Ich bin bekennender Frankreich-Fan. Paris ist für mich die schönste Stadt der Welt, die Sprache ein einziger melodischer Klang, die Lebensart der Franzosen unvergleichbar leicht und die Schönheit des Landes legendär. Somit ist es natürlich nicht abwegig, dass ich dieses Buch gefunden habe.
Ich liebe Hunde, auch wenn ich keinen besitze und habe mich oft beim Schmuzeln während des Lesens ertappt, wenn Edmont beschreibt, wie Menschen (besonders Frauen) auf seinen Dalmatiner JP reagieren. Von verzückender Jubelei, bis hin zu Schmuseattacken mitten auf der Straße, im Restaurant oder auf dem Blumenfeld ist alles dabei...und dabei glaubt man, dass man den Lavendelduft der vielen Felder riecht und vor sich sieht.
Man sieht Edmont und JP direkt vor sich; den Hund mit Ledermütze und Brille auf der Fußstütze einer '63er Vespa. Wobei Edmont den Spagat zwischen Hundekitsch-Roman und Reiselektüre wunderbar schafft. Etwas schade fand ich, dass der Verlag es nicht der Mühe wert gefunden hat, eine kleine Landkarte zu zeichnen, wo Edmont und JP langgefahren sind. Die Strecke wird ja ausführlich beschrieben. Den Weg von Paris in die Provence beschreibt er so trefflich, farbenfroh und intensiv, dass man sich wünschen würde, diese Reise selbst zu machen.
Leider flacht es nach dem er am Ziel angekommen ist total ab und seitenlange Plattitüden über Hunde-Deckung und deren Aufzucht ist die Folge, es dauert ein wenig, bis der Roman wieder an Schwung bekommt.
Absolutes Manko - und das hat diesem wunderbaren Buch - leider (!) - die volle Punktezahl gekostet -, ist, dass die französisch-Übersetzungen nicht vollständig sind (viele Leser werden wohl oder übel auf das kleine anschließende Wörterbuch angewiesen sein). Das finde ich persönlich sehr schade, denn dieses ganze Getue, ständig ein Wort oder Sätze in französisch einfügen zu müssen, hätte wirklich nicht sein müssen. Wer wenig oder gar kein französisch spricht, muss daher ständig blättern, da es Edmont mehrmals versäumt hat gleich die Erklärung abzugeben (bzw. fehlt die Übersetzung komplett); daher wird das kleine Werk (246 Seiten) etwas zeitaufwendig.
Fazit: Ein wunderbares Buch über eine absurde Reise mit einem Dalmatiner auf der Fußstütze einer alten Vespa quer durch Frankreich. Eine kulinarische (jedes Michelin(Sterne)-Restaurant wird aufgesucht) und farbenfrohe Reise von Paris in ein kleines Dorf in der Provence, wobei die beiden herrliche Abenteuer erleben, dass man als Leser fast selbst schon auf die Vespa steigen möchte. Dabei vergisst Edmont aber nicht, nicht nur den Hund geschickt einzusetzen, sondern auch die Eigenheiten der Franzosen zu beschreiben, das Essen zu genießen (JP ist ein Gourmet ;-)) und die wunderschöne Landschaft zu beschreiben. Ich hoffe sehr, dass die Filmindustrie auf dieses Buch aufmerksam wird! Leider ist die französisch Übersetzung mangelhaft, das anschließende Wörterbuch weist viele Lücken auf bzw. sind die ständigen eingebauten französischen Wörter/Sätze völlig überzogen und hätten wirklich nicht sein müssen.
Trotzdem ist es ein herrlicher Sommer-Roman, der so richtig in diese Jahreszeit passt, freut man sich doch auf nichts anderes mehr, als auf Sonne, Lavendel und Schmetterlinge!
Viel Spaß!