An den kostbar aufgemachten Reiseführern der DuMont Visuell Reihe scheiden sich die Geister. Für die einen sind es die Könige der Reiseführer, die anderen bekommen von den vielen Bildern und dem kleinen Schriftbild Kopfschmerzen. Ich selbst besitze eine ganze Reihe dieser Reiseführer und habe sie bislang eher als Coffee Table Books genutzt, d. h. als Bücher in denen man mal ein wenig schmökert, wenn einen das Fernweh packt.
Nun war ich in Paris und hatte nur das vorliegende Buch als Reiseführer dabei. Es ergab sich also ein Praxistest, und ich war überrascht, wie gut sich dieses Buch bewährte. Im Unterschied zu meinen verehrten Vorrezensenten kam ich nämlich mit dem Duont Visuelle bestens durch die Stadt. Nach einer allgemeinen Einleitung über Geschichte, Architektur, Malerei, Literatur, Mode , Museen sowie Essen und Trinken ( jedes Thema ein eigenes Kapitel!) wird der Besucher in nicht weniger als 17 stadtteilbezogenen Kapiteln in einer geradezu enzyklopädischen Fülle durch das gesamte Stadt Paris geführt. Die Vielfalt an Aspekten aus allen Bereichen der Kultur, Geschichte und Wirtschaft, die diese Abschnitte offerieren, sind auch mit einem Dutzend Parisreisen kaum auszuschöpfen.
Die graphische Gestaltung ist bei den DuMont Visuell Reiseführern ohnehin von konkurrenzloser Pracht: die ausfaltbare zehnseitige Seinekarte sucht ihresgleichen , und auch die visuelle Präsentation des Musee d Orsay ist ein reiner Augenschmaus. Und last not least: jeder im Text erwähnte Ort ist im ausführlichen Register auch zu finden, so dass es dann kein Problem mehr darstellt, ihn auf dem 21seitigen (!) Stadtplan am Ende des Buches auch zu lokalisieren. Inhaltlich, logistisch und optisch eine Wucht!