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Papst beleidigt Humanisten


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1-21 von 21 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.07.2009 11:14:05 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.07.2009 11:16:48 GMT+02:00
T. Buchholz meint:
Nachdem ich gestern noch den guten Willen des Papstes gelobt hatte, musste ich heute Folgendes lesen:

BERLIN. (hpd/HVD) Papst Benedikt XVI. nutzt die jüngste „Sozial“-Enzyklika nicht nur zu einem Angriff auf den Relativismus im Allgemeinen. Er beleidigt den religionslosen Humanismus und seine Anhängerschaft weltweit.

Die Kernpassage dieser Enzyklika lautet: „Der Humanismus, der Gott ausschließt, ist ein unmenschlicher Humanismus. Nur ein für das Absolute offener Humanismus kann uns bei der Förderung und Verwirklichung von sozialen und zivilen Lebensformen ... leiten, indem er uns vor der Gefahr bewahrt, zu Gefangenen von Moden des Augenblicks zu werden.“

Dazu erklärt der Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands, Dr. Horst Groschopp:

„Humanismus ist keine Mode des Augenblicks. Seine Grundvorstellungen der Menschlichkeit sind älter als das Christentum. Der Papst spricht wie die Pro Reli-Kampagne: Ethik ohne Gott sei keine richtige Ethik. Humanismus beruht aber auf der Menschenwürde. Ihre Begründung geht bis auf die alten Griechen und Römer und die Renaissance zurück. Seine Hauptprinzipien sind Individualität, Selbstbestimmung, Kritik, Solidarität und Weltlichkeit. Humanismus bedeutet Menschlichkeit, woraus wir praktische Humanität ableiten.“

Der HVD geht davon aus, dass dialogbereite Katholiken diese Entgleisungen des Papstes nicht akzeptieren werden. Weiter erklärt der Präsident des HVD: „Wir sind uns gewiss, dass solche Äußerungen des Papstes von Konfessionsfreien als Aufforderung verstanden werden, sich mehr als bisher zum Humanismus als einer modernen Weltanschauung zu bekennen – auch durch Eintritt in den HVD.“

GG (http://hpd.de/node/7391)

Veröffentlicht am 09.07.2009 11:45:49 GMT+02:00
Stephan Urban meint:
...ein verkalkter tattergreis, dem weltweit die gläubigen davonlaufen.
ein witz eigentlich, dass der in einem palast sitzt und bejubelt wird.

gut war ja auch seine aussage, dass kondome aids verursachen.

ich glaube, wenn du dem statt der geplanten rede das römische telefonbuch hinlegst, lest er fünf minuten ab, bevor er draufkommt.

die besten päpste sind für mich die, denen die meisten gläubigen davonlaufen, eine besser form der aufklärung beherrschen die nikolos nicht....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.07.2009 12:39:31 GMT+02:00
Motörfader meint:
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Veröffentlicht am 09.07.2009 13:15:46 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.07.2009 13:22:14 GMT+02:00
T. Buchholz meint:
Humanismus ist im Gegensatz zu institutionalisierten religiösen Lehren eine offene Weltanschauung, die sich ständig durch neue Erkenntnisse und Selbstkritik weiterentwickelt - natürlich nicht in beliebige Richtung, sondern auf dem Fundament der von Groschopp genannten Hauptprinzipien oder Axiome - die aber keine Dogmen sind. Die von dir genannten Fragen sind grundsätzliche philosophische Fragen, die jede Weltanschauung zu beantworten versucht. Der säkulare Humanismus der Moderne schließt das "Absolute" (womit der Papst offensichtlich in erster Linie seinen eigenen personalen Gottesbegriff meint) vor allem deswegen aus, weil es dafür in Empirie und Logik keinerlei Hinweise gibt. Der Papst sagt im Übrigen nicht, dass ein gottloser Humanismus das Wesen des Menschen verfehlen könnte, sondern dass er es definitiv verfehlt und dadurch "unmenschlich" wird. Das ist schon harter Tobak und erinnert schwer an Meisner und Mixa. Belege für diese gewagte These finden sich freilich leider nur in der katholischen Dogmatik, nicht etwa in der modernen biologischen und philosophischen Anthropologie. Der säkulare Humanismus ist durch und durch agnostisch, einen zu 100% atheistischen Humanisten kenne ich nicht.

Veröffentlicht am 09.07.2009 14:48:48 GMT+02:00
Motörfader meint:
> Der säkulare Humanismus ist durch und durch agnostisch, einen zu 100% atheistischen Humanisten kenne ich nicht.
> Der säkulare Humanismus der Moderne schließt das "Absolute" vor allem deswegen aus...

Tja, bedeutet "ausschließen" oder "gottlos" jetzt ablehnen (a(nti)theistisch) oder einfach nicht beachten (agnostisch) ? Da müssen wir wohl das Vatikan-Dokument auf Latein lesen ;)
Meine (sehr begrenzte) Erfahrung mit Enzykliken und vatikanischen Texten ist, dass öfter absichtlich zweideutige Formulierungen und Anspielungen verwendet werden: man kann sie a la Meisner interpretieren, aber eben auch anders.

Wie ist denn die Haltung der säkularen Humanisten im HVD gegenüber dem nicht-säkularen bzw. christlichen Humanismus: wird er nicht ebenso als Irrweg, Wahnwitz, Gefahr etc. , eben als unmenschlich und zum Scheitern verurteilt betrachtet?

Veröffentlicht am 09.07.2009 16:01:57 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.07.2009 16:03:52 GMT+02:00
T. Buchholz meint:
Das "Ausschießen" bedeutet Wahrscheinlichkeiten abwägen und logische Schlussfolgerungen ziehen. Die Probleme Unendliche Regression, Theodizee, Unzuverlässigkeit von Wunderberichten und die Erklärung der menschlichen Natur durch evolutionäre Entwicklung sind wohl jene, die am stärksten gegen den traditionellen Gottesbegriff sprechen und viele Menschen zu starken Agnostikern (bzw. im Volksmund Atheisten) werden lassen.
Der HVD ist dem christlichen Humanismus weit mehr zugetan als z.B. die Brights oder die Giordano Bruno Stiftung und betreibt Religionskritik nur dann, wenn er sich direkt angegriffen fühlt (wie bei der Pro Reli - Debatte). Sein Hauptanliegen ist, säkulare Alternativen für religiöse Rituale zu bieten und eine "ethisch begründete Lebensauffassung nicht nur zu leben, sondern sie auch zu einer alltäglichen Selbstverständlichkeit in der Wahrnehmung der deutschen Öffentlichkeit werden zu lassen." (http://www.humanismus.de/textethemen)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.07.2009 17:51:27 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.07.2009 17:52:36 GMT+02:00
Kindle-Kunde meint:
Ich finde es vollkommen in Ordnung, dass der Papst uns immer wieder mal klar macht, zu welchen Denkweisen seine Ansicht von Religion und Glauben führt.

"unmenschlicher Humanismus" !!! ... darauf muss man erst mal kommen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.07.2009 14:11:26 GMT+02:00
Stanley meint:
"Der Papst sagt im Übrigen nicht, dass ein gottloser Humanismus das Wesen des Menschen verfehlen könnte, sondern dass er es definitiv verfehlt und dadurch "unmenschlich" wird. Das ist schon harter Tobak und erinnert schwer an Meisner und Mixa. "

Die drei in einen Sack...triffst immer den richtigen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.07.2009 14:13:09 GMT+02:00
Stanley meint:
Holger Barth meint:
Ich finde es vollkommen in Ordnung, dass der Papst uns immer wieder mal klar macht, zu welchen Denkweisen seine Ansicht von Religion und Glauben führt.

Ich auch.....soviele Eigentore in letzter Zeit von den Männer in den lustigen Gewändern. Könnte bald zum Ausgleich kommen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.11.2009 21:44:35 GMT+01:00
Alfred meint:
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Veröffentlicht am 12.11.2009 13:57:47 GMT+01:00
Stephan Urban meint:
naja...in österreich gibt es zwischen 40.000 und 60.000 kirchenaustritte pro jahr und es wird angedacht pfarren zusammenzulegen, weil es immer weniger pfarrer gibt.
das mit den kondomen hat er tatsächlich gesagt - im zuge der aufregung erklärte sein sprecher dann, dass dies deshalb stimme, weil kondome in afrika wiederverwendet würden...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.11.2009 12:22:39 GMT+01:00
Stanley meint:
In welchem Paralleluniversum lebst du denn??
Die Zahl der Katholiken wächst vlt. noch in den Ländern in den Bildung und Wohlstand die absolute Ausnahme sind...aber sonst schreibt der Trachtenverein eher rote Zahlen.

Veröffentlicht am 14.11.2009 02:32:01 GMT+01:00
T. Buchholz meint:
Eine hochinteressante Debatte über das Image des Katholizismus u.a. mit Christopher Hitchens (auf Englisch): http://www.youtube.com/watch?v=PvZz_pxZ2lw&feature=PlayList&p=F821DBF3CE3374A3&index=0

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.11.2009 15:51:25 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.11.2009 17:10:06 GMT+01:00
Stephan Urban meint:
ich empfehle übrigens allen hardcore katholiken einmal, sich mit dem ägyptischen sonnenkönig horus zu beschäftigen, der von einer jungfrau geboren wurde, dessen geburt von einem stern angezeigt wurde und der drei tage nach seinem tode wieder auferstanden ist....das ganze schon mehr als 3000 jahre vor JC...
wie es ja auch sonst kein wirkliches geheimnis sein dürfte, dass die lustigen bibelgeschichten alle aus alten mythen zusammengestohlen sind. auf jungfrauenkinder (wenn ein mann beteiligt wäre, könnte das kinderl ja gar nicht von gott sein), wunderwirker, aufersteher und himmelauffahrer trifft man in solch uralten geschichten (gilgamesch-epos ect.) immer wieder.

auch die moses-story gibt es mehrmals. klar übergeben die götter ihre steintafel am liebsten auf bergen, dann müssen sie sich ja auch nicht so tief bücken....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.08.2011 23:18:19 GMT+02:00
A-G-O meint:
Benedikt XVI ist weder verkalkt ....

ja das stimmt - er ist aber gefährlich, weil anscheinend die weltweite Verdummung zunimmt und damit der TEUFLISCHE Geldstrom die lustigen bunten keuleschwingenden 30000-Euro-RobenTräger mit den babylonischen MitraPlagiaten (gabs schon 4500 Jahre vor unserer Zeitrechnung im Original!) weiterhin befähigt, weintrinkend weitere verwässerte Wasserpredigten erfinden zu können.

Benedikt XVI ist weder verkalkt ....

ja das stimmt wieder - in Brasilien hat er noch vor geraumer Zeit dem Präsidenten die Konfirmation angedroht, - oder war's die Exkommunikation - ich kenn mich da überhaupt nicht aus - falls er es wagen würde, den geplanten Abtreibungsparagraphen nicht zu verhindern! - Dadurch hätte ich ja die weltweite Zunahme der Katholiken teilweise begründet.

Und: "Die Indios sind ja so glücklich, daß sie christianisiert worden sind!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" -
Das hat der "geistig himmelhoch Überlegene" gesagt. -

Die schlappen 20.000.000 Toten, die während dieser Christianisierung umgekommen sind ....?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.12.2011 23:00:01 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 19.12.2011 23:02:46 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.01.2012 02:06:17 GMT+01:00
Petra Kell meint:
Vielen, vielen Dank!!!!!!!!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.01.2012 18:13:09 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.01.2012 18:16:42 GMT+01:00
Marcel Oswald meint:
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Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.01.2012 18:15:12 GMT+01:00
Marcel Oswald meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.01.2012 14:25:43 GMT+01:00
Itna Tsirhc meint:
Gegendarstellung ihrerseits? Fehlanzeige. Also, was für einen Unsinn schreibt AGO ? Ansonsten eher blah blah von Ihnen.

Veröffentlicht am 23.04.2013 05:11:17 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.04.2013 05:22:31 GMT+02:00
un-ist meint:
Auszug aus einer Rezension zu dem Buch "So komme ich in die Hölle":
Zitat Ratzinger:
"Aber wir versuchen heut das, was nach damaligen Methoden - zum Teil kritisierbar -gemacht worden ist, jetzt aus unserem Rechtsbewusstsein zu machen. Aber man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts mehr verurteilt werden durfte ohne Inquisitio, das heisst, dass Untersuchungen stattfinden mussten."
Wenn ich mir dazu ein damalig zeitgenössisches Bildnis vor Augen führe, wo ein auf ein Rad gespannter Beschuldigter mit glühenden Zangen bearbeitet wird, und der Inquisitor sitzt daneben mit Feder und Tinte und notiert die herausgebruzzelten "Untersuchungs" - Ergebnisse, dann frage ich mich unmöglich zu Unrecht, in welch weltanschaulich perversem Gruselkabinett wir im Hier und Heute leben.
Wenn es allerdings den Straftatbestand des Verbrechen-gegen-die Menschlichkeit-Bagatellisierens gäbe, stellte sich zwingend die Frage, wem denn dies nachweislich anzulasten wäre, dem Ex-Pontifex selbst oder seinem seinerzeit direkten Einflüsterer, dem barmherzigen und allgütigen Herrgott höchstpersönlich, wahrscheinlich aber beiden.
Zumindest sollte jedem Kirchensteuerzahler bewusst sein, wozu er da Beihilfe leistet ...
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