Zuerst gekauft, weil es gerade günstig war; dann aufgelegt, um es einfach mal durchzuhören. Angenehme Überraschung: Die meisten Nummern wollte ich im Anschluss gleich noch einmal hören. Der Parnass ist hier in Feierlaune wegen eines britisch-niederländischen Ehebundes und nutzt dies, um verschiedene musikalische Modi zu erproben. Dabei wird keineswegs nur beschwingt gejubelt und getanzt, sondern auch ergreifend geschmachtet und geklagt; überhaupt dominieren für mich eher die verhaltenen, lyrischen Reize.
Das mag zum Teil an der Interpretation liegen, der man vielleicht keinen allzu hohen Oktangehalt bescheinigen kann, die sich aber auch von sämtlichen mehr oder weniger authentischen Exzessen zeitgenössischer Barockinterpretation fern hält. Die Gesangsleistungen nicht durchgehend makellos, aber auch ohne Ausfälle; neben Carolyn Sampsons Clio würde ich Lucy Crowes trauernden Orpheus hervorheben.