Als ich den Titel des Buches gelesen habe, musste ich es sofort kaufen, weil ich dachte hier eine gute Infoquelle zu diversen Verhaltensproblemen und -störungen bei Papageien gefunden zu haben. Der Eindruck nach dem Lesen des Buches war aber mehr als enttäuschend. Hier wird (malwieder) nichts als vermenschlicht und "therapiert", anstatt ganzheitliche Lösungsvorschläge zu nennen. So gut wie kein Wort fällt über geeignete Unterbringungsmöglichkeiten von Papageien (in den meisten zitierten Fallbeispielen liegt Käfighaltung vor und wird in den Antworten der "Expertin" auch kaum kritisch bewertet), Einzelhaltung wird in keinster Weise abgelehnt, und es scheint laut den Ausführungen in diesem Buch grundsätzlich notwendig zu sein, Papageien zu trainieren oder zu erziehen. Papageien sind wirklich anders - sie gehören zu den am meisten falschverstandenen Tieren in Menschenobhut, werden zu oft vermenschlicht und in eine „Haustierrolle" gedrängt, in die sie aufgrund ihres komplexen Sozialverhaltens schlicht und einfach nicht passen. Als Lösungsvorschläge für diese Probleme hält dieses Buch nur Trainigsmethoden als "Therapie" bereit, ohne sich dabei grundsätzlich mit den Ursachen (Tier-Mensch-Beziehung, Haltungsform, Unterbringung, etc.) auseinanderzusetzen. Wer Verhaltensprobleme bei seinem Tier / seinen Tieren lösen möchte, anstatt lediglich die Symptome zu unterdrücken oder abzuschwächen, sollte sich nach anderen Ratgebern umsehen. (zum Beispiel "Verhaltensstörungen bei Papageien" von Werner Lantermann)