Sonic Seducer - Musikmagazin, März 2010.
Fraglos ein ungewöhnlicher, aufsehnerregender Release. Und das nicht nur weger der visuellen Opulenz seines Artworks. Immer wieder gibt es Phasen in der Karriere einer Band, die sich unweigerlich zu bedeutsamen Kulminationspunkten verdichten, wo die Zeit einfach reif ist für die Band, die Band für die Zeit; genau dies scheint 2010 der Fall für die mitteldeutschen zu sein. Fast vier Jahre nach "Exile Paradise" besticht die neu-formierte Band mit einer Platte der souveränen Reife. Der musikalische Bogen spannt sich von undergroundigem Rock-Pop-Flair hinüber zu harscher Elektronik, man findet leichte Metallgitarreneinflüge, auch werden sehr intime Passagen von ruhiger Ausstrahlung gesponnen, und immer wieder füllen die Musiker die zweite Hörebene mit sorgsam ausgeführten Partikeln kleiner Noise-Widerhaken. Dennis´raue, zuweilen lässige Stimme baut allenthalben eine spannende Hypnotik auf, die neu hinzukommene Sängerin Nina schmiegt sich wie oftmmals gelungen daran - oder gestaltet sicher die Leadstimme, wie auch die von Antje beispielsweise bei "Schwarzes Licht". Songs wie "Set Me Free", "This Is All" ider "I Surrender" dürften der inzwischen schon erfolgreichen Auskopplung "My Despair", ihrer Ohrwurmqualitäten wegen, gefährlicher Konkurrenz bereiten. Aber solche Schicksalsschlägewird die Band wohl einigermaßen gut verkraften können. "La Parade Monstrueuse" markiert das fulminante Ende einer längeren Studioalbumpause.
Kurzbeschreibung
Vorhang auf für die Parade der schillernden und faszinierenden Freaks, die in einem morbiden Varieté, die dunkle Seite des Lebens zelebrieren. In Strict Confidence sind wieder da. Rauer, scheinbar ungeschliffener und doch noch ausgefeilter als noch auf ihrem Vorgängeralbum. Über drei Jahre haben sie sich Zeit gelassen - und die Zeit genutzt.
Was sich mit „My Despair“ schon andeutete, wird mit „La Parade Monstrueuse“ zur absoluten Perfektion getrieben. Willkommen in der Welt hinter den Spiegeln. In Strict Confidence sammeln die verschiedensten Bruchstücke, nicht nur ihrer eigenen musikalischen Geschichte, Spiegelscherben gleich auf, um sie zu einem neuen Ganzen zusammensetzen. In diesem Spiegelkabinett, stößt man immer wieder auf Überraschungen, zwischen scheinbar Altvertrautem und doch Neuem, um sich irgendwann komplett darin zu verlieren.
Dunkel romantische Melodien, die ihre Rhythmuswurzeln im Electro nicht verleugnen, sich aber weit darüber hinaus erheben. Etliche Hooklines schrauben sich nachhaltig ins Hirn, lassen einen nicht mehr los, während die Beine noch im Tanz zucken. Filigrane, vielschichtige Arrangements, die perfekt die Atmosphäre jener Parallelwelt widerspiegeln, werden durch den verstärkten Einsatz von rauen Gitarrenakkorden kontrahiert.
Mit „La Parade Monstrueuse“ beweisen ISC erneut ihre Ausnahmestellung und kreieren einen Klangkosmos in dem Darkwave-Elemente auf treibende Rhythmen, harte Gitarren auf filigrane elektronische Soundspielereien treffen. Über allem thront die düster-gebrochene Stimme von Dennis Ostermann, der als Confroncier durch diese morbid schimmernde Welt führt. Eine Welt, die ihre betörenden Momente hat, was die Vocals der neuen Sängerin, Nina de Lianin, auf beeindruckende Weise zeigen. Ihre Stimme ist Kontrapunkt und Ergänzung zugleich und fügt sich ebenso als Bereicherung in den ISC Soundkosmos, wie die neue Gitarristin, HayDee Sparks. Abgerundet wird dieses Gesamtkunstwerkes durch das, selbst für ISC Verhältnisse, extrem opulente Artwork von „La Parade Monstrueuse“ daß sich hier übe 20 Booklet-Seiten erstreckt. Lasst Euch entführen in diese wunderschöne, faszinierende Parallelwelt. Das Warten hat sich gelohnt!