...dieses Buch richtet sich besonders an Kinder, denen familiärer Rückhalt fehlt. Kinder sind ausgestattet mit einer wunderbaren Gabe, der Fantasie, die oft Erwachsenen nicht mehr eigen ist oder nur noch in kleineren Mengen zur Verfügung steht. Um so schöner ist es zu erleben, welche Reize ein Kind überfluten können und welche eigenen Räume es sich schaffen kann, wenn es will oder muss. Die Geschichte dieses Buches handelt von einem sehr einsamen Jungen, einsam weil er sich nicht mehr wohl fühlt in seiner Familie und seinem Wohnumfeld. Seine Eltern haben sich gerade erst getrennt und sind im Streit auseinander gegangen. Mit einer großen Lüge befreit er sich von der erdrückenden Last der Trennung, in dem er seiner Mutter sagt, dass er mit seinem Vater verreist, weil er weiß, daß sie den Vater nicht fragen wird. Peter, so heißt der Junge, geht an den einzigen Ort in der Stadt, an dem er sich wohlfühlt und das ist ein Garten, wahrscheinlich ein botanischer Garten. Er lebt mehrere Tage dort. Hier hat er Ruhe, findet zu sich und kann Abstand gewinnen. Erst als für ihn die Zeit reif ist und es auch langsam beginnt kühler zu werden, begibt er sich auf den Rückweg zu seiner Mutter mit den Taschen voller Samen. Das ist zweideutig zu sehen, er hat sowohl Pflanzensamen im Gepäck als auch neue Ideen, neue Wege, die er für sich gefunden hat. Aus dem Hinterhof gestaltet er seinen eigenen Paradiesgarten, einen Rückzugsort für sich und vielleicht auch für seine gestresste Mutter. Er gestaltet seine Umwelt und macht es sich wieder schön und gemütlich zu Hause.
Ein starkes Buch mit starken Gefühlen, gut für Kinder aus Scheidungsfamilien und Familien, in denen viel gestritten wird und für Kinder die mit ihrer Familie überfordert sind, für Kinder die sich mit dem Gedanken tragen wegzulaufen oder einfach nur Ruhe für sich selbst brauchen, um neue Energie zu tanken.
Besonders gelungen sind die überquellenden Bildfantasien, ähnliches findet sich bei Nordqvist. Wunderbar aber Geschmacksache. Ich empfehle dringend, dieses Buch vorher auszuleihen oder wenigstens in die Hand zu nehmen. Ich liebe es.