Produktinformation
|
|
Mit Vocals zwischen den Sisters und Type 0 Negative, soliden Midtempo-Riffs, diversen gelungenen Grusel-Pop-Einschüben und gut abgehangenen Gänsehaut-Arrangements schaffen sich die 69 Eyes eine Nische, die irgendwann vielleicht mal ihnen ganz allein gehören könnte. Härte und Eingängigkeit halten sich die Waage, weshalb Sisters-Fans oder HIM-Anhänger, die die Wartezeit bis zum nächsten Album von Ville Valo & Co. nicht überstehen, hier bedenkenlos zugreifen können. --Michael Rensen
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
Bereits der Opener „Crashing High" lässt die Stirn des alteingesessenen 69 Eyes- Liebhabers runzeln: Frische, fröhliche Melodien, welche man nach kurzer Zeit mitsummen und bald auch -singen kann. Das wird den einen oder anderen vermutlich stark verunsichern, da man bisweilen melancholische, traurig-schöne, man könnte meinen typisch finnische Musik zu hören bekam. Wer das auch von diesem Album erwartet, sollte sich warm anziehen, denn allzu viel ist von der ehemals gotisch anmutenden Atmosphäre nicht geblieben. „Paris Kills" bietet seiner Hörerschaft vielmehr einen Mix aus düsterer Heiterkeit und leicht verdaulichem Gothic-Pop-Rock, was nicht zuletzt an die finnischen Kollegen von HIM erinnert.
Was sich jetzt vielleicht wie ein vernichtendes Urteil anhört, sollte eigentlich nur andeuten, dass The 69 Eyes ihren Schwerpunkt hier deutlicher auf Eingängigkeit, keinesfalls aber auf Eintönigkeit gesetzt haben. Prinzipiell sind sie sich treu geblieben, zumindest was den Aspekt der Abwechslung anbelangt. Neben simpel gestrickten Tracks wie „Dance D'Amour" oder „Betty Blue" findet man natürlich auch die altbewährte Tränendrüsen-Ballade und zwar „Radical". Der Schwerpunkt des 10 Titel umfassenden Albums liegt auch hier wieder bei den Midtempo-Nummern wie zum Beispiel das optimistische „Don't Turn Your Back On Fear" oder das ohrwurmtaugliche „Forever More". Bei manchen Liedern hat man sich besonders experimentell gezeigt; so tauchen bei „Grey" zu Beginn fast orientalisch klingende Laute auf, „Stigmata" hingegen wird von einem flotten Stakkatoriff angetrieben und der letzte, knapp sechs Minuten lange Titel, „Dawn's Highway", besticht durch nachdenkliche, fast schon zerbrechlich wirkende Melodien.
The 69 Eyes haben sich mit dieser Platte die größte Mühe gemacht, ein möglichst breites Spektrum an Menschen zu begeistern, was unwiederbringlich zu der Annahme führt, dass kommerziell ausgerichtete Beweggründe dahinter stecken. Wer keine ausgereifte Komplexität, keine weltbewegenden Texte und keine revolutionäre Musik erwartet, dürfte sich mit „Paris Kills" anfreunden können. Junge Goth-Mädchen werden ihren Lieblingssänger Jyrki auch weiterhin anschmachten, ein Großteil der HIM'schen Fangemeinde wird spätestens durch dieses Album auch zum The 69 Eyes- Groupie mutieren und bei allen anderen wird sich zeigen, inwiefern sie mit der leicht veränderten Musik der Finnen auskommen können. Hätte ich nie „Blessed Be..." gehört, so käme vielleicht etwas besseres heraus, da sie aber einen derart tollen Vorgänger abgeliefert haben, reicht es ‚nur' für vier kleine, aber feine Sterne.
Anspieltipps: "Dance D'Amour" , "Radical" , "Still Waters Run Deep"
Fazit: die Eyes dreschen wieder so eingängig auf den Hooklines rum, dass man schnell um die Einzigartigkeit der Melodien fürchten muss, aber der Melancholiepegel wird dennoch wieder mit atmosphärischen Eckschlägern hochgehalten. Die Balance stimmt!
Ergo: Licht aus, Kerzen an und im Soundurwald des neu Eyes'schen Paris verirren.
"Dance with me into the night, to the serious moonlight..."
Mein Reden, Jyrki!
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|