Aus der Amazon.de-Redaktion
Jedes Jahr produziert die deutsche Verlagsbranche ein wahre Flut überflüssiger und austauschbarer Bücher. Dabei bleiben mit schöner Regelmäßigkeit einige echte Juwelen auf der Strecke, die den Glanz des Neuen verloren haben, für den Kampf um die Plätze auf den Bestsellerlisten nie geschaffen waren. Um so größer ist die Freude, wenn ein Verlag den Mut hat, eines dieser heimlichen Kultbücher auszugraben und -- wie im Fall von
Paradies der Ungeheuer -- sogar eine Neuübersetzung für angemessen hält.
In einem großen Pariser Kaufhaus explodiert eine Bombe. Ausgerechnet in der Spielzeugabteilung. Dabei stirbt ein 60-jähriger Mann -- allem Anschein nach ein Opfer des Zufalls. Als es zu weiteren Bombenanschlägen kommt, wird Benjamin Malaussène allerdings misstrauisch. Er ist der bezahlte Sündenbock des Kaufhauses und mit allen Angestellten und Abteilungen des Konsummolochs bestens vertraut. Ihn wundert, dass bei jeder Explosion immer gezielt ein oder zwei ältere Menschen ums Leben kommen. Und merkwürdigerweise befindet sich Malaussène immer in der Nähe der Opfer. Als die Polizei ihren Verdacht schließlich auf ihn richtet, sieht er sich gezwungen, die Aufklärung der Verbrechen selbst in die Hand zu nehmen.
Paradies der Ungeheuer hat jedoch weit mehr zu bieten als nur eine spannende Handlung. Benjamin Malaussène ist der erstgeborene Sohn einer großen Familie, die ihn außerhalb seiner Arbeitszeit heftigst auf Trab hält. Seine eigenwilligen Brüder und Schwestern helfen ihm -- oft ungefragt -- bei seinen Ermittlungen, und als er auch noch eine wunderschöne Journalistin kennen lernt, gibt es kein Halten mehr. Darüber hinaus ist Daniel Pennac der wohl brillanteste Stilist des französischen Kriminalromans, dessen oft surreale Erzählweise den Stadtteil Belleville, in dem er ebenso wie seine Figuren zu Hause ist, in geradezu märchenhaftem Licht aufscheinen lässt.
Vom ausgesprochen einfallslosen Cover abgesehen, gibt es also nicht den Hauch einer Einschränkung: Der erste Band der Malaussène-Reihe, in angemessen detailverliebter Neuübersetzung, endlich wieder erhältlich! --Hannes Riffel
Kurzbeschreibung
Von Beruf ist Benjamin Malaussène Sündenbock, aber auch großer Bruder und Ernährer zahlreicher Halbgeschwister. Die ganze Sippschaft wohnt in einem alten Laden im bunten Pariser Stadtteil Belleville. Väter gibt es nicht, und Maman ist ständig in Liebesabenteuern unterwegs. Benjamin arbeitet in einem großen Pariser Kaufhaus in der Reklamationsabteilung, hält für alle Pannen seinen Kopf hin. Aber man will ihm noch mehr anhängen: eine Serie geheimnisvoller Bombenexplosionen im Kaufhaus, deren Opfer sich ausgerechnet immer in seiner Nähe aufhielten. Doch die Ermittlungen des Kriminalkommissars Coudrier führen in eine andere Richtung. Benjamin könnte aufatmen, wenn nicht zu Hause bei den Geschwistern dauernd etwas schief ginge: Jeremy bastelt in der Schule erfolgreich eine Bombe, Louna kriegt Zwillinge, Julius der Hund erleidet seinen ersten epileptischen Anfall. Und in all dem Trubel verliebt Benjamin sich unsterblich in die überwältigende Journalistin »Tante Julia«.
Der Verlag über das Buch
Endlich der erste aller Malaussène-Romane in einer neuen Übersetzung
Autorenporträt
Daniel Pennac, 1944 in Casablanca geboren, war Französischlehrer und hat sich mittlerweile ganz aufs Schreiben verlegt. Seine Malaussene-Romane sind in Frankreich Bestseller und gewannen auch eine deutsche Fangemeinde. Pennac hat außerdem Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht. Er lebt in Belleville/Paris.