Die 15 jährige Doria, Tochter marrokkanischer Einwanderer, lebt in der Pariser Hochhaussiedlung la Cite.
Ihr Vater hat sich von seiner Familie getrennt weil er es nicht verkraftet hat das Doria "nur" ein Mädchen ist. Er hat in Marrokko neu geheiratet und auch den für ihn so wichtigen Sohn gezeugt.
Dorias Mutter hat es schwer sich und ihre Tochter durchzubringen. Sie arbeitet unter sehr schlechten Bedingungen in einem Hotel als Zimmermädchen.
Der Roman ist aus der Ich Perspektive erzählt.
Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz - gehen aber unter die Haut
Doria beschreibt ihre Sicht der Dinge
Die Beziehung (falls man sie so nennen kann ) zu ihrem Vater
Die liebevolle Zuneigung und auch Bewunderung zu ihrer Mutter
Ihre Armut
Das Fremdsein obwohl in Frankreich geboren
Fremdenhass ( nicht nur die Vorurteile der Franzosen gegenüber Marokanern oder Algerierier sondern auch umgekehrt)
Freundschaften
Mitleid und Hilfe
Obwohl das Buch nur 131 hat berührt es einen sehr.
Vorallem ist das Thema nach den Aufständen in den Pariser Brennpunkten sehr aktuell.
Sie klagt jedoch nicht an .
Es ist vielmehr ein Bericht einer 15 jährigen wie ihr Leben unter diesen Bedingungen so läuft. Mit allen Höhen und Tiefen und dem Optimismus eines Teenagers.
Sie beschreibt ihren Alltag , kein konkretes Ereignis. Aber durch diesen Alltag wird einem erst die Problematik bewusst.
Besonders berührt hat mich die Passage in der sie erzählt wie sie mit ihrer Mutter zum ersten Mal den Eifelturm besucht,obwohl die Mutter schon Jahrzehnte in Paris lebt Und sie kein Geld hatten hinauf zu fahren .
Wirklich lesenswert.