Ein neuer Lebensabschnitt soll für Martin beginnen: gerade hat er seine Ehefrau Beatrice verlassen und ist zu seiner Geliebten Helen gezogen. Für Martin scheint das Leben mit Helen wie die Erfüllung seiner Träume: Beatrice war stets nörglerisch, Helen hingegen liest ihm jeden Wunsch von den Lippen ab, ist zuvorkommend und hilfsbereit - und sie interessiert sich für seine Arbeit! Denn Martin ist gerade dabei, seine Doktorarbeit über Depression zu schreiben, mit der er ein revolutionäres Thema angreifen will. Doch trotz Helens Hilfe kommt er plötzlich keinen Schritt mehr weiter...
Da tritt die unkonventionelle 19-jährige Ruth in sein Leben, die er nach ihrem missglückten Selbstmordversuch bei einem seiner Interviews kennengelernt hat. Ruth hat selbst kurzzeitig Psychologie studiert und verfügt über ein erstaunlich umfangreiches Wissen, ist jedoch sehr labil. Frech drängt sich Ruth in Martins Leben - und bietet ihm ihre Hilfe bei seiner Doktorarbeit an. Zuerst amüsiert darüber wird jedoch Martins Interesse geweckt, las Ruth ihm einen außergewöhnlichen Themenvorschlag für seine Doktorarbeit macht: die Parasiten-Person! Laut Ruths Darstellung hat jeder depressive Mensch eine sogenannte Parasiten-Person, die dem Depressiven nach außen hin zwar zu Helfen vorgibt, sich aber tatsächlich an der Hilfslosigkeit des Kranken weidet und darin selbst aufblüht und ihre Lebensenergie tankt. Diese ungewöhnliche Theorie beginnt Ruth durch Interviews mit Betroffenen zu untermalen. Und tatsächlich: Martins Schreibblockade löst sich - doch es passieren dafür auch andere Dinge...
Ein spannender Roman, wieder einmal in typischer Celia-Fremlin-Manier mit einem Schuß wohldosiertem schwarzem Humor! Die Idee der Parasiten-Person ist außergewöhnlich und gut begründet - doch wird sie im weiteren Verlauf auch bestätigt?
C.F. schreibt in gewohntem angehemen Stil, ihre Bücher sind so fesselnd, dass man sie leicht an einem Tag durchlesen kann - man muss ja schließlich das Ende erfahren! - Dies hat mir bei diesem Buch jedoch nicht so hundertprozentig überzeugt, daher ein halber Punkt Abzug!
Ich gebe Celia Fremlin 4,5 Punkte für diese spannende Geschichte!