Kurzbeschreibung
Die Ansichten Mathilde Vollmoellers beeinflußten die Meinungen Rainer Maria Rilkes über die europäische Malerei der Wende zum 20. Jahrhundert. Von 1906 bis 1920 tauschten sich die Malerin und der Schriftsteller über Kunst und Literatur wie auch über Alltägliches brieflich aus.
Autorenporträt
Rilke (1875-1926)
, der Prager Beamtensohn, wurde nach einer erzwungenen Militärerziehung 1896 Student, zuerst in Prag, dann in München und Berlin, weniger studierend als dichtend. Die kurze Ehe mit der Bildhauerin Clara Westhoff in Worpswede löste er 1902 auf. Er bereiste darauf Italien, Skandinavien und Frankreich. In Paris schloß er Bekanntschaft mit Rodin und wurde dessen Privatsekretär. Bereits nach acht Monaten kam es zum Bruch. Es folgten unstete Jahre des Reisens mit Stationen in verschiedenen Städten Europas. Nach seinem Entschluß zur Berufslosigkeit und zu einem reinen Dichterdasein war Rilke zu jedem Verzicht bereit, wenn es dem Werk galt. Er opferte sein kurzes Leben seiner Kunst und gewann Unsterblichkeit.
Im Ersten Weltkrieg war er zur österreichischen Armee eingezogen, wurde aber seiner kränklichen Konstitution wegen in das Wiener Kriegsarchiv versetzt. Rilke starb nach langer Krankheit in Val Mont bei Montreux.
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" ... Wenn es wirklich bei Ihnen und Ihrem Mann nicht zu viel verlangt ist: das Cezanne-Buch drei, vier Tage hier zu haben, wäre mir eine außerordentliche Befriedigung. Ich sehne mich nach etwas, was einen an die Bruchflächen des früher Gesehnen und Gefühlten anhält, selbst wenn man nicht anhielt, schon eine Weile dran gehalten zu sein, würde mir wohlthun; das Vollard'sche Buch leistete das umso eher, als ich ungemein gespannt darauf war voriges Jahr. Aber nur wenn und wann es eben für ein Kurzes entbehrlich wird.
Guten Herbst. Auch hier strahlts heute nochmal, nur sind die Bäume schon sehr weit, in der Stadt sah ich einige leere. Und vor dem Winter fürcht ich mich, ich kanns nicht leugnen. Von Herzen dankbar
Ihr Rilke."