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Produktinformation
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Wie von der Autorin solcher brillanter Romane wie Solomons Lied, Menschenkind und Jazz zu erwarten war, ist Morrisons Paradies kühn, politisch, zutiefst spirituell und mit komplexen wie unvergeßlichen Figuren besetzt.
Zeitverhältnisse sind in der Welt dieses besonderen Romans unklar. Obwohl er im Jahre 1976 spielt, wandert Morrison mühelos zwischen den Zeiten, indem sie den Leser zurück in die Vergangenheit zur Gründung von Ruby, einer schwarzen Ortschaft in Oklahoma, gegen Ende des Zweiten Weltkriegs führt, und dann noch weiter zurück zur Gründung der Vorgängersiedlung Haven.
Die Geschichte erinnert an die Handlung des biblischen Exodus: Eine Gruppe ehemaliger Sklaven zieht auf der Suche nach einer Heimat durch das Territorium von Oklahoma. Und über diesem starken Gespür für Personen und Orte weht ein Hauch von Übernatürlichem -- Geisterkinder huschen durch die Gänge einer verlassenen katholischen Mädchenschule und "unsichtbare Freunde" besuchen einsame Frauen in der Nacht.
Dadurch, daß Morrison die Geschichte des Ortes und seiner Bewohner porträtiert, bereitet sie die Grundlage für den Konflikt, der sich in dem heutigen Teil der Geschichte zusammenbraut: Der neue Pfarrer des Ortes bringt einen Hauch der Politik mit in den Ort, welche das Amerika der damaligen Zeit bewegte -- Bürgerrechte, Studentenunruhen, Straßenkrawalle --, Aktionen, die die unruhige Jugend des Ortes ansprechen.
Inzwischen ist in die 17 Meilen entfernte ehemalige Mädchenschule mit dem Beinamen "Das Kloster", eine kleine Gruppe unkonventioneller Frauen eingezogen. Ihre Geschichten werden in Kapiteln, die ihre Namen tragen, erzählt. Es sind Geschichten von Exil, Exodus und Heimkehr. Für die Männer von Ruby jedoch repräsentieren diese Frauen alles, was an der Außenwelt gefährlich ist, und als die heiligen Traditionen von Ruby zu bröckeln beginnen, machen sich neun Männer auf eine tödliche Jagd. Wie immer scheut sich Morrison nicht, die Beziehungen zwischen den Rassen und den Geschlechtern zu erforschen, und sie hat ein besonderes Talent dafür, Figuren zu schaffen, die einen immer mitfühlen lassen, selbst wenn sie nicht sympathisch sind. Paradies ist ein Buch, das Sie mehr als nur einmal lesen werden wollen, und jedesmal werden Sie etwas Neues finden, das Sie beschäftigen und in Erstaunen versetzen wird. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die schwarze Gemeinde von Ruby bekommt in den 70ern ungewollten und auch unerwünschten Zuwachs. Am äußeren Rand siedeln sich eine Handvoll Frauen an und bilden einen eher unkonventionellen Convent. Welche Geheimnisse es mit diesem Convent und vor allem mit der Gemeine von Ruby auf sich hat, wird nach und nach gelüftet.
Mit einer verblüffenenden Objektivität umreißt Morrision eine umgekehrte Rassen- und Klassenfeindlichkeit. Die Gemeinde von Ruby hält zusammen, heiratet in bestimmten Schemen und grenzt sich unter dem Denkmantel der endlich erlangten Eigenständigkeit von der Welt ab.
Wie das Ganze letztlich langsam eskaliert und worin es endet, muss man selbst lesen und vielleicht immer wieder neu lesen.
"Paradise" endet für den Leser auf gewisse Weise offen. Es bietet viel Raum für die eigene Projektion und Interpretation. Vielleicht finden Sie ja heraus, wer das weiße Mädchen war, oder ob "Paradise" nicht eher "War" hätte heißen sollen. ;)
"Paradies" steht definitiv in dieser Tradition. All das, was anfangs dem Leser unklar und verschwommen präsentiert wird, ist am Ende gestochen scharf. Und bedrohlich verständlich. Was kann eine Handvoll Männer dazu treiben, bis an die Zähne bewaffnet in eine ehemalige Klosterschule einzudringen und die dort lebenden Frauen ermorden zu wollen? Was passiert, wenn eine Frau erfährt, dass sie die Rettung ihres Kindes der Liebhaberin ihres Mannes verdankt? Was ist "Menschlichkeit" ohne "Toleranz"?
Am Ende wissen wir die Antworten auf diese Fragen, fühlen uns einerseits beruhigt und andererseits sonderbar beunruhigt. Denn es bedarf nicht viel...
Ein mitreißendes, doch auch erstaunlich ruhiges Buch, das zum Lachen und zum Weinen bringen kann. Absolut lebenswert.
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