Cristin Claas letztes Album hat einem nach mehrmaligem Hören total in den Bann gezogen, Songs wie "The shadow of your words", "Wednesday" oder "Underwater woman", "Unschuld" und "Röslein", waren so gestrickt, dass man sich immer wieder daran begeistern konnte.
Genauso scheint es auf dem neuen Album zu sein:
Kristallklarer Gesang gepaart mit nur wenigen Instrumenten schaffen Tiefe und Nähe zur Künstlerin und zur Musik, die man oft bei anderen Interpreten/Gruppen aus der Retorte vermisst.
Sehr schöne Texte, die oft poetisch klingen, teilweise aus dem Leben, teilweise Phantasie, komplettieren das Gesamtbild. Die Musik ist stets entspannt, aber immer wieder auch mal aufwühlend und abwechslungsreich, eben durch alle Stimmungen gehend.
Das neue an dem Album sind die drei Songs, die mit einem Orchester eingespielt wurden, was hervorragend passt.
So sind für mich die absoluten Highlights des Albums die beruhigenden Songs "Rain pours down" und "Lass mich sinken", die auch Länge (fast sechs Minuten) wagen und auch mal die Instrumente in den Vordergrund stellen, die Akustikgitarre oder die Streicher passen perfekt zur Stimme von Cristin Claas.
Auch die etwas fröhlicheren Songs wie der Opener "Longing for poetry" oder "Companion" schaffen trotz weniger Instrumente einen kompletten Eindruck. "Awake" wirkt dagegen fast schon düster. "Wo gehst du hin" ist sehr nachdenklich als Abschluss des Albums. "Spring" verbindet verschiedene Stimmungen, so wie es im Frühling eben sein sollte.
Für mich sollte das Trio noch mehr mit Instrumenten spielen wie in "Hüzün" und auch komplette, längere Songs draus machen, die Orchestrierungen können noch öfters eingesetzt werden, klingt einfach super.
Ein schönes, leichtes Jazzalbum aus Deutschland, das die Sängerin und ihre Gruppe noch bekannter werden lassen sollte, die Qualität ist da.