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5.0 von 5 Sternen
Alltagstauglicher Ratgeber für junge Familien, 18. Dezember 2007
Papa ist die beste Mama
Trotz der Emanzipationsdebatte hat sich im Rollenverständnis der Väter bisher nur wenig bewegt. Das Thema, das Svenja Hofert aufgreift, ist also nicht neu, trotzdem so aktuell wie vor 30 Jahren. Gut an dem Buch finde ich, dass es auf eine theoretisch-ideologische Diskussion verzichtet und das Thema von der praktischen Seite anpackt. Es antizipiert die typischen Konfliktsituationen des Alltags einer jungen Familie ohne der Versuchung zu erliegen, für jedes Problem eine fertige Lösung anzubieten. Checklisten mit Testfragen erleichtern die eigene Standortbestimmung. Man spürt beim Lesen, dass da keiner vom Katheder aus doziert, sondern hautnah aus dem eigenen Alltag berichtet.
Mathias Thurm
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5.0 von 5 Sternen
Wie Eltern Küche, Kinder und Karriere gemeinsam wuppen!, 28. November 2007
Rezension "Papa ist die beste Mama"
"Ratgeber zum Rollentausch"
Wie Eltern Küche, Kinder und Karriere gemeinsam wuppen!
Nicht nur, sondern auch...
Karriereberaterin Svenja Hofert kennt den Elternrollentausch aus eigener Erfahrung. Sie selbst hat gemeinsam mit ihrem Mann bei der Erziehung des Sohnes neue Wege eingeschlagen. Während ihr Partner sich als 75-Prozent-Papa für den mittlerweile 6jährigen Sohnes betätigt, arbeitet die Mama als Dozentin und Coach und schreibt leidenschaftlich gerne Bücher. 15 sind schon auf dem Markt. Ihr Ehemann kümmert sich aber nicht nur um Sohn Leander, sondern auch um seine Karriere. Wenn der Filius in der Schule ist oder Svenja Hofert abends zu Hause, setzt er sich an den Laptop und schreibt als Kulturjournalist für die Tages- und Wochenpresse.
Wer ist der Kümmerer?
Svenja Hofert macht jungen Eltern Mut, festgefahrene Mann-Frau-Muster zu verlassen und zunächst einfach zu schauen, wer in der Beziehung was besonders gut kann. Wer ist der fürsorgliche Part in der Beziehung? Ist es die Frau oder der Mann, der besonders gern kocht und umsorgt? "Uns war immer klar, dass ich eine bessere Mama abgeben würde. Ich habe einfach Spaß am Kümmern. Meine Frau ist beruflich erfolgreich und eher der Karrieretyp", sagt einer der interviewten Väter. Frauen sollten nicht nur, weil sie Frauen sind, denken, dass sie zwangsläufig die besseren Betreuerinnen ihrer Kinder sind, meint Svenja Hofert.
Väter planen die Elternzeit
Bei der Familienplanung sollten sich die Partner fragen, ob überhaupt ein Partner auf den Job verzichten muss? Der Hausmann ist nur eins von verschiedenen Vatermodellen und nicht unbedingt das partnerschaftlichste, wie Svenja Hofert anschaulich beschreibt. Der so genannte "Haumä" ist tatsächlich der Voll-Hausmann, der über einen kürzeren oder längeren Zeitraum ganz aus dem Job aussteigt. Das tun aber nur wenige Männer. Denn die meisten neuen Väter planen ihre Elternzeit genau und setzen schon vor Beginn der Vaterschaft fest, wann sie wieder in den Beruf einsteigen wollen. Die Vaterzeit, bemerkt Svenja Hofert, laufe anders als bei vielen Frauen, die ihre Karriere nach der Geburt des ersten Kindes eher aus der Hand geben. Kaum ein allen erziehender Vater lebt von Hartz 4, während es bei allein erziehenden Müttern doch ein recht großer Prozentsatz ist. Das Buch wird rund dadurch, dass neben Interviews mit Papas und Mamas und praktischen Tipps der gesellschaftliche Blickwinkel gegenwärtig ist. In einem Extra-Kapitel werden familienfreundliche Unternehmen vorgestellt und Tipps für Fördermöglichkeiten sowie den Wiedereinstieg des Vaters gegeben.
Der Mann geht hinaus ins feindliche Leben
Auch die häufigste Spezies Vater bleibt nicht unerwähnt. "Allies" nennt Svenja Hofert jene 88 Prozent der männlichen Alleinverdiener, die gleichzeitig die beruflich engagierteste Bevölkerungsgruppe in Deutschland darstellt. Hier herrscht die Frau in den eigenen vier Wänden und bestimmt nahezu unbeeinflusst vom Vater die Kindererziehung, der Mann dagegen stürmt hinaus ins feindliche Leben. Manchmal kommt er gar nicht so gern nach Hause zurück, da die laute Familie den beruflich gestressten Vater bisweilen überfordert.
Von Fairpas und Mopas
Ein alltagstaugliches Role Modell ist der so genannte "Fairpa". Er setzt mit seiner Partnerin auf eine 50/50 Lösung. Ein tolles Modell, leider ist es fast nur von Selbständigen umzusetzen, die ihre Zeit frei einteilen können.
"Mopas" hingegen fahren ihren Job für eine Zeitlang herunter, vielleicht von fünf auf vier Tage die Woche, oder sie nehmen die zwei bezahlten Vätermonate - von einigen bayrischen Politikern Wickelvolontariat genannt. Mopas sind Papas, die in einer vaterlosen Gesellschaft aufgewachsen sind und die ihren eigenen Kindern eine andere Kindheit verschaffen möchten, als sie selbst erlebt haben. Die meisten von ihnen sind doch eher Karriere orientiert, sie möchten oder können ihren Job nicht aufgeben, meistens verdienen sie mehr als ihre Partnerinnen. Trotzdem bringen sie sich aktiv bei der Erziehung ein und unterstützen ihre Frauen dabei, dass sie weiterarbeiten können. Unternehmensberater Andreas Schmidt ist ein Mopa, der für 14 Monate aus dem Beruf ausgestiegen ist. "Meine erste Ehe ist daran zerbrochen, dass ich mich nur auf die Karriere konzentriert habe. Einen geschäftlichen Erfolg kann man immer wieder aufbauen. Wie ein Kind groß wird, erlebt man nur einmal".
Rollentausch als Zukunftsprojekt einer kleinen Minderheit?
Jetzt vielleicht noch, aber der Eltern-Rollentausch ist in Großstädten wie Hamburg Altona oder Berlin Kreuzberg oder Köln schon durchaus normal. Auf manchen Spielplätzen sind die Papas mit Kindern in der Überzahl. Beim Kinderturnen werden die Kleinen von ihren Vätern angefeuert. Im Straßencafe sitzen zufrieden blickende Männer vor ihrem Latte Macchiato und schieben den Kinderwagen rhythmisch auf und ab.
Die Regierung fördert die Väterzeit über das Elterngeld. Doch so wirklich haben die Väter noch nicht angebissen. Gerade einmal 10 Prozent der Väter hat in diesem Jahr Elterngeld beantragt. Meistens auch nur für zwei Monate. Immerhin ein erster Schritt zu einem neuen Gesellschaftsmodell, in dem Väter nicht am Tag nur Geldverdiener und abends ausgelaugte Couchpotatoes sind und Mütter den Karriereknick nach dem ersten Kind nicht mehr selbstverständlich finden.
Der Ratgeber "Papa ist die beste Mama" gibt Vätern und Müttern Tipps, ausgetretene Pfade zu verlassen, das Buch macht Lust, den Elternalltag partnerschaftlich zu bewältigen. Nach der Devise Elternglück und Karrierefreuden zu gleichen Teilen für Mama und Papa!!!
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2.0 von 5 Sternen
nicht schlecht, aber auch nicht..., 30. März 2009
...wirklich überzeugend für mich als Papa. Für eine Elternzeit nicht relevant. Zu sehr aus der Sicht einer Frau geschrieben. Titel sagt mehr aus, als die Autorin wahrscheinlich wollte.
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