Elven Legacy ist ein rundenbasiertes Strategiespiel mit RP-Elementen. Die Einheiten sind ausgwogen, die Level (der Kampagne) abwechslungsreich, die Grafik der Zeit angemessen und auch heute noch absolut annehmbar. Insofern hat es viel Spaß gemacht und gibt es vier Sterne.
Eine Besonderheit im Vergleich zu anderen RP-Strategie-Titeln ist der strenge Zeitplan der Missionen und ihr strategisch-präziser Aufbau. Es gibt ganz klare Ziele, die in bestimmten Zügen erreicht werden müssen. Besonders schnelle Spieler werden in bester Arkade-Manier mit (in die Geschichte eingepackten) Extra-Einheiten oder gar mal einer Sonder-Mission belohnt. Das bedeutet allerdings, dass man die Karte möglichst effizient bestehen muss. Zeit für große Erkundungen oder taktisches Abwarten hat man nicht. Auch die Site-Quests auf der Karte (die ebenfalls Extra-Einheiten oder magische Gegenstände bergen) kann man deswegen i.d.R. nicht komplett mitnehmen, geschweige denn erst nach ihnen suchen. De fakto muss man also jede neue Mission eigentlich erst einmal anspielen und kennen lernen, damit man weiß, wie man sie am besten spielt.
Ein echtes Manko ist, dass die Einheiten der Mission in die nächste mitgenommen werden - und nur die! Sprich, habe ich eine Mission unter hohen Verlusten bestanden, fange ich in der Folgemission entsprechend schwach an und habe praktisch verloren. Nachschub gibt es zwar gelegentlich, aber unabhängig von der aktuellen Truppenstärke. Starke Spieler werden also noch stärker, schwache können ihre Verluste gerade mal ein bisschen ausgleichen.
Dadurch muss man das Spiel noch effizienter spielen (gewinnen reicht nicht, man muss deutlich gewinnen!) und das Ganze bekommt schon Züge wie bei Schach: Jeder Zug muss genau geplant werden, freies Erkunden und spielen aus dem Bauch heraus werden hart bestraft.
FAZIT: Das Spiel ist grundsätzlich ein sehr schönes, geradezu klassisches Runden-Strategie-Spiel. Der hohe Runden-Druck sowie die wenigen Möglichkeiten, nach bestandenen Missionen die Verluste für die nächste Karte auszugleichen und die dadurch erzwungene Präzision der Einheitenführung werden allerdings nicht jedermanns Sache sein (meine war's nicht).