Wie der Verfasser, so war mein Vater bei einer Panzerspäheinheit des Afrika-Korps und - nachdem er von einer schweren Verwundung genesen war - Angehöriger der Panzer-Lehr-Division. Allerdings nicht bei der Panzeraufklärer-Lehr-Abteilung 130, sondern bei der Panzerjäger-Lehr-Abteilung 130. Auch nach verlustreichen Kämpfen wurde diese Einheit ständig mit den neuesten Waffentypen nachgerüstet.
Neugierig war ich vor allem deshalb, weil ich hoffte, von Otto Henning aus diesem Buch etwas über die Ardennenoffensive und über den letzten Kampfeinsatz meines Vaters beim Ausbruchsversuch aus dem Ruhrkessel bei Winterberg zu erfahren. Ritgen schreibt in seinem dokumentarischen Buch
Die Geschichte der Panzer- Lehr- Division im Westen 1944-1945 (auf. S. 296) - auf das sich Henning leider an keiner Stelle bezieht: "Am 30. März traf eine Kampfgruppe ein, die aus einsatzbereit gewordenen Teilen der Panzer-Lehr-Divison gebildet worden war. ... Etwas später traf Panzerjäger-Lehr-Abteilung 130 mit 18 fabrikneuen Panzerjägern IV ein. (Es war mein Vater mit seinen Männern, der diese neuen Panzer aus der Fabrik abgeholt hatte, wie Oberleutnant Dilg im Beleidsschreiben an meine Mutter bestätigt hat.) ... Am Abend erschien die Panzeraufklärungs-Lehr-Abteilung 130 (also die Einheit, bei der Otto Henning stand)." Am 31. März griff die Division an (laut Heeresbericht der letzte schulmäßig vorgetragene Angriff einer deutschen Division in Gefechtsstärke). Der Kessel konnte aber nur kurzzeitig aufgebrochen werden. - Henning reflektiert in seinem Buch aus der Sicht des einfachen Soldaten, der er war, auf das Gerücht vom erfolgreichen Durchbruch, ohne etwas Genaueres zu erfahren.
Mein Vater wurde bei den folgenden Kämpfen in den Wäldern um Winterberg schwer verwundet und starb an den Folgen dieser Verwundung am 27. April 1945.
Wenn ich bisher noch niemanden gefunden hatte, der mir schildern konnte, wie der Alltag und die Einsätze einer Panzerspäheinheit aussahen, so verschaffen mir und den späteren Generationen die Bücher von Henning, insbesondere auch sein erstes über Afrika
Als Panzerschütze beim Deutschen Afrika Korps 1941-1943: Ein 17-jähriger Kriegsfreiwilliger in der Aufklärungs-Kompanie (mot.) 580, einen lebendigen Eindruck von dem, wie es gewesen ist, aus der Sicht eines sehr jungen Soldaten, der das große Glück hatte, unmittelbar an der Seite des erfahrenen Ritterkreuzträgers Oberfeldwebel Otto Keichel (einem der 18 Ritterkreuzträger dieser Division) zu kämpfen und nie ernstlich verwundet zu werden.
Die erfolgreiche Flucht aus französischer Gefangenschaft ist noch eine spannende Zugabe.