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Produktinformation
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Paradies verloren ist ein kurzer Roman über flüchtige Begegnungen, rätselhafte Liebesverhältnisse und die Macht der Sehnsucht. Zum Beispiel nach der Ferne, wie bei Alma. Oder nach einer Begegnung, die die eigene, schal gewordene Existenz umzustülpen verspricht, wie beim resignierten Literaturkritiker Zondag. Dass Nooteboom in seinem neuesten Roman vor allem andeutet und Spuren legt, statt dem Leser alle Fragen zu beantworten, verleiht der Geschichte den Reiz der Unergründlichkeit. Und andererseits kann Nooteboom in Paradies verloren -- der Titel ist eine Anspielung auf John Miltons monumentales Versepos aus dem 17. Jahrhundert über den Sündenfall -- seiner bekannten Begeisterung für Engel Ausdruck verleihen. Glücklicherweise ist diese aber weniger esoterischer als poetischer Natur. Alma nimmt ihre Flügel bald ab und entpuppt sich als durchaus irdische, wenn auch eigenartige Frau. Besser als in eine junge Frau kann sich der Autor naturgemäß in den alternden Literaturkritiker einfühlen, der im zweiten Teil des Romans im Mittelpunkt steht. Von diesem Erik Zontag und seinem Kuraufenthalt in einem Tiroler Bergdorf hätte man gern noch mehr gelesen, hier gelingen Nooteboom wunderbare Passagen voll tragikomischer, gelassener Lebensmüdigkeit.
Obwohl durchaus lesenswert, kann Paradies verloren die Zweifel nicht gänzlich zerstreuen, ob Cees Nooteboom dereinst nicht doch vor allem als einer der besten Reiseschriftsteller -- man denke nur an Im Frühling der Tau oder Der Umweg nach Santiago -- in Erinnerung bleiben wird. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Gleichzeitig kommt hier auch der Reiseschriftsteller Nooteboom zum Zug, spielt der kurze Roman doch auf drei verschiedenen Kontinenten. Doch dem Niederländer sind schon bessere Bücher gelungen, Romane und erst recht Reiseerzählungen. Hörenswert ist dieses Audiobook aber sehr wohl, vor allem um den Autor selbst lesen zu hören. Das hat sehr viel Charme, dieses Deutsch mit holländischem Akzent, das sich auch ab und zu schwer tut mit diesen langen sperrigen Wörtern der deutschen Übersetzung. Ein Autor, der in gewisser Weise mit seinem eigenen Text ringt, das ist ziemlich ungewöhnlich und zugleich faszinierend zu hören. --Christian Stahl
Spieldauer: ca. 234 Minuten, 3 CDs, vollständige Autorenlesung -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Der holländische Literaturkritiker Erik Zondag, in dem man unschwer Züge des Autors erkennt, fliegt zu einem Kongreß in die australische Stadt Perth. Dort begegnet er Alma zum ersten Mal. Sie wird sein Engel, und der Eindruck dieser Begegnung wird ihn nicht mehr verlassen.
Alma ist zusammen mit ihrer Freundin Almut nach Perth gekommen, der vorläufigen Endstation einer langen Traumreise. Aufgewachsen in Sao Paulo als Töchter deutschstämmiger Eltern, reisen Alma und Almut nach Australien, zum einen, um das Trauma einer Vergewaltigung zu verarbeiten, zum anderen, um den Traumpfad zu gehen: den Spuren der Aborigines und ihrem angeblich paradiesischen Leben zu folgen.
Diese Traumreise endet ernüchternd. Von ihrer einwöchigen Begegnung mit einem jungen Aborigine bleibt Alma nur ein Bild, das er für sie gemalt hat und „ eine Sehnsucht, für die ich keine Worte habe und von der ich weiß, sie wird für immer zu mir gehören ... ich denke, ich werde immer umherziehen, um aus der Welt meine Wüste zu machen. Ich habe genug zum Nachdenken für ein ganzes Leben.“
Weil man aber auch überleben muß, verdingen sich Alma und Almut in Perth als Engeldarsteller bei einem ambitionierten Kunstprojekt. Der Literaturkritiker Erik Zondag hört von diesem Projekt, besucht es, trifft Alma und verliebt sich in sie, bzw. in das Bild, das er sich von ihr macht. Doch sie verschwindet wieder, bleibt unerreichbar für ihn.
Drei Jahre später ist der übergewichtige Zondag auf dem Weg nach Igls bei Innsbruck, wo er in einer Fastenklinik auf Anraten seiner neuen Partnerin und eines guten Freundes eine entsprechende Kur macht.
Als er dort zu einem Massagetermin den Raum betritt, steht Alma vor ihm. Sie hat es mittlerweile für kurze Zeit dorthin verschlagen. Wie und warum, wissen wir nicht.
Und sie wiederholt Zondag gegenüber, der sie unbedingt festhalten will, jenen Satz, den sie auch in Perth beim Abschied sagte, den er damals aber akustisch nicht verstehen konnte: „ Engel gehören nicht zu den Menschen.“
Und so bleibt die Sehnsucht nach der Begegnung mit ihnen, die Sehnsucht nach einem Geschmack des für immer verlorenen Paradieses.
Nooteboom hat ein sehr persönliches Buch geschrieben. Ein Buch über flüchtige Begegnungen und die große Macht der Sehnsucht.
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