Aus der Amazon.de-Redaktion
Ofelia (Ivana Baquero) mag zwar erst 12 Jahre alt sein, aber ihre Welt ist mindestens so dunkel und bedrohlich wie alles was del Toro bislang in seinen Filmen erforscht hat. Die Geschichte spielt mitte der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts im ländlichen Spanien. Ofelia und ihre verwitwete Mutter Carmen (Ariadna Gil aus Belle Epoque) haben gemeinsam mit Carmens neuem Mann - Captain Vidal (Sergi López aus Harry meint es gut mit dir) -eine verlassene Mühle bezogen. Während die kränkelnde Carmen erneut schwanger ist, bleibt die verträumte Ofelia sich selbst überlassen. Daran ändert die Anwsenheit des freundlichen Hausmädchen Mercedes (Maribel Verdú aus Y Tu Mamá También) genausowenig wie ihr Stiefvater, ein ausgesprochen grober, brutaler Kerl, der für das Mädchen keinen Sinn hat und viel zu beschäftigt damit ist, mutmaßliche Informanten zu foltern. Ofelia findet bald heraus, dass sich unter der Mühle ein komplett andere Welt befindet. Ihr Führer wird der charismatische Faun (Doug Jones aus Mimic). Als ihre Mutter von Tag zu Tag schwächer wird, verbringt Ofelia immer mehr Zeit in Fauns Labyrinth. Faun bietet Ofelia seine Hilfe an. Sie muss im Gegenzug drei tückische Aufgaben erfüllen. Ofelia willigt ein, aber existiert die Parallelwelt unter der Mühle wirklich oder ist sie nur ein Hirngespinst? Del Toro trifft darüber keine abschließende Aussage. Der Film ist eine wundervolle, wenn auch brutale Variante seines früheren Werkes The Devil´s Backbone, der wie Pans Labyrinth von den Nachwehen der spanischen Diktatur unter Franco erfüllt ist. Auch wenn der Film del Toros Humor aus Hellboy vermissen lässt, befindet sich der Regisseur erneut auf der Höhe seines Könnens. --Kathleen C. Fennessy
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Durch Zufall entdeckt das aufgeweckte Mädchen ein Labyrinth und stößt dort auf eine Kreatur namens Pan, das ihr ein besseres Leben ins Aussicht stellt. Dafür muss sie allerdings immer gefährlichere Aufträge für den Faun ausführen.
Mit Pans Labyrinth besinnt sich der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro nach einigen Jahren in Hollywood, in denen er die Comicverfilmungen Blade 2 und Hellboy drehte, auf seine filmischen Wurzeln.
Wie in seinen früheren Werken Cronos und Devils Backbone steht ein Kind mit seinem ganz eigenen Blick auf das Geschehen im Vordergrund.
Ofelia - der Name spielt auf die dem Wahn verfallende Prinzessin aus Hamlet an - deutet die Unmenschlichkeit, die sie umgibt, in ein Märchen um. Gleichzeitig nötigt Del Toro dem Zuschauer aber auch den ungeschützten Blick auf die gewaltvolle Realität der Epoche auf. Der Film zerfällt also in zwei Perspektiven, die unversöhnt nebeneinander stehen, ohne aber den Film zu zerreißen, sondern ihm eine ganz eigene Spannung verleihen.
Hinzu kommen ein sehr ansprechendes Bühnenbild und hervorragende Spezialeffekte aus der Hand des Experten del Toro (der bis in die Neunziger eine Special-Effect-Firma besaß), dessen Prunkstück der surreale Kinderfresser ist.
Darüber hinaus erfreuen ein im besten Sinne märchenhafter Soundtrack von Javier Navarretes und eine exzellente Darstellerriege.
Allen voran ist hier natürlich die Entdeckung des Jahres, die 11jährige Ivana Baquero als mutige und doch verletzliche Ofelia, zu nennen.
Aber auch Sergi Lopez als entgrenzter Erzschurke Vidal und Maribel Verdú (Y tu mamá también) als couragiertes Hausmädchen Mercedes tragen dazu bei, dass Pans Labyrinth einer der besten Filme ist, die dieses Jahr hervorbringen wird: mutig, kompromisslos und dabei wunderschön.
Hoffen wir, dass der eine oder andere Oscar - sechs mal ist Pans Labyrinth nominiert - diesem Werk zu seiner verdienten Verbreitung verhelfen wird.
Sven Ole "Leisure Lorence
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Blickpunkt: Film Kurzinfo
Stern
Denn bei aller Freude über die Auslands-Trophäe für "Das Leben der Anderen" - Guillermo Del Toros hinreißendes, mexikanisches Meisterwerk um ein Mädchen, das sich vor den Grausamkeiten des spanischen Bürgerkrieges in eine Fantasiewelt flüchtet, hätte den Goldjungen nicht minder verdient gehabt. Immerhin gab`s drei Auszeichnungen für Kamera, Ausstattung und Make-up. Warum, erschließt sich aus dem überbordenden Bonus-Material. --Bernd Teichmann