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Parlando
 
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Parlando [Taschenbuch]

Bodo Kirchhoff
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 535 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 3., Aufl. (Dezember 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596156335
  • ISBN-13: 978-3596156337
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,8 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 319.726 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Bodo Kirchhoff
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Karl Faller sitzt in Untersuchungshaft. Er war neben einer Frauenleiche gefunden worden und hatte diesen Mord gestanden. Und bei der Gelegenheit auch gleich noch den an einem früheren Lehrer, der ihn misshandelt hatte, den an seiner Mutter und den an seinem Vater. Vor allem den an seinem Vater. Denn dieser, ein bekannter Reiseschriftsteller aus der 68er-Generation, der in viel zu jungen Jahren Vater geworden und in dieser Rolle stets heillos überfordert war, war die alles beherrschende Person in Karls Leben gewesen. Karls Vater-Besessenheit ging so weit, dass er -- einem modernen Ödipus nicht unähnlich -- stets alles daransetzte, die abgelegten Frauen seines berühmten Vaters zu erobern, und das waren nicht gerade wenige. Doch nun hatte er dem ein Ende gesetzt: Wie Ödipus hat er seinen Vater umgebracht -- behauptet er.

Die Staatsanwältin, der Karl in aller Ausführlichkeit diese Geschichten erzählt und vor der er auf diese Weise sein ganzes Leben ausbreitet, glaubt ihm kein Wort. Sie beweist ihm seine Unschuld, in jedem einzelnen Fall. Er kommt wieder frei, aber damit ist die Sache noch lange nicht zu Ende -- für ihn nicht und für den Leser auch nicht. Karl macht sich auf die Suche nach dem, was sein Vater gewesen ist. Und die Staatsanwältin, an seiner Geschichte so interessiert wie an ihm, folgt ihm.

Bodo Kirchhoffs neuer Roman handelt von der Suche nach der eigenen Identität durch die Suche nach der Identität des Vaters, der immer unerreichbar und doch zu nah dran war am Leben des Sohnes. Auch wenn sich die Handlung manchmal etwas arg schleppend voranbewegt -- Parlando ist in seiner Obsessivität ungeheuer lebendig, ist auf beeindruckendste Weise kraftvoll erzählt. Ein virtuoses, ein großes Buch. --Christoph Nettersheim -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 01.09.2001
In Bodo Kirchhoffs neuem Roman sterben die Figuren wie die Fliegen. Und trotzdem ist der Krimi-Plot ein Bluff, schreibt Martin Krumbholz, denn in den meisten Fällen ist höhere Gewalt, nicht Menschenwerk im Spiel. Geplant war, weiß der Rezensent, "Parlando" als kosmopolitischen Liebesroman und groß angelegten Versuch über Liebe, Phantasie und Fiktion auszugeben, doch für Krumbholz ist dieses Unternehmen aus zwei Gründen gescheitert. Einmal ist ihm die dramaturgische Grundkonstellation des Vater-Sohn-Verhältnisses zwischen dem Reisebuchschreiber Kristian Faller und dem Protagonisten Karl Faller, einem Krimiserienautor, unplausibel. Zum anderen stört sich der Rezensent am Titel den Buches, der ihm beiläufig-geschmeidiges Plaudern suggeriert, während Kirchhoffs Sprache aber alles andere als süffig und flüssig sei. Im Gegenteil, Krumbholz findet Kirchoffs Stil eher monoton und langatmig, seine Sätze klingen ihm noch nach der Lektüre wie das "unermüdliche Klappern einer deutschen Erzählmühle" in den Ohren.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sprachlich genial 19. Februar 2004
Format:Taschenbuch
Parlando ist ein häufig besprochenes Buch und grundsätzlich scheint es ganz klar zu polarisieren. Für mich persönlich ist es ein ganz aussergewöhnliches Buch. Eine märchenhafte Abenteuerreise, ein Blick zurück in die Kindheit und das Erwachsenwerden, ein unklarer Blick in die Zukunft aus Sicht des Protagonisten, eingebettet in eine sehr anspruchsvolle, phantastische Sprache. Das Buch beschreibt etwas, was uns alle ausmacht, nämlich die permanente Suche nach uns selbst. Ich erinnere mich an Sätze, die mich derart begeistert haben, dass ich die Seitenzahlen notiert habe, um sie wiederzufinden. Man muss sich auf dieses Buch einlassen. Es ist nichts, was man im Urlaub am Strand liest. Aber das Einlassen lohnt sich. Ich hätte auch 6 Sterne vergeben!
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Jeder Autor, der Sprache als Material für Literatur benutzt, neigt dazu, sie entweder zu verknappen (z.B. Kafka) oder aber sie aufzublähen (z.B. Walser). Bodo Kirchoff bläht auf, beschreibt wortreich und lähmend genau die Beiografie eines ca. 50jährigen Frankfurters, der, besessen von der Vergangenheit, der Spur seines verstorbenen Vaters folgt und mit dessen Partnerinnen Sex hat, als könne er ihn auf diese Weise besiegen. Mehrere Todesfälle, die Faller für das Werk eigener Handlungen hält, erweisen sich als Zufälle, mit denen er wenig zu tun hat. Da der Autor die Geografie unseres Planeten kennt, läßt er seinen Protagonisten von Frankfurt nach Lissabon, nach Marokko, Moskau und schließlich Mexico City reisen, was genaue Schilderungen fremder Orte ermöglicht. Wer sich vom sehr wortreichen, gelegentlich etwas langatmig erscheinenden Erzählmodus nicht abschrecken läßt, wird mit einer insgesamt überzeugenden Darstellung der verquasten Psyche eines Mannes belohnt, der noch als Erwachsener auf der Suche nach seiner Identität ist. Er wird sie gewiß nicht finden, so lange er den Wegen seines vom Sex besessenen Vaters folgt. Daß sogar eine kluge junge Staatsanwältin dem Charme des Erzählers erliegt, erscheint allerdings unwahrscheinlich. Auch daß er ein in Marokko aufgewachsenes Objekt der Begierde seines Vaters in der Bordell-Szene Mexikos aufspürt, ist nicht minder unwahrscheinlich. Aber muß ein Roman realistisch sein? Dieses Buch wirkt auf mich wie eine umfangreich angelegte Psycho-therapie für einen Sohn, der noch als Erwachsener mit seinem Vater hadert. Die souveräne Beherrschung der Sprache läßt diesen Roman auch für jene lesenswert erscheinen, die von Ödipus' Poblemen frei sind. Die Frauenfiguren in diesem Roman dürften den meisten Leserinnen allerdings kaum gefallen: so sexuell bedürftig, wie sie sich der Autor vorstellt und vielleicht zu wünschen scheint, sind Frauen gewöhnlich nicht.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
EINE LEBENSBEICHTE 9. April 2006
Format:Taschenbuch
Durch den genialen SCHUNDROMAN bin ich auf Bodo Kirchhoff aufmerksam geworden, weshalb es keine Frage war, daß ich mich auch für PARLANDO interressierte. Ich habe allerdings fast ein Jahr gebraucht, um nach dem Kauf mit dem Lesen anzufangen, so schwierig war der Anfang. Denn der Schreibstil Kirchhoffs ist mehr als gewöhnungsbedürftig. Am Ende lohnt es sich aber tatsächlich.

DIE STORY:

Die Schwierigkeit beim Schreibstil Kirchhoffs (in PARLANDO!) setzt sich natlos bei einer Beschreibung des Inhalts dieses Buches fort. Frank Faller - eigentlich der richtige einzige Protagonist der Geschichte, die sehr Ich-bezogen ist - wird am Neujahrsmorgen am Frankfurter Opernplatz bewußtlos neben einer Frauenleiche aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Zuständige Staatsanwältin ist Suse Stein. Faller gesteht den Mord. Staatsanwältin Stein glaubt ihm nicht. Es folgt - zunächst in einem langem Dialog (eigentlich mehr Monolog) Fallas im Rahmen seiner Vernehmung - eine "Reise" in seine Vergangenheit. Er erzählt der Staatsanwältin seine Lebensgeschichte in der einige Liebesaffären und kurioserweise einige weitere Todesfälle eine wichtige Rolle spielen. Faller scheint das (Liebes)Leben seines Vaters, der frühzeitig seine Frau (Fallers Mutter) verlassen hat, "nachleben" zu wollen. Hierbei entführt uns Faller in exotische Ferienregionen immer auf der Suche nach der ursprünglichen Liebe und offensichtlich auch nach seiner eigentlichen Vergangenheit, bis dies alles wieder in einem Mord endet und am Ende steht die Frage, war Faller denn nun der Mörder oder nicht? Und dies zu beantworten - im Sinne einer Schuldfrage - obliegt dann doch nach 536 Seiten dem Leser.

FAZIT:

Ein Buch das tatsächlich nahezu ausschließlich von der Sprachgewalt seines Autors und nicht von der Geschichte, die es erzählt lebt! Weil Kirchhoff nahezu "ohne Punkt und Komma", wie der Volksmund sagen würde, erzählt, ist es anfangs relativ schwierig, den Einstieg zu finden. Ist man aber erst einmal `drin und von dem Schicksal Karl Fallers gefesselt und gefangen, treibt einen die voyeuristische Neugier immer weiter und immer tiefer in das emotionale Geflecht dieser so fatalistisch angelegten Hauptfigur des brilliant erzählten Romans. Und am Ende steht einfach die existentielle Frage unseres Strebens und Daseins. Wirklich lesenswert und ... anspruchvoll!

Deshalb (unbedingt) viel Spaß beim Nachlesen!

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