1977 brachte Udo Lindenberg sein achtes Studioalbum heraus. Im Gegensatz zu seinen
Vorgängerwerk "Sister King Kong" lässt der Sänger es hier mit seinen neun neuen Liedern
meistens etwas ruhiger angehen. Mit einer Ballade den "Mister Nobody" gehen die "Panischen Nächte" los. Das Thema dort ist das Starsdasein. Beim zweiten Lied der CD wird
der Formel 1 -Rummel aufs Korn genommen. Die Hauptrolle spielt da der fiktive (?)
Rennfahrer "Riki Masorati" . Vom Tempo her ist der Song eine entsprechend flotte Melodie.
Auch sehr problematisch geht es in "Schneewittchen" (Track 3) zu ,Rauschgiftsucht mit
Todesfolge also kein vertontes Märchen der Gebrüder Grimm wie manch einer Denken
könnte bei so einem Titel. Nach dem längsten Lied ("Der sizilianische Werwolf" Track 4)
, wieder eine Ballade, begibt sich Udo in die "Badewanne" und intoniert dort das sehr
kurze "Fliesenlied" (Track 5).Danach folgt ein Duett mit Ted Herold. Mit diesem
Altstar lässt er den "Teddi" (Track 6) rock and rollend übers Parkett hüpfen. Obwohl 1977
erst 31 Jahre alt versteht Lindenberg sehr gut was Frauen so um die 40 bewegt. In der
Mid-Life-Krisenballade "Sie ist 40" (Track 7)fragt sich diese Frau "..wie komme ich
raus aus diesem Wartesaal" . Mit Country und Western, wirkungsvoll von Geiger Lonzo
und dem Eimsbütteler Straßen-Kinderchor unterstützt, kommt Udo in "Cowboy" (Track 8)
angeritten. Sein Pferd aber muß er wegen, weil es Alkoholprobleme hat und dadurch sich
in der "Todeswüste" vergaloppiert, zum Schluß noch erschießen . Da merkt man der Künstler
hat den Schalk im Nacken. Mit "Flipper" (Track 9) einem Antiliebeslied endet das Album.
Schon einmal hat der Wortkünstler mit "Daumen im Wind" 1972 , die Unfähigkeit eine dauerhafte Beziehung einzugehen thematisiert. Mit den Liedern der "Panischen Nächte"
geht man durch Höhen und Tiefen menschlichen Lebens, mal nachdenklich, melancholisch
oder schelmisch lächelnd, deshalb ist diese Platte sehr gutes Lauschgift und mir 5 Sterne wert.