zu Peter-André Alt.
Mir hat Alt in jedem Falle mehr zugesagt.

Thomas Reuter
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Grandios 5. September 2010
Von M. Gerds
Format:Gebundene Ausgabe
Peter-André Alt liefert mit "Der ewige Sohn" eine grandiose Biografie von Franz Kafka ab. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass es dem Autor gelingt, Kafkas Wirken in die Phänomene der Zeit einzuordnen. So ist dieses Buch nicht nur eine reine Abhandlung von Kafkas Leben -- vielmehr werden die zahlreichen Nebenschauplätze äußerst faktenreich umrissen. Hierbei reicht das Spektrum von geschichtlichen Themen, wie den Konflikten zwischen Tschechen und Deutschen in Prag, religiösen Themen (assimiliertes West- vs. Ostjudentum) bis zu Aspekten wie Psychoanalyse, Literaturgeschichte, Traumdeutung und zahlreichen anderen Feldern. Der Leser enthält somit einen sehr tiefgehenden Einblick in den zeitgeschichtlichen Kontext von Kafkas Wirken.
Wie bereits in anderen Rezensionen erwähnt, sollte man bereits mit dem Werk Kafkas vertraut sind, insbesondere mit den drei Romanen, da diesen in Alts Buch jeweils ein ganzes Kapitel gewidmet ist. Auf sämtliche andere Werke geht der Autor hermeneutisch teils sehr tief ein, sodass auch hier eine gewisse Kenntnis zweckdienlich ist.
Für einige Leser wird sicher die Sprache von Alt gewöhnunsbedürftig sein. Der Autor drückt sind sehr gewählt aus, was aufgrund der hohen Anforderungen hinsichtlich einer präzisen Ausdrucksweise durchaus vonnöten ist. Es schadet somit nicht, während der Lektüre ein Wörterbuch in Reichweite zu haben.
Zusammengefasst kann festgehalten werden, das Alts Buch eine hervorragende Biografie von Franz Kafka und meines Erachtens sogar die beste Biografie überhaupt ist, die ich jemals die Freude gehabt habe zu lesen.
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