Zuerst dies: Ich fand ihn recht unterhaltsam, diesen skandinavischen Krimi. Eine interessante Story aus dem gegenwärtigen gesellschaftlichen Leben. Die viele verschiedenen Stränge, die dabei miteinander verwoben werden, politische, soziale, psychologische, haben mich nicht gestört. Alles in allem solides Autoren-Handwerk.
Aber.
Irgendwie war mir ein bisschen zu viel von allem da. Ein bisschen zu viel persönliche Dramen, ein bisschen zu viel Selbstmitleid, ein bisschen zu viel Zögern und Zaudern, ein bisschen zu viel Tränen, ein bisschen zu viel Erschütterung, Schicksal usw.
An manchen Stellen fand ich, konnte man das Autorenhandbuch durch die Zeilen schimmern sehen. Sex sells. Also mindestens ein unmotiviert detailgenauer Geschlechtsakt untergebracht.
Alles in allem hat die Autorin (oder der Lektor?) sein Autorenhandbuch gelesen und verstanden. Und bei der Würze etwas tief ins Gewürzregal gelangt. Was besonders für die Werbeeinblendungen gilt.
Genau. Werbung. Die Verlage finden offenbar einen neuen Markt, aus dem sich finanzieren lässt. Mehrfach unmotiviert eingestreute Namen von Möbelhäusern, Modelinien, Designstores, wie unbeabsichtigt mehrfach fallengelassen, erzeugen das ärgerliche Gefühl, es mit einem Literatur gewordenen Privatfernsehen zu tun zu haben.
Fazit: Oberflächlich unterhaltsame Geschichte mit haufenweise ärgerlichen Nebenwirkungen.