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Der Papierkönig
 
 
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Der Papierkönig [Gebundene Ausgabe]

Hansjörg Schertenleib
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 343 Seiten
  • Verlag: Aufbau-Verlag; Auflage: 1 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351029802
  • ISBN-13: 978-3351029807
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 541.367 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hansjörg Schertenleib
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ausgezeichnet mit dem Preis für "neue deutsche literatur" 2003. Hansjörg Schertenleib gilt als einer der profiliertesten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Sein neuer Roman schildert die Geschichte eines Mordes und seiner schicksalhaften Folgen. Ein literarisches Meisterwerk über verlorene Unschuld und die Gespenster der Vergangenheit, über Abhängigkeit, Käuflichkeit und nicht zuletzt über das Erzählen - einfühlsam, poetisch und hochdramatisch. Der Journalist Reto Zumbach ist einem Verbrechen auf der Spur: Daniel Kienast, Torhüter der Schweizer Fußballnationalmannschaft, wurde während einer Irlandreise ermordet. Der Täter hatte Kienasts Freundin Nathalie gefangengehalten, um deren Liebe zu erzwingen. Zumbach fährt von Schauplatz zu Schauplatz, versucht, die Tragödie nachzuempfinden. Doch die Recherche wird zur schmerzlichen Aufarbeitung seiner eigenen Vergangenheit, führt ihn zurück in die Zeit der Zürcher Unruhen, als er einer Frau verfiel. Am Tatort mietet er sich ein Zimmer, da taucht Nathalie aufgetrieben vom Drang, ins Zentrum ihrer Angst zurückzukehren. Zu spät begreift Zumbach, daß sie beide in eine Geschichte geraten, die sich wie eine Folie über die Story legen läßt, an der er schreibt ... Ein kunstvoll gewebter, fesselnder Roman über den unausweichlichen Lauf des Schicksals und die Frage, was geschieht, wenn man seine Ideale verrät.

Über den Autor

Hansjörg Schertenleib, 1957 geboren. Lebt seit 1996 als Autor und Übersetzer im County Donegal in Irland. Für sein Werk erhielt Hansjörg Schertenleib zahlreiche Auszeichnungen; zuletzt den Kranichsteiner Literaturpreis für seinen Bestseller "Das Zimmer der Signora". Seine Theaterstücke wurden an mehr als 20 Bühnen in Deutschland, Österreich, Belgien, Irland und der Schweiz gespielt. "Die Prozession der Männer", Erzählungen, 1985. "Die Geschwister", Roman, 1988. "Der stumme Gast", Gedichte, 1989. "Der Antiquar", Erzählung, 1991. "Das Zimmer der Signora", Roman, 1996. "November. Rost", Gedichte, 1997. "Die Ferienlandschaft", Roman (bearbeitete Neuausgabe), 1998.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Kein gutes Ende, 24. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Papierkönig (Gebundene Ausgabe)
Nach den ersten 100 Seiten dachte ich, dies sei das beste Buch eines deutschsprachigen Autors, das ich seit Ewigkeiten gelesen habe, dann wurde es etwas langatmig und zum Schluss meiner Meinung nach fast richtig schlecht. Die Stärken des Buches liegen in den sehr deutlichen erzählerischen Vorzügen. Die Figuren ziehen einen - zumindest anfangs - sehr in den Bann. Wenn Schertenleib eher realistisch Zumbachs Kindheit, seine Beziehung zu Stephanie, Nathalies Beziehung zu Daniel und die Geschichte des Papierkönigs und Bösewichts Kolk erzählt, ist das Buch packend und originell. Zum Schluss werden dann verstärkt Techniken des avantgardistischen Erzählens angewandt, die Story bricht auseinander. Dies ist an sich noch nicht das Problem. Das Schlimme ist, dass man das Gefühl hat, dass das Zusammenhangslose und Assoziative eher das Problem verdeckt, die Fäden der einzelnen Figuren nicht mehr zusammendenken und die Geschichte nicht mehr zu Ende bringen zu können, was wirklich schade ist. Dass die Protagonistin Nathalie ausgerechet zweimal einem wirklich ultrabrutalen Gewaltverbrechen zum Opfer fällt, wirkt billig, vollkommen unrealistisch und zerstört die Dramatik des ersten Teils.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Fantastisch erzählt, aber ..., 5. Oktober 2003
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Papierkönig (Gebundene Ausgabe)
Reto Zumbach, Journalist beim Hamburger Abendblatt, gebürtiger Schweizer, Anfang dreißig, macht sich auf den Weg nach Irland, weil er ein Buch schreiben will: Die wahre Geschichte eines Mordes, begangen vom sechzigjährigen Papierfabrikanten Richard Kolk - ein Deutscher mit Ferienhaus an der irischen Küste - am Torhüter des FC Zürich, Daniel Kienast. Ein Verbrechen aus Leidenschaft, sofern man bei dem nüchternen, berechnenden Unternehmer von Gefühlen reden kann: Kolk wollte, bekam dann auch Natalie - gegen ihren Willen -, die Partnerin des Fußballstars - zufällig auch die beste Freundin von Zumbachs Schwester, was letztlich der Anlaß dafür ist, daß er die Geschichte erzählen will. Natalie befindet sich seither in der Psychiatrie, Kolk sitzt im irischen Knast und schreibt ruppige, aber wohlformulierte Briefe.

Schon anfangs, als Zumbach auf der Fähre unterwegs ist, erfährt der Leser viel über diesen unentschlossenen, weichen, für allerlei emotionale Einflüsse anfälligen Journalisten, der seinen Eltern vorgaukelt, beim "Spiegel" zu arbeiten, der immer noch seiner großen Liebe Stefanie nachhängt, trotz aller Demütigungen durch die viel stärkere, selbstbewußtere Frau. Und so erzählt der Roman vier Geschichten: Eben jene von der vergangenen Liebe, jene von der Suche nach den Schauplätzen der Mord-Vorgeschichte, jene von Natalie, die in der geschlossenen Abteilung sitzt, und die von Kolk, der Zumbach einige Briefe geschickt hat. Zumbach bewegt sich durch Irland, folgt der Spur der tragischen Urlaubsreise des frischverliebten Paars, aber gleichzeitig ist er sehr passiv, nimmt zur Kenntnis - die Dinge passieren ihm. Seine größte, aktivste Leistung besteht darin, sich überhaupt auf den Weg zu machen. Er ist insofern ganz Journalist, Chronist, aber gleichzeitig fehlt ihm die Fähigkeit, sein eigenes Leben von dem zu trennen, was Gegenstand seiner Recherchen ist. Das Buch - Zumbachs Buch - ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

"Der Papierkönig" scheint unglücklich betitelt, aber hier wie auch ansonsten im Roman nehmen vordergründige - wie diese - und weit weniger vordergründige Doppeldeutigkeiten großen Raum ein. Die Suche, die stattfindet, ist auch die Suche nach dem eigenen, verlorenen Leben; obwohl noch vergleichsweise jung sieht die Bilanz von Zumbachs Leben niederschmetternd aus.

Ich bin hin- und hergerissen, denn das Buch ist fantastisch erzählt, Schertenleibs Sprachgewalt und Bilderreichtum nehmen den Leser sehr schnell für sich ein. Seine Figuren sind plastisch, seine Geschichten sind spürbar, seine Beschreibungen erzeugen fast visuelle Eindrücke. Lange, lange habe ich keinen deutschsprachigen Roman mehr gelesen, der so vortrefflich geschrieben war. Aber, aber. Irgendwas an der Geschichte stimmt nicht - viele Motivationen, Ursachen, Zusammenhänge bleiben unscharf bis völlig unerklärt, Schertenleib stößt seine Hauptfigur ein bißchen zu sehr herum, das Ende hat reichlich unbefriedigende Züge, eigentlich stiehlt sich der Autor aus der Verantwortung. Dennoch lohnt sich das Buch, alleine eben wegen der Tatsache, daß es sprachlich rundum überzeugt.

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Am Schluss bleiben Fragen, 23. Dezember 2003
Von 
zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Papierkönig (Gebundene Ausgabe)
Ich fand die ersten 300 Seiten von Hansjörg Schertenleibs Roman sehr interessant, aber die letzten 50 Seiten trübten meine Freude am Buch stark. Im "Papierkönig" werden verschiedene Geschichten parallel entwickelt und erzählt. Schertenleib spannt ein spannendes Beziehungsgeflecht auf, aber am Schluss fehlt die Auflösung. Die einzelnen Erzählstränge werden nicht zusammengeführt, sondern die Geschichten fallen auseinander, weshalb der Leser am Schluss eher ratlos zurück bleibt.
Es geht um den wenig erfolgreichen Journalisten Zumbach, der in Irland den Tod des Fussballers Kienast recherchiert. Da Kienasts Freundin Nathalie die Freundin seiner Schwester war, hängen beide Geschichten stark zusammen. Die recherchierte Geschichte ist somit immer auch Teil seiner eigenen Geschichte. Besonders stark fand ich den Erzählstrang, der von Zumbach und seiner langjährigen Freundin Stephanie handelt. Namentlich, wie sie sich während der Zürcher Jugendunruhen Anfang der Achtziger Jahren kennen gelernt und wie sie sich von Spontis zu eigentlichen Spiessern entwickelt haben. Einzig Zumbach entledigt sich schliesslich vom Spiessertum.
Für mich ist ziemlich unklar geblieben, warum der Roman eigentlich "Der Papierkönig" heisst, denn die Figur des Unternehmers und Mörders Kolk ist nur eine Nebenfigur, welche geheimnisvoll und völlig unfassbar ist. Die eigentliche Hauptfigur ist Zumbach. Sprachlich ist der Roman dagegen ganz stark. Die einfache, poetisch wirkende Sprache erinnert mich an Silvio Blatter.
Der Roman ist auch als Hommage an Max Frisch angelegt. Schertenleib gibt auch einen klaren Hinweis, als er von einer Busreise ins mexikanische Palenque berichtet. Das ist ein Fingerzeig auf "Homo Faber". Max Frisch schrieb auch über die gleiche Thematik, nämlich der Frage nach der eigenen Identität, wie zum Beispiel in "Stiller" oder "Biographie: Ein Spiel". Mit einer Vorkenntnis von Frischs Werk würde Schertenleibs Roman viel verständlicher.
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