Wie Gertrude Stein, Nathalie Clifford-Barney und Silvia Beach gehörte auch Djuna Barnes zu den Amerikanerinnen in Paris, die das kulturelle Leben der Zwanziger Jahre dort mit bestimmten. Drei ihrer später in New Yorker Zeitschriften erschienenen Artikel dieser Zeit sind in diesem wunderschönen, kleinen Insel-Bändchen enthalten.
Portraits einer Stadt, die vor allem eines sind: Liebeserklärungen!
In einem Stil, der heute vermutlich nicht einmal mehr angestrebt wird: punktgenaue Beobachtungen und elegante Formulierungen machen diese Texte zu einem ganz besonderen Lesevergnügen und rufen im Leser diese Paris-Sehnsucht wach, die man nicht näher beschreiben kann, die aber sicher viele Leser kennen...
Vor allem das James Joyce-Portrait ist hinreißend! Sie beschreibt im erstmals 1922 erschienenen Artikel seine Weltfremdheit und das Gerangel um die Veröffentlichung seines Ulysses, eine Pionierleistung der Buchhändlerin Sylvia Beach und zugleich eine Skandalchronik. In ihrem ersten Aufsatz beschreibt sie ihre Gefühle bei ihrer ersten Ankunft in Paris, ihr letzter Aufsatz ist ein Nachruf auf die "Left Bank", jene losen literarischen Zirkel, die durch den zweiten Weltkrieg in alle Winde zerstreut wurden.
In ihren Texten wird eine Erinnerung an ein Paris wach, dass im frühen 20. Jahrhundert Heimat vieler Künstler und Literaten war. Das man als Leser meint, dabei gewesen zu sein, Paris sehen, hören, riechen und schmecken zu können, ist der Kraft dieser schönen Texte zu verdanken!