Sie war wohl DIE Rocklady aus Deutschlands Osten - Tamara Danz. Als Anfang 1996 "Paradies" erschien, hatte sie nur noch wenige Monate zu leben. Sie, immer der Zeit ein wenig hellsehend oder durch den besonderen Durchblick voraus, besingt mit unverwechselbarer Stimme nicht mehr das Ende der DDR wie 1989, sondern die eigene Sterblichkeit. "Asyl im Paradies" ist ihr letzter Hit, den sie live schon nicht mehr bringen konnte. "Das einzige was mir noch droht, ist noch so ein Leben nach dem Tod" in "Flut" ist eine bittere, aber realistische Einschätzung der Lage vieler Ostdeutscher nach der Einverleibung in die westdeutsche Gesellschaft.
Noch einmal auch "Köter", ihre ehrliche Kampfansage an einen IM, noch einmal "Flieg" als Aufforderung zum mündigen Handeln, noch einmal das schönste und liebevollste "Schlaflied", das ich kenne.
Die 13 CD-Titel sind bei dieser Neuedition von BMG AMIGA durch fünf Raritäten ergänzt: "Bataillion d'amour" instrumental - "Verlorene Kinder" etwas eigenwillig (aber keinesfalls schlecht) interpretiert von Anne Haigis & Purple Schulz - der Italien-Hit, den Lina Sansone aus "Instandbesetzt" bastelte - "Bye,bye" als besonderer Abschied des City-Sängers Tony Krahl - und noch einmal "Flieg", wenig anders, weil man Gutes nicht extrem verändern muss.
Prädikat der CD: sehr gut, unbedingtes Muss für Silly-Fans, Tamara Danz-Fans und eigentlich für jeden Freund geiler deutscher Rockmusik.
Es ist gut, dass es diese Musik gibt, auch wenn mancher Radiosender sie meidet und lieber Zuhörer mit Minderwertigem einzulullen versucht.