-Pans Labyrinth- kommt anders daher, als die meisten Filme des gängigen Fantasy-Genres. In kaum einem anderen Film, der uns ins Reich der Elfen und Fabelgestalten entführt, ist die Realität so kompromisslos, hart und unbarmherzig zu spüren. Ist es sonst so, dass die Fantasie die Wirklichkeit überflügelt, so ist in Pans Labyrinth die Traumwelt lediglich eine Zuflucht, um der Realität für geraume Zeit zu entkommen. Und das aus gutem Grund.
Spanien, 1944. Das Land liegt in den letzten Zügen des zweiten Weltkrieges. Das Franco-Regime ist an der Macht und herrscht mit unnachgiebiger Härte. Die Armee spürt Rebellen nach und tötet sie gnadenlos. Die kleine Ofelia reist mit ihrer schwangeren Mutter in die spanischen Berge. Dort besuchen sie den neuen Lebensgefährten der Mutter, einen Hauptmann der Armee, der die Aufständischen bekämpfen soll. Ofelias richtiger Vater war Schneider und ist bereits gestorben. Ofelias Mutter möchte, dass der Hauptmann seine Rolle einnehmen soll. Aber das kann Ofelia nicht dulden. Der Hauptmann ist grausam, unnahbar und rücksichtslos. Ein Teufel in Uniform, den seine Gegner fürchten und der nur einen Wunsch hat: Seine Frau soll ihm einen Sohn gebären. Als der Krieg mit den Rebellen sich zuspitzt und Ofelias Mutter schwer erkrankt, entdeckt Ofelia eine Zauberwelt im Wald. Ihr erscheint eine Fee und führt sie in ein uraltes, steinernes Labyrinth. Dort trifft sie Pan, eine atemberaubende Märchengestalt. Pan eröffnet ihr, dass sie die Prinzessin eines verschollenen Reiches ist und, dass ihr richtiger Vater, der König, auf sie wartet. Um zu ihm zu kommen, muss Ofelia allerdings drei Prüfungen bestehen.
Allerdings warten auf Ofelia nicht nur diese Prüfungen. Ihre Mutter droht zu sterben, der Hauptmann wendet sich gegen Ofelia und ihre Hausdame Mercedes, die sie abgöttisch liebt, wird als Helferin der Aufständischen enttarnt. Ofelia nimmt ihr Schicksal in die Hand und versucht in der Wirklichkeit, wie in der Traumwelt, ihre Aufgaben zu erfüllen, um am Ende in beiden Welten ihren Platz zu finden...
-Pans Labyrinth- lebt von der grandiosen Geschichte. Sie beinhaltet alle Elemente, die ein gutes Märchen braucht. Sie fängt uns ein, lässt uns nicht mehr los und führt uns gnadenlos am Handlungsfaden entlang. Sicher sind einige Szenen in Pans Labyrinth grausam und überraschend, aber genau das macht den Reiz der Erzählung aus. Märchen sind genau so. Da werden Hexen in Öfen gesteckt und Zicklein vom Wolf gefressen. -Pans Labyrinth- zeigt diese grausamen Inhalte des Märchens in schockierenden Bildern, das ist neu. Die Bilder, mit denen Ofelias Geschichte auf die Leinwand transportiert wird, sind poetisch, traumhaft und wundervoll gelungen. Ein Film, der aus ähnlichen Produktionen hervorsticht und zurecht mit Oscars prämiert wurde. Der Pan, die Elfen, die Zusammenführung der Welten, all das ist perfekt gelungen und schlägt einen erbarmungslos in den Bann. Dazu sind die Rollen mit Liebe zum Detail besetzt. Die Bösartigkeit des Hauptmanns, Ofelias neugierige Unschuld und Mercedes Kampf für die Freiheit, all das wirkt überaus realistisch und geht dem Zuschauer unter die Haut. Alles in allem: Wunderbares Kino!