Die dritte Staffel von "Parker Lewis - Der Coole von der Schule" stellt im Vergleich zu den beiden ersten Staffeln in der Tat einen Stilbruch dar. Man könnte sagen, die Serie "Parker Lewis" wurde weiterentwickelt. Nur, in welche Richtung und gefällt es auch dem Publikum? Wie schon erwähnt wurden viele tragende Elemente und Personen der Serie einfach entfernt und Seriencharaktere wurden gestrichen bzw. hinzugefügt. Vieles, was Parker Lewis in den ersten beiden Staffeln ausgezeichnet hat, ist weggefallen oder wurde in den Hintergrund gedrängt. So z.B. Jerry's Zaubermantel, die Ausredenkartei, der Uhrenvergleich zw. den drei Highschool-Kumpels, Miss Musso's zerspringende Glasscheibe wenn der Daumen hochging, die Schulspinde aus denen so einiges herausgezaubert wurde, die schnellen und zackigen Szenenwechsel, um mal so ein paar Elemente zu nennen.
Die aber gravierendste Veränderung ist der Wegfall von Frank Lammer (Taj Johnson), Parker Lewis "Erzfeind" bzw. Gegenspieler an der Santo Domingo High School und Miss Mussos Handlanger. Damit verliert sich ein wesentlicher Handlungsstrang der vorangegangenen Staffeln. Auch Dr. Norman Pankow, der charismatische Verehrer und zugleich Schulleiter einer anderen Highschool und somit Konkurrent von Miss Musso, bekommt keinen weiteren Auftritt. Wer erinnert sich nicht daran, wie der Blitz zw. ihren Nasen zuckte, als sie sich küssen wollten?
Neu hinzu kommt hingegen Coach Hank Kohler (John Pinette), der kleine moppelige Trainer, der das Sport- und Freizeitzentrum in Santo Domingo leitet, wo die Schüler und Lehrer ihre Sommerferien verbringen. Wie es kommen muss, verliebt dieser sich in Miss Musso und wirkt dabei doch recht trottelig, ohne das man das Gefühl bekommt er passt so richtig in die Serie. An die Stelle als neuer Gegenspieler von Parker Lewis tritt der Maurer Brad Penny (Harold Pruett, im wahren Leben im Jahre 2002 im Alter von 32 Jahren verstorben). Brad Penny ist gut aussehend, sportlich, durchtrainiert und maskulin. Dadurch zieht er zunehmend die Aufmerksamkeit der Highschool Damenwelt auf sich. Als Brad Penny dann wieder die Schulbank drückt, sieht Parker Lewis bald ganz seine Felle wegschwimmen. Grundsätzlich ist die Figur Brad Penny keine schlechte Idee, aber die Handlung hat nichts mehr mit der ursprünglichen Idee und Handlung von Parker Lewis zu tun. Doch auch Parker Lewis hat sich verändert, spürt man doch richtig wie er manchmal unter Annies Fittichen steht. Und auch Shelly hat sich zum kleinen Mädchen, dass nur ihren großen Bruder ärgern will, zur frühpubertären jungen Frau entwickelt, sie sich prompt in Brad Penny verkanllt..
Dennoch gehört die 3. Staffel von Parker Lewis für mich, wie die Butter aufs Brot, immer noch zur Serie dazu!! Schon alleine der Beginn der 3. Staffel mit Sommer, Sonne, Schulferien und den Lautsprecherboxen aus denen "Cruel Summer" tönt, wecken Sehnsüchte und Erinnerungen. Nicht zu vergessen als sich Shelly in Brad verliebt und ihm sehnsüchtig unter Einspielung der bekannten Filmmusik "Take My Breath Away" hinterherschaut, als dieser zwischen den Rasensprengern davon marschiert.
Leider wurde versucht die Serie zu radikal zu reformieren, das konnte kaum gut gehen. Es machte den Eindruck, Parker Lewis sollte realer werden oder zu einer Jugendserie à la Beverly Hills 90210 oder Melrose Place transformiert werden, was natürlich nur schief gehen konnte. Oder mussten die Macher einfach nur Geld für aufwendige digitale Bearbeitungen sparen? Auch wenn das Tempo der Serie und die Special-Effekte nachließen und Parker Lewis fast weniger cool als Brad Penny erschien, gehört die Staffel 3 für mich dazu und ist keinesfalls nur Lückenfüller zur Vollständigkeit. Zu schön sind einfach die Erinnerungen oder die Vorstellung an die Santo Domingo High School...