"Paranormal Investigations 3" - Originaltitel: "Paranormal Entity" - segelt unverkennbar im Kielwasser der ungleich erfolgreicheren "Paranormal Activity"-Reihe, ohne es freilich damit aufnehmen zu können. Die linear erzählte Story lässt viele Fragen offen, und das Ende versucht gar nicht erst, die Geschehnisse zu erklären oder Hintergründe aufzudecken. Trotz aller Bemühungen der Schauspieler, eine Atmosphäre von Angst und Beklemmung entstehen zu lassen, bietet der Film nur wenige wirklich spannende und unheimliche Momente, und die Spukphänomene sind phantasielos und unspektakulär umgesetzt - typische Genre-Versatzstücke, die in vielen anderen Filmen schon weitaus wirkungsvoller in Szene gesetzt wurden.
Bis auf wenige Ausnahmen entstammen alle Einstellungen der Kamera, die Thomas bei sich trägt. Auch damit lehnt sich "Paranormal Investigations 3" eng an "Paranormal Activity" und ähnliche Wackelkamera-Filme á la "Blair Witch Project" an. Hier gelingt es aber nicht, einen Eindruck von Unmittelbarkeit und Authentizität zu schaffen, denn eine Nähe des Zuschauers zu den Ereignissen kommt durch die Vielzahl an sinnfreien Einstellungen, die Wände, Fußböden oder Zimmerdetails zeigen, während im Hintergrund ein Dialog zu hören ist, nur selten zustande.
Dass der Film bereits in den ersten Einstellungen das Ende spoilert, trägt ebenfalls nicht unbedingt zur Spannung bei, da der Zuschauer von vornherein weiß, wie die Ereignisse enden werden. Die auf dem Cover angekündigten "offiziellen Tatortaufnahmen" der Chicagoer Polizei sucht man im Film vergebens - kein Wunder, denn die ganze Story ist fiktiv. Darüber hinaus verschenkt der Film viele Chancen, einen Spannungsbogen entstehen zu lassen, der den Zuschauer über die fast anderthalb Stunden Spieldauer bei der Stange halten würde.
Abgesehen vom Film bietet die zweisprachige DVD (Deutsch, Englisch) den Originaltrailer und eine kurze Trailershow.
Fazit: "Paranormal Investigations 3" ist ein phantasielos heruntergekurbelter Low-Budget-Streifen für den DVD-Markt, dem es nicht gelingt, an das Format seiner offenkundigen Vorbilder heranzureichen und der es über weite Strecken an Spannung fehlen lässt.