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Parallaxe
 
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Parallaxe [Gebundene Ausgabe]

Slavoj iek , Frank Born
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 445 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (18. September 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518584731
  • ISBN-13: 978-3518584736
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 587.274 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Slavoj ?i?ek
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Parallaxe bezeichnet gemeinhin die scheinbare Änderung der Position eines Objekts, wenn der Beobachter seine eigene Position verschiebt. Was ist aber, wenn die beobachtete Veränderung nicht einfach nur subjektiv ist? Was ist, wenn sie gerade vom Gegenstand selbst und seinen ihm innewohnenden Antagonismen ausgeht? Die Parallaxe erscheint in Žižeks pointenreicher Analyse als Denk- und Erklärungsfigur in höchst unterschiedlichen theoretischen Ansätzen: Sie findet sich im Wellen-Teilchen-Dualismus der Quantenphysik ebenso wie in der Psychoanalyse, der Philosophie und der Politischen Theorie. Slavoj Žižek arbeitet dabei vier maßgebliche Erscheinungsformen der Parallaxe heraus: die ontologische Differenz, die als letzte Parallaxe unseren Bezug zur Wirklichkeit bestimmt; die wissenschaftliche Parallaxe, die nicht zuletzt in der gegenwärtigen Hirnforschung einen unüberschreitbaren Graben zwischen der phänomenalen Erfahrung der Wirklichkeit und ihrer wissenschaftlichen Erklärung markiert; der Bruch, der jedem Kunstwerk innewohnt, und schließlich die politische Parallaxe, die als gesellschaftlicher Antagonismus jeden gemeinsamen Grund verwehrt. Slavoj Žižeks neues großes Buch ist eine kritische Analyse der Gegenwart und zugleich ein grundlegendes philosophisches Werk, das sein theoretisches Gerüst in eine programmatische Form bringt. Es vereint philosophische und theologische Analysen, brillante Interpretationen von literarischen Texten, Filmen und Kompositionen und nicht zuletzt erhellende Anekdoten.

Über den Autor

Slavoj Žižek wurde am 21. März 1949 in Ljubljana, Slowenien geboren und wuchs auch dort auf. Er studierte Philosophie und Soziologie an der Universität in Ljubljana und Psychoanalyse an der Universität Paris VIII. Seit den achtziger Jahren hat Žižek zahlreiche Gastprofessuren im Ausland inne, unter anderem an der Tulane University, New Orleans (1993), der Cardozo Law School, New York (1994), der Columbia University, New York (1995), in Princeton (1996) und an der New School for Social Research, New York (1997). Von 2000 bis 2002 leitete er eine Forschungsgruppe am kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. Er war jahrelanger Herausgeber der Zeitschrift der slowenischen Lacan-Schule Wo Es war und setzte sich unter anderem mit der Philosophie des Deutschen Idealismus, mit Hegel und mit Karl Marx auseinander, sowie mit zeitgenössischen Denkansätzen aus dem Bereich des Poststrukturalismus, der Medientheorie, des Feminismus und der Cultural Studies. Seine erste englischsprachige Buchveröffentlichung The Sublime Object of Ideology erschien 1989. Seitdem veröffentlichte Žižek über 20 Monographien, in denen er sich zunächst um eine lacanianische Lesart der Philosophie, der Populärkultur und in den letzten Jahren zunehmend der Politischen Theorie bemühte.


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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von H. Gebauer TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Glücklicherweise leben wir in einer Zeit in der endlich neue politische Theorien entstehen bzw. an ihr Ziel gelangen. Es liegen mit Ernesto Laclaus "On populist reason" (2005) u. Alain Badious "Logiques des mondes" (2006) endlich wieder Arbeiter an dem Projekt "demokratischer Materialismus" vor. Und in diese Reihe gehört auch Zizeks Buch "Parallaxe", dass im Original "The Parallax View" heißt und damit besser Zizeks Blick auf die im Buch beschriebenen Phänomene fasst. Warum dies im deutschen Titel fortgelassen wurde, bleibt wohl das Geheimnis des Übersetzers. Denn vieles hängt an diesem Blick - der lacanianische nämlich, der sich stets in das betrachtete Objekt einschreibt, so gewissermaßen die Ur-Parallaxe ausbildet (objekt klein a), von der Zizek hier so virtuos ausgeht (cf. Einleitung).

In der komplexen Einleitung sondiert Zizek die Positionen seiner Gegner, die von der "negativen Dialektik" über Badious Versuche bis hin zu Derridas "démocratie à venir" und Laclaus ebensfalls von Lacans Realen inspirierten Theorie der Hegemonie und Habermas reichen. Um dann seine These zum dialektischen Materialismus vorzulegen: der Kampf der dialektischen Gegensätze sei im Zeitalter des New Age zu einer bloßen Yin und Ying-Lehre verkommen und bagatellisiert worden. Dieses gilt es in einem ersten Schritt - so Zizek - durch eine Neufassung dieses Spannungsfeld zu ersetzen, die darin besteht, nicht mehr ein polares Gegensatzfeld zu denken, sondern den vermeintlich Streit der dialektischen Gegensätze in das Eine selbst zu verlagern. Zizek spricht von der "Nicht-Koinzidenz des Einen" einer Kluft (engl. gap), die das Eine von sich selbst trennt. Diese Nicht-Koinzidenz des Einen bezeichnet als "Parallaxe". Eine Parallaxe ist eine Art Antinomie, das heißt eine Art unschlichtbarer begrifflicher Konflikt. Als Beispiele einer solchen Antinomie nennt Zizek: den Welle-Teilchen Dualismus, die ontisch-ontologische Differenz, das Lacanianische Reale, der Freudianische Dualismus, Trieb-Begehren Dualismus (drive and desire), der Dualismus Universal-Partikular auf der politischen Ebene.

In drei gewaltigen Abschnitten beschäftigt sich Zizek mit den drei Hauptparallaxen: Abschnitt I: philosophisch (ontisch-ontologische Differenz), Abschnitt II: wissenschaftlich (Noumenon-Phainomenon-Differenz) und Abschnitt III politisch (Universal/Partikular/Singulär).

Der erste Abschnitt "DIE STELLARE PARALLAXE" geht von Kojin Karatanis bahnbrechender Studie "Transcritique. On Kant and Marx" (2003), die erstmals versucht Marx von Kant her zu lesen. Dem von Karatani ausgelegten Parcours folgt Zizek in weiten Teilen, um seine Theorie des "Nicht-Alles" /"NON-ALL" - also gewissermaßen der Unabschlißebarkeit eines philosophischen Systems zu denken. Stichworte hier: Paulus, Heidegger, das fragile Absolute, Spinoza, Lynch, Kieslowski.

Der zweite Abschnitt "DIE SOLARE PARALLAXE" beschäftigt sich mit der bereits in der Einleitung angekündigten Antinomie von Phänomen und Noumenon. Also gewissermaßen mit dem Widerspruch von Theorie und Praxis, Erscheinung und Beschreibbarkeit. Ein Abschnitt heißt demgemäß "Für eine neue Wissenschaft der Erscheinungen". Stichworte hier: Ereignis-Denken bei Badiou, Deleuze, Heidegger, Lacan, Hirnforschung, Damasio und Dennett.

Mit dem dritten Abschnitt "DIE LUNARE PARALLAXE" hebt der für mich bedeutendste Teil des Buches an, der versucht eine Art Politik der Versagung zu formulieren. In einer großartigen Diskussion von Hardt/Negri, Agamben, Badiou, Bosteels und Toscano.Mündet das Buch schließlich - wie so oft in letzter Zeit bei Bartleby -. In Bartlebys Formel: "I prefer not to" sieht Zizek eine Art "passiv-agressives" politisches Handeln, dass nicht durch Widerspruch, der ja bekanntlich nur das System mit immer neuer Kraft versieht, sondern durch eine Form gewaltätiger Gewaltlosigkeit, die Zizek scharf von buddhistischen Sit-Inns und Ghandi unterscheidet. In einer großartigen Schlußwendung, die noch einmal Lacans Deutung von Claudels Theaterstück "Die Geisel" aufnimmt, bezeichnet Zizek Bartlebys performativen Akt als einen "Akt der Versagung und nicht als symbolischen Akt". Bartlebys Satz habe "holophrastische Qualität", die für den "Kollaps der symbolischen Ordnung" steht. Und es scheint Zizek um nichts anderes gegangen sein, als diese Erschütterung der symbolischen Ordnung. Am Ende steht Bartleby da mit dem Lächeln und dem Gesicht von Norman Bates aus Hitchcocks "Psycho". Dies ist das parallaxe Objekt von Zizeks dialektischen Materialismus.

Fazit: Ein großartiger und wichtiger Entwurf für eine linke Politik. Ein Buch für Leser, die Autoren wie Badiou, Deleuze, Agamben, Foucault, Heidegger, Derrida usf. kennen! Ansonsten ist dieses Buch kein Vergnügen, obwohl der Verlag natürlich wie üblich bei Zizek so tut, als sei er kein schwieriger Denker. Es ist auch ein Buch für NICHT-Zizekianer. Denn wo sonst erhält man so eine konzise Diskussion der Gegenwart mit allen ihren theoretischen Facetten wie hier ? 5 Sterne.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Zizek zeigt argumentativ äußerst klar, stark und scharfsinnig die Notwendigkeit auf, das cartesianische Cogito
(und dadurch auch das Unbewusste und das Subjekt) gegen die postmoderne Entsubjektivierung
zu verteidigen: denn hinter dem pseudo-revolutionären Ruf der Obskurantisten (New-Age, Spiritualisten, etc.)
verbirgt nicht mehr als eine Flucht nach hinten (vor unserer vollkommen Freiheit/ existentiellen Leere/Endlichkeit/
der Parallaxe) zurück zu einem vormodernen, kosmologischen, voll-konstituiertes Weltbild, dass keinen Platz für
unsere Freiheit lässt (Umwelt als Mutter Gaia/organisches Ganzes/Weg vom Subjekt hin zur Substanz).

Er entlarvt meisterhaft diese Fixierung auf partikulare Interessen (Frauenrechte, Schwulenrechte, Umwelt, etc.),
die so kennzeichnend für die politisch-kulturelle Debatte in unserem post-politischen Zeitalter sind, als
Symptome eines An-sich toten Systems, dass sich verzweifelt weigert Für-Sich zu sterben. Hier ist Ideologie
in Reinform am Werk: "was muss sich verändern, damit alles so bleiben kann wie es ist".

Statt den realen Konflikt zu verleugnen(innere Harmonie, Eins-sein mit allem,etc.) plädiert Zizek für das
radikale Verwerfen des Strebens nach innerem Frieden(die nietzscheanische Lösung):
Wenn ich die Lücke in mir, meine innere Spaltung vollständig akzeptiere, dann habe ich keine Gewalt
gegen andere mehr nötig.

Er wagt nicht weniger als den Entwurf einer Ethik der Parallaxe (und dies mehr als gekonnt): Er gründet
die Freiheit des Menschen und so seine Verantwortung auf diese Theorie des parallaktischen Blickes (dieser
Lücke im Subjekt, die das Subjekt von sich selbst trennt ohne die wir nur Puppen in einem deterministischen
Universum wären und jeder Eindruck von Freiheit nur eine illusorische Verleugnung dessen wäre).

Von hier aus analysiert er in einer fantastisch informierten und gekonnten Weise Grundfragen der Philosophie,
der Wissenschaft, der Kunst und der Politik.
Zizek legt dabei ein enormes Fachwissen in all den behandelten Bereichen, sowohl in der Breite als auch der Tiefe
an den Tag (z.B. sein profundes Fachwissen über die aktuelle Problematik der neuro-psychologischen Bewusstseinsforschung).

Dies ist kein Einstiegswerk in die Philosophie, sondern die Grundlegung einer neuen materialistischen Philosophie.
Das Buch zählt wohl (bis jetzt) mit der Tücke des Subjekts zu Zizeks Hauptwerken, das einen sehr guten, wenn auch
anspruchsvollen Einblick in sein Denken und Schaffen bietet.

Während in der "Tücke des Subjekts" schon alle Grundgedanken (wenn auch mit anderen thematischen Schwerpunkten)
anzutreffen sind, scheint mir Zizeks Theorie des "parallaktischen Blickes" im vorliegenden Buch vielmehr seinen Platz im
Inneren der Philosophie und der Psychoanalyse gefunden zu haben und sie in anregender, erfrischender Form am aktuellen Diskurs
stetig zu testen, neu herauszufordern und zu erneuern.

In diesem Sinne ist das vulgärphilosophische Motiv "Wer bin ich - und wenn ja wie viele?" die völlig falsche Frage:
"Ich" bin das, was "Ich" sagt ("Ich" als rein performative Entität/als Fiktion mit symbolischer Wirksamkeit) und somit
ist der Mensch an-sich frei, jetzt liegt es an ihm für-sich frei zu werden (oder Gott war schon immer Tod, aber er wusste es nur noch nicht).
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Jondalar
Format:Gebundene Ausgabe
Einer der kreativsten Jobs in Deutschland besteht wohl darin, Zizek-Übersetzer beim Suhrkamp-Verlag zu sein. Wenn ich recht sehe, ist die "Tücke des Subjekts" die erste und letzte adäquate Übersetzung Zizeks, die im Suhrkamp-Verlag erschienen ist. In den restlichen Büchern wurde gestrichen, herumgeschnippelt, das Buch noch einmal neu zusammengesetzt und umgeschrieben - und das ohne den leisesten Hinweis auf den Kreativjob des "Übersetzers". Im Grunde ist keine in den letzten Jahren erschienene Zizek-Ausgabe zitierfähig - oder ist genau das die Absicht, die hinter dieser entsetzlichen Übersetzungs-Praxis steckt? Natürlich ist der etwas psychotische Schreibstil Zizeks oft gerügt worden, doch der überarbeitete Zizek ist in keiner Weise systematischer als der englische. Mir stellt sich die Frage: Warum dürfen sich Zizek-Übersetzer im Suhrkamp-Verlag so viel herausnehmen???
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