Es ist so weit. Der Rezensent wird Vater. Und plötzlich wird er mit diesem alten Spruch konfrontiert: Vater werden, ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Und kaum hat man die Nachricht im Freundeskreis verkündet, schon gibt es die erste Buchempfehlung für den Vielleser.
Das vorliegende Buch liest sich schnell, es ist übersichtlich aufgebaut und auf komplexe Erklärungen wird weitgehend verzichtet. Ich sage mal vorsichtig: Es ist auch für werdende Väter geeignet, die nicht eine akademische Ausbildung abgeschlossen haben. Dabei wird aus meiner Sicht sehr gut auf die für einen werdenden Erstvater wahrscheinlich typische Unsicherheit eingegangen. Das Buch verrät Einfühlungsvermögen. Es ist fast etwas überraschend, dass es nicht von einer Frau, sondern von zwei Männern geschrieben ist. Aber beide Autoren haben ja laut Klappentext durchaus viel Erfahrung in der Vorbereitung von Männern auf dieses wichtige Ereignis. Beide führen auch Geburtsvorbereitungskurse durch.
Leider hat die Qualifikation der Väter aber auch eine Schwäche. Ich hätte mir (als vielleicht typischer Mann) eben doch mehr an medizinischen Erklärungen mit mehr Hintergrund gewünscht. So sind erhält man zwar Fragen und Checklisten, wird die Antworten aber nicht immer selbständig bewerten können, da Hintergründe für Fragen nicht immer erläutert werden. Was spricht nun wirklich für oder gegen Medikamente zur schnelleren Ablösung der Plazenta? Das, was der Politologe und der Pädagoge hier zu sagen haben, ist mir einfach zu dünn. Letztendlich bleibt hier nur der Rat, sich Fachleute zu suchen und diesen zu vertrauen. Mir ist das als werdender Vater aber zu wenig.
Weiterhin scheinen die Autoren die bewegten Jahre nach 68 wirklich bewusst mitgemacht zu haben, was man vielen Tipps und Formulierungen im Buch durchaus anmerkt. Darüber Reden ist also immer gut. Wirklich? Soll ich mich mit anderen Vätern wirklich über die Entwicklung der Sexualität in meiner Ehe während der Schwangerschaft austauschen? So groß ist meine Verunsicherung dann wohl doch nicht. Man braucht schon etwas Humor, um entsprechende Passagen zu verarbeiten.
Insgesamt würde ich das Buch daher eher als eine Art von Checkliste, maximal als eine Einführung über das Thema empfehlen.