Man sollte meinen, vier Jahre Majorknechtschaft hätten prägen müssen. Ketten für das Anderssein, ein Hobel für die Ecken und Kanten ... Man kennt das ja. Doch sieh und staune: "Paper Walls", Yellowcards drittes Album beim Großlabel, ist mit einem gekonnten Mix aus Uptemponummern und Adoleszenzballaden tatsächlich auch das abwechslungsreichste geworden. Nachdem der Vorgänger "Lights and Sounds" für seine orchestrale Überzuckerung gescholten wurde, besinnt sich das Quintett mit der Violine im Repertoire wieder auf seine Stärken: Punkhooks mit Durchschlagskraft, poppige Mitsingsongs mit Ohrwurmgarantie, Powerchords und klaren Songaufbau. Nach zehn Jahren Bandgeschichte haben Yellowcard immer noch das Patent für die großen Melodien - nie bahnbrechend, aber konstant; oft schlicht, aber immer gekonnt. (nh) www.kulturnews.de