Nachdem Clifford Joseph Harris Jr. letztes Jahr aufgrund seiner illegalen Waffenschiebereien Gefahr lief eine langjährige Gefängnisstrafe absitzen zu müssen, fürchteten viele T.I. Fans, der King würde erst mal in der Versenkung verschwinden. Doch es kam anders, bereits unter Hausarrest stehend begann er neue Tracks zu schreiben und arbeitete dank des Internets mit diversen Produzenten zusammen um sein neuestes Werk "Paper Trail" voranzutreiben. Und er kam mit einem Paukenschlag zurück: Die 2. Single Whatever you Like" bescherte T.I. seinen ersten Nr. 1 Hit und brach U.S. Chartrekorde. Nach diversen Fake-Tracklists in den letzten Wochen ist nun auch endlich das mittlerweile 6. Studioalbum fertig. Doch "Urban Legend", das großartige "King" oder zuletzt "T.I. vs. T.I.P." haben die Messlatte hoch angesetzt! Zur Einzelwertung:
1. 56 Barz (Intro)
Dass TIP und DJ Toomp zusammen ein magisches Duo bilden, ist sicherlich kein Geheimnis mehr. Das zeigen sie auch hier. Ein Intro wie man es sich nur wünschen kann! Herrlich zum mitnicken und zuhören... Willkommen auf Paper Trail!
2. I'm Illy
Diesmal hört man einen Chuck Diesel-Track, was hier äußerst erfrischend wirkt! Tatsächlich legt er einen wirklich hörendwerten South-Beat hin auf dem Mr. Harris grandios flowt. Super Fortsetzung des Intros!!! Um mit Tips Worten zu reden: It's tha King, Bitch!
3. Ready for Whatever
Drumma Boy, der bereits am vor wenigen Wochen erschienen Jeezy-Album kräftig mitbastelte, mischt hier wieder ordentlich mit. Definitiv kein Fehler. T.I. kommt auf einem perfekten mid-tempo Beat daher und rappt über all die Herausforderungen die er bereits meistern musste und die noch kommen... Super Track.
4. On Top of the World (feat. B.o.B. & Ludacris)
Nachdem beide Künstler ihren jahrelangen Beef beigelegt haben, zeigen sie uns hier wieso das notwendig war: Nard & B liefern einen sehr geilen Synthi-Beat ab, der Refrain ist richtig gut gesungen und T.I. und Luda sorgen für den Rest! Besonders Luda's Vers ist eine richtige Bombe. Ein Highlight des Albums!
(P.S. auf Luda's kommendem Album befindet sich ebenfalls ein von DJ Toomp produzierter hörenswerter Track der beiden, "Wish you would")
5. Live your Life (feat. Rihanna)
In den ersten Sekunden des Tracks wird sicherlich jeder erst mal schmerzverzerrt das Gesicht verziehen, denn "Dragostea Din Tei" von O-Zone (!) ist keineswegs der Einstieg den man bei einem T.I. Track erwartet. Zwar ist der von Rihanna gesungene Refrain und der Song insgesamt auch sehr kommerziell angelegt, doch wer sich daran nicht stört bekommt einen wahnsinns R'n'B Ohrwurm geliefert. Zur allgemeinen Überraschung saß hier übrigens Just Blaze (!) an den Reglern. Achtung, ansteckender Track!
6. Whatever you like
Gleich zu beginn hört man die Ähnlichkeit zwischen Lil' Waynes "Lollipop" und den Synthesizern und den Drums die einem hier geboten werden. Und das nicht zufällig. Beide Nr. 1 Singles wurden von Jim Jonsin produziert. Er sampelt hier den "Redemption" Song aus Rocky 2. Zu diesem Song brauch nicht mehr allzu viel gesagt werden, ein weiterer Ohrwurm der Mr. Harris an die Spitze der Charts beförderte!
7. No Matter What
Als bereits im April dieses Jahres dieser von Danja produzierte Track auf StreetCred.com erschien, erleichterte allen T.I. Fans das warten auf sein neues Album erheblich. Denn dies ist definitiv einer der stärksten Songs des Albums. Kräftige Drums, unterlegt mit eingängiger Melodie und dazu T.I.'s Talent seine Rhymes perfekt zum Rhythmus zu platzieren machen diesen Song geradezu zu einem Genuss! Er schildert uns hier auch die schwierige Zeit durch die er im vergangenen Jahr gehen musste, doch lässt keinen Zweifel daran dass ihn nichts aus der Bahn wirft! Absolutes Highlight!!!
8. My Life your Entertainment (feat. Usher)
Drumma Boy bastelt uns hier einen weiteren direkt ins Ohr gehenden Song für die Charts zusammen. Usher's Refrain passt allerdings auch hier wie die Faust aufs Auge. Mr. Harris philosophiert über seine Rolle als bloßes Unterhaltungsinstrument fürs Publikum. Auch hier beherrscht er die R'n'B Schiene als hätte er nie etwas anderes gemacht.
9. Porn Star
Lil' C probiert sich hier nun mal an einem recht "sanften" Beat bei dem das ein oder andere nicht so recht passt. Der Song klingt so wie der Name schon ahnen lässt. Da alle vorherigen Tracks jedoch tadellos waren, wage ich mich nicht den Track als "misslungenen" zu bezeichen.. ;-)
10. Swing ya Rag (feat. Swizz Beatz)
Hier nun wieder mal ein Clubbanger von Swizz Beatz und Mr. Harris, die ja mittlerweile auf eine langjährige gemeinsame Produktionserfahrung zurückgreifen können. So überrascht es keineswegs, dass hier ein solider Track für die Clubs zustande gekommen ist, auch wenn Swizz' Produktionsleistungen meiner Meinung nach nicht grade den Kreativitätspreis verdient haben. Dennoch guter Track!
11. What's up, What's Happening
Timbalands Langzeit-Attaché Danja lässt es sich hier nicht nehmen, einen würdigen Nachfolger für "Top Back" von "King" zu kreieren (zumindest von Beat her, weniger vom Inhalt). Gleich zu Beginn wird klar, dass einem hier kein R'n'B-Gesäusel erwartet, sondern T.I. vom feinsten. Er geht hier auf seine Fehde mit ATL's Shawty Lo ein (auch wenn er ihn nicht beim Namen nennt, nur von "Hatern" redet), der immer wieder T.I.'s Herkunft aus Bankhead anzweifelt. Nach diesem Track erscheinen Shawty's Attacken auf TIP geradezu lächerlich, besondern wenn man das dazugehörende Video gesehen hat. Fazit: Super Track, auch um die Anlage im Auto bis aufs Höchsmaß zu strapazieren!
12. Every Chance I Get
Auch geben sich Toomp und Tip keine Blöße, gemeinsam sorgen sie für einen weiteren soliden Track. Allerdings sticht dieser weniger raus, wohl aufgrund der Tracks Nummer 11 und 13 die ihm die Show stehlen...
13. Swagger Like Us (feat. Kanye West, Jay-Z & Lil Wayne)
Wenn man sich allein die Features anschaut, ist das natürlich eine absolute Traumkombination für jeden Liebhaber von Rapmusik. Kanye West legt einen recht relativ einfachen Beat hin, die Drums von schnörkelloser Synthesizermelodie unterlegt. Am Anfang klingt der Refrain recht gewöhnungsbedürftig, doch nach mehrmaligem weiß man den Song durchaus zu schätzen! Alle vier Schwergewichte zeigen auf diesem Song dass sie ihren Status im HipHop Game nicht umsonst genießen. Doch vielleicht hätten Kanye und Weezy lieber auf ihren Vocoder á la T-Pain verzichten sollen. Besondern gefällt mir Jigga's Vers. "It's Hovaaaaa!!!"
14. Slide Show (feat. John Legend)
Die Klavierklänge am Anfang lassen schon auf einen ruhigen Track schließen, doch einen Schwachpunkt des Albums sollte niemand hier erwarten. John Legens Refrain passt wirklich gut in den simpel aus Piano und Drums bestehendem Beat (Elvis 'Blac Elvis' Williams!). Starker Song!
15. You ain't missin' nothing
Auch hier geht es wieder eher langsam zu, Drumma Boy kreiert einen für ihn recht ungewöhnlichen, aufgrund des Saxophons nach Jazz klingendem Beat. T.I. erzählt mehr als dass er rappt. Auch diese 5 Minuten muss man mehrmals hören um sie wirklich zu genießen!
16. Dead and Gone (feat. Justin Timberlake)
Hier lassen sich das Nr. 1 Duo Justin und Timbo mal wieder blicken. Nach "My Love" von Justin Timberlake, auf dem alle drei sich schon mal kennen lernten, haben sie offensichtlich Lust auf mehr bekommen. Egal wie man zu Timbalands Popmusik steht, doch zweifellos gehen Beat und Justins Refrain hier Hand in Hand und enttäuschen keinesfalls. Besonders die Melodie macht schnell süchtig... guter Abschluss des Albums!
Um es kurz zu machen: Grandioses Album! T.I. hat eine wirklich gute Mischung aus Street-Tracks und kommerziell orientierten Songs gefunden! Sein Talent seinen Flow an jeden Beat perfekt anzupassen und oft zu variieren beweisen, dass er zu den Besten im Süden gehört. Viele werden sich vielleicht an den Kommerzfeatures und -songs (Rihanna, Timberlake, Usher usw...) stören und den Poprap kritisieren, doch T.I. beweist auf Tracks wie "What's up What's Happening" und "no matter what" dass er nach wie vor der selbe ist den wir von "KING" und den Vorgängern kannten. Besonders beeidruckend ist, wie er mit seiner Situation aufgrund des Gerichtsverfahrens umgeht und alle Hater die ihn am Boden sehen wollten eines besseren belehrt. Daher steht dieses Album dieses Jahr im Stellenwert bei mir gleichauf mit Carter 3 und LAX, auch wenn sich alle drei schlecht vergleichen lassen. Tolle Arbeit, Clifford Harris.
Für mich daher still da KING OF THE SOUTH