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Paradiesstraße: Lebenserinnerungen der ostpreußischen Bäuerin Lena Grigoleit. Mit einem neuen Nachwort und historischen Fotografien
 
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Paradiesstraße: Lebenserinnerungen der ostpreußischen Bäuerin Lena Grigoleit. Mit einem neuen Nachwort und historischen Fotografien [Taschenbuch]

Ulla Lachauer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 3 (1. Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499245809
  • ISBN-13: 978-3499245800
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 44.993 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Dieses Buch geht zu Herzen. Lena Grigoleit, die Bäuerin aus dem kleinen Dorf Bittehnen bei Tilsit, schon im Memelländischen gelegen, erzählt ihr Leben. Ulla Lachauer, die kenntnisreiche und einfühlsame Autorin von Büchern und Filmen aus dem ehemaligen deutschen Osten, hat ihre Geschichte aufgeschrieben und bleibt dabei in der Diktion der Bäuerin. Man meint den breiten ostpreußischen Dialekt zu hören und ist angerührt von den Geschichten dieser Frau. Sie hat ein hartes Leben hinter sich gebracht. Dieses Buch ist keine sentimentale Heimatschnulze, es ist die wunderschön wiedergegebene Geschichte einer Bäuerin im so fernen Ostpreußen." (Die Zeit)

Kurzbeschreibung

„Ich bin ein Glückskind. An einem Sonntag bin ich geboren, den 19. Juni 1910, morgens, gerade in die Sonne hinein.“ So beginnen die Lebenserinnerungen der Bauerntochter Lena Grigoleit, die am äußersten Rand Ostpreußens zur Welt kommt. Sie erzählt von ihrer glücklichen Kindheit und Jugend, vom Fremdwerden in der Heimat nach 1945, der Deportation nach Sibirien und der Rückkehr an die Memel – die Geschichte einer mutigen Frau, die allen Schicksalsschlägen zum Trotz immer lebensbejahend und eigenständig bleibt.

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23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Taschenbuch
"Politik müßte nicht sein, aber sie hat in meinem Leben eine wichtige Rolle gespielt", meint Lena Grigoleit am Ende ihres Lebens. Das kann sie laut sagen -- fast möchte man meinen, die Geschichte habe sich in einem besonders gnadenlosen Moment diese bemerkenswerte Frau herausgepickt, um an ihrem Leben die Geschichte eines für immer vergangenen Landes und seiner Bewohner zu demonstrieren. Geboren wurde Lena Grigoleit im wilhelminischen Kaiserreich, im nördlichsten Ostpreußen, dem späteren Memelland, als die Frage nach der Muttersprache in ihrer Heimat noch keine nationale Frage war, sondern eher eine soziologische: Daheim wurde litauisch gesprochen, in der Schule deutsch. Wer aufsteigen wollte, musste deutsch sprechen, aber gebetet und geflucht wurde litauisch  und gesungen wurde in beiden Sprachen. Der Begriff "Heimat" bezeichnete keine Staatsangehörigkeit, sondern einen eng umgrenzten Landstrich, den nach dem Ersten Weltkrieg zwar tatsächlich eine Staatsgrenze teilte, aber ein echtes Hindernis war die noch nicht.

Die politische Geschichte sollte bald eine übermächtige Rolle im Leben von Lena Grigoleit, ihrer Familie und ihren Nachbarn spielen: Zunächst ging der Wechsel noch nahezu unmerklich vonstatten, das Memelland wurde in den 1920er Jahren von Litauen annektiert, einiges änderte sich zwar, aber man hat den Eindruck, dass das Leben kontinuierlich weiterging. Die Katastrophe kam vom größenwahnsinnigen großen Nachbarn, aus Deutschland: Infolge des Hitler-Stalin-Paktes wurde Litauen geteilt, das Memelland kam "heim ins Reich", das übrige Land wurde von Stalin in Beschlag genommen. Die Situation von Lena und ihrem Mann, einem "richtigen" Litauer, wurde prekär während des Zweiten Weltkrieges, man erlebt mit ihnen den Einmarsch der deutschen Truppen, die Allgegenwart der Gestapo und den Mord an den Juden ("Nie im Leben werde ich das Geschrei vergessen in diesen ersten Tagen des Krieges. [...] Von jenseits der Grenze schrieen die Juden, sie schrieen, schrieen, [...] von all den kleinen Dörfern dorten. Sie haben sie zusammengetrieben. Sie mußten selber ihre Gruben graben, und dann wurden sie lebendig reingeschmissen."), schließlich die Flucht vor der Roten Armee 1944, die Rückkehr und das allgemeine Elend 1945, die Deportation vieler Balten nach Sibirien, schließlich die Rückkehr ins heimatliche Bittehnen/Bitenai, am Ende die beginnende Demokratisierung unter Gorbatschow und schließlich die Unabhängigkeit Litauens 1991.

Lena Grigoleit ist eine Zeitzeugin der ganz besonderen Art, sie hat sich ihren wachen Geist bis ins Alter bewahrt und erzählt nicht "nur" ihre Lebensgeschichte, sondern hat sich auch ihre eigene Meinung zu den Ereignissen gebildet. Eine nur scheinbar einfache Bäuerin, die sich von der Geschichte herumschubsen lassen musste, dabei aber nicht resignierte.

Es sind die vielen kleinen Geschichten, die den besonderen Reiz von Lena Grigoleits Lebenserinnerungen ausmachen, die der "großen" Geschichte ein Gesicht verleihen. Oft verbirgt sich hinter wenigen Sätzen ein ganzer Roman: Wenn sie z.B. aus ihrer Kindheit die makaber-skurrilen Begebenheiten um das Begräbnis des ertrunkenen Knechts Johann berichtet, oder wenn sie sich an das ergreifende Schicksal einer Nachbarin erinnert, die genau wie ihre eigene Familie auch 1945 nach Bittehnen zurückkehrte: "Eine Frau Domat war, die hatte ein Kind, das auf der Flucht umgekommen war. In der Nacht hörten wir sie, wie sie zwischen den Häusern umherging und Wiegenlieder sang. [...] Da waren viele solche Geschichten nach dem Krieg."

Es ist aber auch diese unglaublich vitale Hoffnung, die sich durch Lena Grigoleits Lebensgeschichte zieht und die einen von der ersten Seite an in ihrem Bann hält.

Am Ende ihres Lebens wohnt Lena Grigoleit in ihrem nun nahezu verlassenen Dorf, als letzte Zeugin einer vergangenen Welt: "Mehr als die Hälfte der Bittehner Höfe sind praktisch weg. Daß da einmal Menschen waren, weiß man nur noch von dem Fliederbusch. Der ist meistens noch da, jede Familie pflanzte sich damals einen vors Fenster." Fliederbüsche statt wuchtige Denkmäler -- auch dies ist symptomatisch für dieses Buch und verleiht ihm trotz all der tragischen Ereignisse einen versöhnlichen Schluss; Lena Grigoleits Erinnerungen haben nämlich ihrerseits auch viel von einem Fliederbusch, sind frei von Bitterkeit oder Revanchegedanken: "Ich bin die einzige Bittehnerin, die noch zu Hause ist".

Die Journalistin Ulla Lachauer hat die vielen Lebenserinnerungen dieser nur scheinbar einfachen Frau aufgezeichnet und behutsam redigiert. Auch ihr Nachwort beeindruckt; sie schildert darin zum einen ihre jahrelange Freundschaft zu der alten Bäuerin, zum andern fasst sie die geschichtlichen Hintergründe präzise zusammen, die zum besseren Verständnis nötig sind. Hilfreich sind auch die Landkarten ganz hinten im Buch und das Glossar litauischer und ostpreußischer Ausdrücke.

"Paradiesstraße" ist ein Geschichtsbuch der ganz besonderen Art, das dem ungerührt voranstampfenden Weltgeist ein menschliches Gesicht verleiht und seinen oft namenlosen "Kollateralschäden" ihre Würde zurückgibt.
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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Die Lebenserinnerungen der ostpreußischen Landwirtin Lena Grigoleit, zusammengeschrieben von Ulla Lachauer, nehmen den Leser von der ersten Seite des Buches an mit auf eine aufregende und sehr vielseitige Reise in das Memelland.
Es wird eine Zeitreise auf der wir die Landwirtin Lena von Kindheit an begleiten, mit ihr eine glückliche, wenn auch teils denkwürdige Zeit im Memelland verbringen, in den Wirren des Krieges einige Einblicke in die harten Widrigkeiten der Flucht und der Wiederkehr in die Heimat erleben.
Es stockt einem der Atem, als Lena mit ihrer Familie nach Sibirien verbannt wird, doch die ungebrochene Zuversicht der Lena Grigoleit ist und bleibt das Schlüsselerlebnis dieses wundervollen Buchs, denn die Hoffnung stirbt nie und so nehmen wir Teil an einer Rückkehr in die Heimat und erleben eine Frau, die verletzlich und doch so stark ist und mit einer gelungenen Mischung aus Heiterkeit, Melancholie und der nie endenden Liebe zu ihrer Heimat, ihrem Hof und ihren Tieren den Leser bis zum Ende gefühlvoll Einblicke in ihr bewegtes Leben gibt.
Dieses Buch gibt gerade uns jungen Leuten, die wir kaum eine Vorstellung von der damaligen Zeit haben, einen sehr lebendigen Einblick ohne belehrend den Zeigefinger erheben zu wollen oder Opfer und Täter suchen zu wollen. Sie führt uns eine von unzähligen Lebensgeschichten einer bewegten Generation vor Augen, die doch einzigartig und etwas ganz besonderes war.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Renate
Format:Taschenbuch
Wunderbar, einfach wunderbar. Ich bin von diesem Buch begeistert und mein Respekt gilt nicht nur der außerordentlich mutigen und gescheiten Bäuerin Lena sondern auch Ulla Lachauer, die monatelang bei Lena lebte und nun ihr Leben im Detail bildhaft, informativ und einfühlsam beschrieben hat. Wer, wie ich, eine Schwäche für Lebensläufe und Biographien hat, der wird an diesem Buch seine helle Freude haben.
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So reich................
..............wie Lena Grigoleit, möchte ich auch gern sein.
Mitten in die Sonne hinein geboren, in der Paradiesstraße lebend, und so voller Humor und Zuversicht,... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Karin El Idrissi veröffentlicht
Ein bemerkenswertes Stück Geschichte
Eigentlich wurde ja schon alles gesagt, aber ich will es doch wenigstens versuchen.
Ja, Ulla Lachaue hat mit so viel Feingefühl diese berührende Lebensgeschichte von... Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Sonja Arnold veröffentlicht
Paradiesstraße
Sehr interesseantes Buch. Es hat mir bei meinem Besuch der Familie Grigoleit anlässlich meiner Radtour durch Ostpreußen viel Hintergrundwissen vermittelt. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von wozipa@web.de veröffentlicht
Die vergessene osteuropäische Kultur
Dies ist die ans Herz rührende Lebensgeschichte einer einfachen ostpreußisch/litauischen Bäuerin, die sich durch alle politischen Wechselfälle des 20. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Dezember 2009 von Dr. Pu T. Walter
Glückskind
"Ich bin ein Glückskind". Die zweisprachig aufgewachsene Ostpreußin Elena Grigoleit (1910 - 1995) aus dem kleinen Dorf Bittehnen an der Memel, das nacheinander zu... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. November 2007 von Dr. Reinhard Lahme
Ein super Buch!
Es ist unglaublich, wie gut die Autorin diese Geschichte rüber gebracht hat! Andere hätten daraus drei Bände gemacht und sie hat es knapp, aber unbeschreiblich gut... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. Juni 2004 von Nadia Wilkat
A remarkable book
I must confess to being partial to this book as I spent my childhood years (1936-1939,1942-1944) in the Memelland. Lesen Sie weiter...
Am 7. Dezember 1999 veröffentlicht
Wunderbare Stimmung!
Die Geschichte ist wie eine Erzählung einer lieben Freundin!
Am 29. November 1998 veröffentlicht
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