Süddeutsche Zeitung, 26.10.2004
"Sinnlicher leuchteten wahrscheinlich nicht einmal die Äpfel der Hesperiden als dieser "lebeerothe Himbeerapfel" auf Tafel 7 im "teutschen Obstgärtner, Band 21" von 1804. Obwohl seit altersher Fruchtbarkeits-, Liebes- und Lebenssymbol, umweht den Apfel immer auch der Hauch von Verdammung und Tod. Seine prall-erotische Erscheinung und süße Saftigkeit dienen der Verführung. Aber schon der erste Biss in den ersten Apfel vom Baume der Erkenntnis brachte Adam und Eva die Vertreibung aus dem Paradies ein. (...)Die Landschaftsplanerin Erika Schermaul stellt in ihrem Buch nicht nur die Pracht und Herrlichkeit alter Apfel- und Birnensorten anhand Jahrhunderte alter botanischer Bilderbücher vor, sondern streift überhaupt durch die Obst- und Beerenwelten, wie sie einst in Gärten und freier Wildbahn wuchsen und immer noch wachsen können. Dazu erzählt sie Obstmythen und Beerenmärchen und gibt Rezepte, um etwa Berberitzen-Sirup zu gewinnen oder Tauben mit Borsdorfer Äpfeln langsam weich zu dämpfen".
Slow Food - Magazin für intelligenten Genuss, 4/2004
"Erika Schermauls Buch beschreibt die Anfänge der Pomologie von 1860, liefert aber auch uralte Rezepte und literarische Denkmäler. Zu den vergessenen Bräuchen, an die sie erinnert, gehört das "Baumfüttern". Dabei werden die Bäume an Heiligabend mit Speiseresten der Weihnachtstafel versorgt. Bei "Baumküssen" wird ein Krapfen gegessen und nicht heruntergeschluckt. Dann wird der Stamm liebkost:" Baum, Baum, ich küsse Dich - werd´so voll wie mein Mund!"
Die zweite Hälfte des Buches füllen prächtige Farbtafeln alter Sorten und ihre genaue Beschreibung. Liebevoll gemacht, ein Stück kulinarischer und gärtnerischer Kulturgeschichte, die viel Respekt vor der grandiosen Vielfalt des Obstkorbs vermittelt."