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Die Parallelwelt in Wittlers gleichnamigem Roman sind also die neuen Universen der Arbeitsämter und Stellenmärkte, in der sich die Heldin zurechtfinden muss; in Kapiteln, die mit hohlen Weisheiten der Frauenmagazine ("Jetzt freuen!"), aber auch mit Arbeitslosenmeldungen der Tagespresse überschrieben sind. Eine weitere Parallelwelt aber, darauf weist Wittler selber hin, ist ihr eigener Roman. Und der kommt derart erfrischend daher, dass man dem Buch allen Erfolg wünschen will. "Sympathisch, unaufgeregt und unterhaltsam", hat Brigitte das genannt. Bei Wittler kann man diese Weisheit aus der Parallelwelt der Literaturkritik gut zitieren. --Isa Gerck -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Arbeitslosigkeit: Wie eine Karrierefrau mit dem Jobverlust fertig wird.
mm Sie haben einen Roman geschrieben über eine beruflich erfolgreiche Frau in den 30ern, die plötzlich ohne Job dasteht und in die Mühlen der Arbeitslosenbürokratie gerät. Wie viel eigene Erfahrung steckt in Ihrem Buch?
Wittler Eine ganze Menge. Ich habe im vergangenen Jahr meinen Job bei einer TV-Produktionsfirma verloren und einige bizarre Erfahrungen mit dem Arbeitsamt gemacht. Andere Teile der Handlung habe ich mir ausgedacht.
mm Sind Sie einfach zu einem Verlag gegangen und haben gesagt: "Guten Tag, ich bin arbeitslos und möchte über mein trauriges Schicksal ein Buch schreiben"?
Wittler Das wäre ein denkbar schlechtes Entree gewesen. "Parallelwelt" ist bereits mein zweiter Roman, und die Leute vom Verlag wussten, dass ich literarisch nicht zum Jammern neige. Gerade bei so einem düsteren Sujet wie Arbeitslosigkeit muss es auch mal was zu lachen geben.
mm Ihre Heldin fällt zunächst ins Bodenlose. Dann erwägt sie, ihrem Leben eine ganz neue Richtung zu geben. Entspricht das Ihren Erfahrungen in der Arbeitslosigkeit?
Wittler Ja, mir erging es ähnlich wie meiner Hauptfigur: Zunächst bricht mit dem Job der wichtigste Lebenssinn weg. Man versucht, um jeden Preis eine neue, gleichwertige Stelle zu ergattern. Wenn das nicht sofort gelingt, entdeckt man allmählich andere Lebensinhalte, die bislang neben der Arbeit zu kurz kamen.
mm Was steht jetzt im Mittelpunkt Ihres Lebens?
Wittler Ich will mich möglichst lange gegen eine Festanstellung wehren und lieber weiter Romane schreiben. Außerdem moderiere ich ab Oktober eine Sendung bei RTL.
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-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Arbeitslos - trifft das auch mich?,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Parallelwelt (Gebundene Ausgabe)
Grundsätzlich finde ich es prima, wenn sich Autoren eines aktuellen Themas annehmen. Und ich bin jeder Autorin dankbar, die nicht süß-verrührten Hera-Lind-Kitsch produziert von ach so starken Frauen, die ihren Mann stehen...Was das angeht, eigentlich 5 Sterne für Tine Wittler. Es gibt ein Aber, dazu komme ich gleich. Ihr Thema: plötzlich wirst Du arbeitslos, weil Deine Firma Stellen streicht. Du weißt nicht, was und wie Dir geschieht. Du hast doch immer fleißig gearbeitet, Deine Überstunden angesammelt, warst bei den Kollegen beliebt und hast Deine Sache ziemlich gut gemacht. Wieso trifft es also Dich? Marnie, die Heldin aus PARALLELWELT, sieht sich in ebendiese Lage versetzt. Und muß dann erst mal mit sich selbst klar kommen. Mit den Freunden. Mit den Eltern. Mit den Kerlen. Das geht nicht ohne zahlreiche Ups & Downs. Wittler gelingen dabei immer wieder treffende, kauzige oder auch einfach nur anrührende Szenen. Die 5 Sterne habe ich deshalb nicht vergeben, weil die gute Marnie noch vor Ende ihrer Kündigungsfrist schon wieder einen neuen Job hat - da hat sich die Autorin wohl nicht getraut, ihre Heldin wirklich leiden zu lassen. So bleibt es bei "ein bißchen Arbeitslosigkeit" - schade. Das Thema hätte mehr verdient. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Langatmig und mit den beiden Erstwerken nicht zu vergleichen,
Rezension bezieht sich auf: Parallelwelt (Broschiert)
Da warte ich nun, ja das gebe ich zu, auf das Erscheinen von "parallelwelt" im TB-format & werde enttäuscht.Ich konnte es kaum erwarten mich mit dem Buch auf den Balkon zu hocken und es zu lesen. Doch was sich da auftat, war alles andere, aber nicht so, wie ich es erwartet habe. Nachdem ich "Die Prinzessin und der Horst" und "Horst go home" verschlungen habe, musste ich mich zusammennehmen, dieses Buch nicht einfach ins Regal zu stellen. Während die Erstlingswerke von Tine Wittler von Dialogwitz leben, finden wir bei "parallelwelt" seitenweise Monologie und Monotonie, in denen sich nur beschwert wird und der Leser vergebens auf Initiative der Hauptfigur Marnie Hilchenbach wartet, sich Ihrer Situation zu stellen und sich selbst einen neuen Weg in die Zukunft zu suchen. Ich als Leser entschuldige auch nicht, dass die Untätigkeit mit mangelnder Oritentierung der Hauptfigut begründet wird, denn schliesslich landet Marnie zum Schluss wieder in Ihrem alten Beruf und hat sich nicht neu orientiert. Zumal das Buch nur über 3 Wochen Arbeitslosigkeit schreibt. Somit ist auch die Geschichte des Buches schnell erzählt: Tut mir leid, aber dieser Ausflug von Tine Wittler in die gesellschaftskritischen Wasser ist Ihr leider nicht gelungen. Bitte schreiben Sie wieder über Prinzessinnen und Horste! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unterhaltsamer Roman, der zum Nachdenken anregen kann,
Rezension bezieht sich auf: Parallelwelt (Broschiert)
Ich hatte kaum Erwartungen an dieses Buch, da mir Tine Wittler, die ich bislang nur aus der Glotze kannte, eher unsympathisch war. So fing ich mit kritischer Einstellung zu lesen an und erwartete die übliche Frauenlektüre mit den üblichen Witzen über Frauen- und Männerklischees im oberflächlichen, schon zu oft gehörten humorvollem Stil. Doch weit gefehlt. In diese Riege reiht die Autorin sich nicht ein. Ihr Buch ist absolut unterhaltsam und humorvoll geschrieben und die Überlegungen, die sie sich macht, haben Tiefgang und sind realistisch. Die arbeitslos gewordene Protagonistin möchte sich nicht sofort um einen neuen Job bemühen, sondern gönnt sich die ersten Wochen nach der Kündigung eine Ruhepause. Trotz ihrer vielen Versuche der Ablenkung wird sie immer wieder mit dem Thema Arbeitslosigkeit konfrontiert und muss sich damit auseinandersetzen, wobei ihr nicht sehr der Sinn danach steht. Als selbst arbeitslos Gewordene habe ich mich in vielem in diesem Buch wiedergefunden. Die Fragen, die Marnie Hilchenbach sich stellt, habe ich mir so auch schon alle gestellt. Direkt nach der Kündigung befindet sie sich zwischen dem Wunsch erstmal alles sacken zu lassen und ein wenig die Freiheit und Freizeit zu genießen und den Ängsten (ihren und denen Außenstehender, z.B. ihrer Eltern), irgendwann ohne Geld dazustehen. Aber eigentlich möchte sie sich damit in ihrem momentanen Zustand nicht zuviel befassen. Zum Schluß wird ihr jedoch klar, dass alle Überlegungen und Gedanken einen kaum weiterbringen, sondern man muss, das, was man tun möchte, einfach tun, sonst wird man nicht vom Fleck kommen. Dieses Buch nimmt dem Umgang mit dem Thema Arbeitslosigkeit die Schwere und hat mich motiviert, mich an neue Vorhaben heranzuwagen und nicht alles so ängslich und düster zu sehen. Das hat Tine Wittler sicherlich vor allem durch ihren lockeren Ton geschafft, denn Tipps gibt sie natürlich nicht, denn schließlich handelt es sich hier um Fiktion und nicht um einen Ratgeber. Seit diesem Buch ist mir Tine Wittler sehr sympathisch.
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