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Parallelwelt
 
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Parallelwelt [Broschiert]

Tine Wittler
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (29 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Marnie Hilchenbach gehört zu jener Generation, die keinen Anzug oder gar Kostüme trägt. Die Online-Redakteurin gehört zu den Kreativen des Berufslebens, den Frei- und Querdenkern, die der Hype der Neuen Medien direkt "on top" der Karriereleiter gespült hat. "Der Spaß an der Arbeit ist uns wichtiger als eine 38-Stunden-Woche", sagt die Protagonistin in Tine Wittlers Roman Parallelwelt, als der Vorstandsvorsitzende ihrer Firma als verkörperte Gefahr im Anzug aufs Podium tritt. Ein Mikrofon hat man ihm nicht gegeben -- die "undankbare Aufgabe", die er zu verkünden hat, richtet sich ohnehin nur noch an die wenigen, die nach dem Crash der New Economy bisher übrig blieben. Bisher: Denn jetzt trifft die Kündigung auch Marnie Hilchenbach. Zuvor war Arbeitslosigkeit "so etwas wie Zwangsbeschneidung oder Schwindsucht oder Räumungsklage" für "Ungebildete ohne Abschluss oder Hauptschulabgänger vielleicht, dann noch Leute am Fließband oder Gastarbeiter2. Jetzt taucht auch Marnie in diese Parallelwelt ein.

Die Parallelwelt in Wittlers gleichnamigem Roman sind also die neuen Universen der Arbeitsämter und Stellenmärkte, in der sich die Heldin zurechtfinden muss; in Kapiteln, die mit hohlen Weisheiten der Frauenmagazine ("Jetzt freuen!"), aber auch mit Arbeitslosenmeldungen der Tagespresse überschrieben sind. Eine weitere Parallelwelt aber, darauf weist Wittler selber hin, ist ihr eigener Roman. Und der kommt derart erfrischend daher, dass man dem Buch allen Erfolg wünschen will. "Sympathisch, unaufgeregt und unterhaltsam", hat Brigitte das genannt. Bei Wittler kann man diese Weisheit aus der Parallelwelt der Literaturkritik gut zitieren. --Isa Gerck -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

manager magazin (10/2003)

"Bizarre Erfahrungen"

Arbeitslosigkeit: Wie eine Karrierefrau mit dem Jobverlust fertig wird.

mm Sie haben einen Roman geschrieben über eine beruflich erfolgreiche Frau in den 30ern, die plötzlich ohne Job dasteht und in die Mühlen der Arbeitslosenbürokratie gerät. Wie viel eigene Erfahrung steckt in Ihrem Buch?

Wittler Eine ganze Menge. Ich habe im vergangenen Jahr meinen Job bei einer TV-Produktionsfirma verloren und einige bizarre Erfahrungen mit dem Arbeitsamt gemacht. Andere Teile der Handlung habe ich mir ausgedacht.

mm Sind Sie einfach zu einem Verlag gegangen und haben gesagt: "Guten Tag, ich bin arbeitslos und möchte über mein trauriges Schicksal ein Buch schreiben"?

Wittler Das wäre ein denkbar schlechtes Entree gewesen. "Parallelwelt" ist bereits mein zweiter Roman, und die Leute vom Verlag wussten, dass ich literarisch nicht zum Jammern neige. Gerade bei so einem düsteren Sujet wie Arbeitslosigkeit muss es auch mal was zu lachen geben.

mm Ihre Heldin fällt zunächst ins Bodenlose. Dann erwägt sie, ihrem Leben eine ganz neue Richtung zu geben. Entspricht das Ihren Erfahrungen in der Arbeitslosigkeit?

Wittler Ja, mir erging es ähnlich wie meiner Hauptfigur: Zunächst bricht mit dem Job der wichtigste Lebenssinn weg. Man versucht, um jeden Preis eine neue, gleichwertige Stelle zu ergattern. Wenn das nicht sofort gelingt, entdeckt man allmählich andere Lebensinhalte, die bislang neben der Arbeit zu kurz kamen.

mm Was steht jetzt im Mittelpunkt Ihres Lebens?

Wittler Ich will mich möglichst lange gegen eine Festanstellung wehren und lieber weiter Romane schreiben. Außerdem moderiere ich ab Oktober eine Sendung bei RTL.

© manager magazin - Vervielfältigung nur mit Genehmigung

-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

"Arbeitslosigkeit, das ist so etwas wie Zwangsbeschneidung oder Schwindsucht oder Räumungsklage. Sie betrifft Ungebildete, Leute ohne Abschluss oder Hauptschulabgänger vielleicht, dann noch Leute am Fließband oder Gastarbeiter. Aber sie betrifft nicht mich und auch niemanden, den ich kenne." So denkt auch Marnie Hilchenbach, die Heldin dieses Romans, jedenfalls bevor sie aus dem Arbeitsparadies vertrieben und mit der Wirklichkeit konfrontiert wird.
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