Seit vielen Jahrzehnten werden parasitologische Kurse und Vorlesungen abgehalten, aber erst jetzt kommt ein Buch ins Regal, das nicht den Komplex Erreger-Überträger-Endwirt in Protozoologie, Heminthologie, Entomologie und Medizin zerstückelt, sondern alles unter ökologischen Gesichtpunkten vereint. Die beiden bekannten Tübinger Wissenschaftler Alfons Renz und Peter Wenk (Wenk feiert übrigens am 30. Juli seinen 80. Geburtstag) haben ihr Werk schlicht Parasitologie - Biologie der Humanparasiten genannt, und von außen ist dem eher schlicht daher kommenden Buch - trotz des spektakulären Falschfarben-Fotos von Schistosoma spec. (dem Bilharziose-Erreger) - überhaupt nicht anzusehen, was es alles in sich birgt. Im Mittelpunkt stehen zyklisch übertragene Parasitosen wie die Malaria, es folgen ausführliche Abschnitte über die Flussblindheit, Chagaskrankheit, Schlafkrankheit und und und. Bemerkenswert ist die Mischung aus klassischer Zoologie, Ökologie, Molekularbiologie und Medizin. Das Buch ist praxisnah geschrieben und reflektiert die Erfahrungen der Autoren im Freiland wie auch im Labor. Erwähnenswert sind unter anderem die schön gezeichneten und lebensnahen Abbildungen der Lebenszyklen. Stechmückenlarven leben eben nicht nur in einem Tümpel, sondern sind ebenfalls im Zivilisationsmüll wie alten Autoreifen, Blechbüchsen und Autowracks zuhause. Peter Wenk und Alfons Renz ist ein sehr lebendiges Buch gelungen, das vielen Studierenden sowie auch denen, die das alles eigentlich schon wissen müssten, Freude machen wird.