Die Geschichte ist 100-fach bekannt, zwei junge Männer, Palestinänser und Automechaniker (letzteren habe ich sowieso nie getraut) aus dem von Israel besetzten Westjordan-Land werden rekrutiert und wollen sich und andere sprengen.
Der Film handelt von Gewalt, der Frage nach Gewalt, erlaubter Gewalt, vererbter Gewalt, erlebter Gewalt, notwendiger Gewalt. Und um Schuld. Kann ein Opfer jemals Täter sein? Erinnere mich gerade an "Die Nacht zu begraben, Elischa" von Elie Wiesel, der sich sein Leben lang damit beschäftigte... Das Bild einer aufgelösten, gebrochenen israelischen Soldatin, jung, ganz jung, die den Anblick sauber geputzter Stiefel an den Füssen ihrer jungen eben bei einem Attentat ermordeter Kollegen nicht ertrug... Formen von Gewalt; gerade gelesen, statistisch erfasst in meinem Land: Kinder mit arabisch klingenden Namen erhalten keine Lehrstelle, bleiben ohne Ausbildung; ist das Gewalt? Auf einem Acker wachsen Staub und Steine; kein oder zuwenig Wasser erhalten in einem Land, in dem es nicht regnet; ist das Gewalt? Einen Stein werfen, dann, ist das Gewalt? Gewalt in ihrer Form schlicht abhängig von den dazu zur Verfügung stehenden Mitteln? Katjuschas, die in Dörfer einschlagen, ein Land, das sich zurecht dagegen wehrt, gerade eben...
Paradise now.. Ich empfehle den Film, nicht weil er Antworten lieferte, aber weil er mich denken macht. Er mich zwingt, mich auseinander zu setzen, zu verstehen und ihn lösen suchen, einen Konflikt, der uns alle betrifft.