Papillon - eine Odyssee zwischen Freiheit und Gefangenschaft, zwischen Hoffnung und Verzweiflung.
Papillon ist der Name eines französischen Staatsbürgers, der wegen Totschlags zu lebenslanger Haft verurteilt wird. Diese leistet er unter anderen in einem der berüchtigten französischen Arbeitslagern auf abgelegenen Insel ab, denen man nachsagt, dass eine Flucht von diesen absolut unmöglich ist. Doch das hindert Papillon nicht daran, genau das zu versuchen. Denn nur der Gedanken daran und an Freiheit in einem fernen Land hält ihn aufrecht. Und es scheint ihm tatsächlich zu glücken. Allerdings ist das erst der Beginn einer langen Reise voll von unmenschlichen Qualen und Rückschlägen, die jeden anderen Menschen vermutlich längst gebrochen hätten.
Der Bericht von Henri Charrière ist zweifellos eine sehr intensive und emotionale Schilderung aus der Perspektive Papillons. Das bedeutet auch, dass man es stilistisch mit dem Muster zwischen Reiserückblick und Tagebuch zu tun bekommt, das keineswegs an unerfreulichen Details und persönlichen Kommentaren spart. So wird man als Leser trotz anfänglicher Probleme mit der Vielzahl an französischen Namen, die nicht immer ganz leicht zuzuordnen sind, schnell in den Bann dieses Berichts gezogen. Und auch das Problem mit den Namen hat sich recht bald erledigt, denn je weiter die Handlung voranschreitet, umso übersichtlicher wird das ganze. Die Handlung ist im Prinzip sehr schlicht. Geradlinig - wie es anders bei dieser Form der Schilderung auch gar nicht sein kann - und dennoch voll von Entscheidungen und Wendungen, die man "aus der Ferne" nicht immer verstehen kann. Aber genau das ist es auch, was die Figur Papillons so interessant macht. Denn egal, in welch aussichtsloser Lage er sich befindet, er hat stets das Ziel voranzukommen.
Oliver Rohrbeck hat den Part des Hörbuchsprechers übernommen und ich kann nur festhalten, dass er ein vortrefflicher Sprecher für diese Erzählung ist. Gekonnt transportiert er die zahlreichen Emotionen des Berichts, intoniert die ganze Tragweite des Leids und der Ungerechtigkeit. Und es ist gewiss kein leichter Stoff, den sich Rohrbeck hier ausgesucht hat. Umso erstaunlicher, wie es ihm gelingt, den Hörer über die volle Distanz in einem Bann zu halten, dem man sich nur schwerlich entziehen kann.
Auf begleitende Musik oder Geräusche wird verzichtet. Ich habe sie hier ehrlich gesagt nicht vermisst, auch wenn ich mir rückblickend einige auf die Handlung abgestimmte Musikklänge gut hätte vorstellen können.
Fazit: Eine intensive Schilderung der Odyssee des Flüchtlings Papillon. Ein Stoff, den ich mir im Vorfeld als schwergängiger vorgestellt hatte. Dank Rohrbecks hervorragender Vortragsleistung wird man aber von einem regelrechten Sog erfasst.