Da ist es also, das erste Werk der Japanischen Kult Band, welches endlich in unseren Breitengraden frei verfügbar ist.
Musikalisch hat sich für Skapara Verhältnisse nur wenig getan. Die Songs erstrecken sich von hektischen Jazz Ska Nummern (Like Jazz on fire), über lässig groovenden gute Laune Reggae (Routine Melody) bis hin zu covern bekannter (fast schon Public Domainer) Stücke (you will never walk alone). Aber von Vorne.
- Die Platte startet gut gelaunt mit Sommer und Sonnenschein Reggae der gemütlichen Art im Song Routine Melody. Eines der wenigen Stücke die einen echten Gesangspart besitzen (und nicht nur eingesprochene Parts von Ken Ichi oder Gamou) und ihren Fokus auf die Bläserparts setzen. Ein heiterer Auftakt aber meiner Meinung nach nicht die stärkste Nummer.
- Weiter gehts mit Paradise blue, welches direkt mit einem Markenzeichen aufläuft: verskaen berühmter Parts (diesmal hat es hörbar Bachs Toccata getroffen) welches durch einen Smoothen Jazz Piano Einsatz zu einer Mid Speed Ska Nummer herüber getragen wird. Man liefert sich Instrumental Soli aller Art aber leider auch hier nichts extrem herausstechendes. Eine gute Ska Nummer.
- Folgen tut Lighning Sword, welches mit einem Tempo daher kommt, welches deutlich mehr nach TSPO klingt. Die Melody ist cool, die Soli sind klasse, das Tempo ist flott, alles in allem eine der stärkeren Nummern im Arsenal. Aber soviel sei gesagt einige der späteren Nummern sind einfach so stark, dass Lighning Sword im Vergleich etwas das Nachsehen hat.
- Nr. 4 Heavens Door gehört zu einem dieser Songs. Eines der absoluten Highlights: fröhlich, locker, flott und vor Spielfreude überschäumend. Darüber hinaus hat man als Hauptthema eine Abwandlung des Mario Brother Themas benutzt (welches ja ein durchaus beliebter Live Song für Ska Bands ist (man siehe Ska-P)). Dies hat die Band ja schon in vielen Stücken gemacht. Das Star Wars Orgel Solo in Hit the Road Jack, das Crossover aus Baby Elephant Dance und Sesame Street Thema in einem einzigen Song oder eben ihre legendäre Version des Tetris Themas (oder Korobeiniki). Was soll man sonst sagen klasse Nummer die sich direkt einen Stamm Platz während der Tour gesichert hatte.
- Witching Hour ist dort allerdings ein etwas anderer Fall. Etwas funkiger als der Rest, starker Bass Part, ein eingängiger Bläser Satz, cooler Break vorm Solo aber trotzdem so richtig umhauen tut die Nummer nicht und verblasst leider noch mehr gegen die stärke anderer Songs (Geduld).
- Nr 6 hört auf den Namen Silent by your side und gehört zu den stärkeren Nummern des Albums. Ein etwas sphärischer Sound aus KLavier und Gitarren Part getrieben vom Bass und geführt von den Trompeten, das alles bei erhöhtem Tempo macht es zu einer gut hörbaren Nummer.
- Klang alles bisher etwas durchwachsen oder? kein Pride of Lions, Song for Athlets, White Lights Kracher. Nun bis jetzt... Nr 7 trägt den bezeichnenden Titel like Jazz on fire. Hier ist die Band im wahrsten Sinne des Wortes "on fire". Selten brachten die Jungs eine solches Tempo, Kraft und pure sprühende Energie aufs Parkett. Es ist einfach TSOP in Reinkultur mehr sollte man nicht sagen, die Nummer geht nach vorne und spielt alles andere auf dieser Platte so in den Schatten, dass es schon fast nicht mehr lustig ist.
- Farewell Waltz fängt sehr gediegen an, Italo Western Gitarren Sound, leichte Percussion und eine einsame Trompete bilden die ersten 40 Sekunden, bis die Musiker sich nicht mehr halten konnten und ausbrechen. Das Tempo geht unter die Decke, die Bläser setzen ein. Es wird wieder Ska Paradise Sound. Trotzdem bleibt der Italo Western / Mariachie Sound bestehen. Eine extrem gute Nummer und eines der absoluten Highlights.
- Nr. 9 hört auf den namen Already Steady. Hier gibts nicht viel auszusetzen. Das Piano Intro ist gut und auch der Rest geht mit gutem Tempo, Ska typischen Sounds ins Tanzbein, darüber hinaus soliert man sich die Seele aus dem Leib. Dennoch fehlt ein bisschen eine Langzeit Wirkung.
- Wie fast immer muss auf einem TSOP Album auch ein Cover Stück zu finden sein. Diesmal hat es das die Hymne You will never walk alone getroffen. Ja, es ist einfach You'll never walk alone. Diesmal in einem schnelleren Reggea Sound (und für eine japanische Band passablem Englisch). Es fehlt ein bisschen die Überraschung aber naja letztendlich: jeder kennt den Song, jeder kann ihn mitgröhlen und das muss für sonen Gassenhauer reichen.
- Zielgerade: vorletzter Song vor der Zugabe ist Carnaval. Das vielleicht abgefahrenste Stück der Platte. Langsam, träge, psychodelisch mit gequällt kreischenden Gitarren, starkem Hall. Ein Song wie aus einem Albtraum. INteressante Nummer, kein Live Hauer aber mal was anderes.
- Sugar Fountain bildet den Abschluss der normalen Spielzeit (also CD1). Der Name ist auch hier Programm die Nummer ist arg kitschig ohne größere Highlights spielt sie vor sich hin. Einige Anleihen an berühmte Jazz Motive aber der rest ist etwas zu ruhig und für den Abschluss etwas enttäuschend.
Nun das war das reguläre Album aber für ihren ersten Internationalen Langspieler hat man sich nicht lumpel lassen und gleich ne zweite CD mitgeliefert, die alles beinhaltet was man für die TSOP Konzert Erfahrung wissen muss.
Song für Song durchzugehen würde ggf den Rahmen sprengen aber soviel sei gesagt mit White Light, Come on, Wish upon the sun, perfect future, A Song for Athlets, Pride of Lions und dem grandiosen Godfather Theme ist die zweite CD über jeden Zweifel erhaben. (Die restlichen Stücke sind auch sehr gut aber diese Songs sind halt fester Bestandteil des Live Programms).
Das Fazit? taugts oder saugts? Nun Paradise Blue an sich ist eine 4 out of 5 Platte viele gute Songs, ein paar absolute Kracher die schon jetzt Klassiker Status haben, ein paar Stücke die leider nicht ganz mithalten können aber alles in allem eine gute CD. Was man allen Songs attestieren muss ist eine Instrumentale Klasse die Weltweit kaum Gegenwehr finden dürfte (ja das meine ich ernst). Das Writing, die Einsätze, jede Note ist perfekt platziert. Den fehlenden Stern ergattert sich die farbenfrohe Mini BigBand durch die zweite CD die alleine schon den Kaufpreis rechtfertigt. Die großen Stücke auf einer Platte, genug um zum Fan zu werden. Wenn man dann noch das Glück hat sie Live zu sehen (was ja durchaus möglich ist in Deutschland) wird man einfach zum Fanatiker. Sie sind einfach zu gut...